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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Kreative      Ideen gibt’s zum Kauf dazu

16.05.2014

Oldenburg Es ist morgens Viertel vor zehn. Breite Lastwagen ziehen langsam durch die schmale Lange Straße in der Innenstadt. Abgesehen vom Motorbrummen ist es noch ruhig. Viele Läden haben noch geschlossen. Doch ein Laden zieht bereits seine Aufmerksamkeit auf sich. Kistenweise bunte Wollknäuel vor Lüschen Garne locken einen Touristen an, der das Farbenspiel vor dem Geschäft fotografiert. Im Innern des Ladens sucht bereits die erste Kundin Rat bei Susanne Lüschen und ihrer Mitarbeiterin. „Viele Strickmuster können wir hier im Laden erklären“, sagt Susanne Lüschen, die das Geschäft seit 35 Jahren führt.

Außerdem suchen ihre Kunden Ideen oder einfach jemanden zum Schnacken. Das ist der Grund, warum sie ins Geschäft kommen und nicht die Wolle über das Internet bestellen. „Und man muss es anfassen können“, sagt eine Kundin, die an diesem Morgen einfach nur zum Hallo sagen vorbei schaut.

„Ich habe auch einen Internetshop, aber es wird gar nicht darüber bestellt“, sagt Lüschen. Auch die jungen Kunden kommen direkt in den Laden. Jeden Tag gebe es hier die Möglichkeit, etwas beim Stricken oder Häkeln dazuzulernen. „Handarbeitsläden müssen immer den größten Service bieten“, weiß Lüschen. Dazu gehört auch, dass die Inhaberin und ihre fünf Mitarbeiterinnen Knäule zurücklegen oder übrig gebliebene Wolle wieder zurücknehmen. Wenn etwas fehlt, wird es bestellt. Das größte Problem mit dem Internet sei nur: „Irgendeiner hat’s immer.“ Wer also ungeduldig sei, bestelle im Internet. Schnäppchen seien da jedoch schwer zu finden.

Der Preis bleibt gleich

Denn: „Manche Firmen haben Preisbindung“, erklärt Simone Wörl, Inhaberin des Garnladens „Die Stricknadel“ in der Lindenallee. Trotzdem ist das Internet für das Geschäft der 45-Jährigen schon ein Thema. „Es kommen auch Leute in den Laden, die mit dem Smartphone vor den Regalen stehen und die Preise vergleichen“, sagt Wörl. Sie selbst verkauft andere Wolle als bei Lüschen Garne, darunter viele Marken aus England. Auch sie bestellt fehlende Wolle für ihre Kunden. Selbst im Netz zu verkaufen, ist für sie jedoch keine Option.

„Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Wolle verschicken mit großem Ärger verbunden sein kann.“ So hatte sie bereits Ware an Kunden verschickt, die nie bezahlt wurde. Außerdem ist es für sie wichtig, den Kunden Rat zu geben. „Ich möchte den persönlichen Kontakt zum Kunden haben.“ Sie selbst hat schon als Kind mit dem Stricken angefangen. Daher weiß sie auch, dass nicht immer alles perfekt läuft beim Handarbeiten und gibt Kunden gern Hilfestellung – selbst wenn diese die Wolle nicht bei ihr gekauft haben. „Egal welcher Kunde Rat sucht, man hat immer eine Kostbarkeit auf dem Tresen liegen.“

Kostbarkeiten – aus Stoff, nicht aus Wolle – gehen auch bei Stoffe und Komplizen in der Burgstraße über den Ladentresen. Janneke Bonthuis verkauft hier hauptsächlich amerikanische und japanische Patchworkstoffe mit bunten Mustern. Bunte Farben stapeln sich mit Löwenmuster in den Regalen. Von Stoffbändern guckt einen Bambi an.

Das Netz nutzen

„Ich habe in der Schwangerschaft nach einem Stillkissenbezug gesucht. Was ich da gesehen hab, wollte ich nicht in meiner Wohnung haben“, sagt die 34-Jährige. Und so kam sie selbst wieder zum Nähen. Seit zwei Jahren verkauft sie die bunten Stoffe, seit Kurzem in der Burgstraße. Doch für sie spielt sich nicht alles direkt im Laden ab: Janneke Bonthuis nutzt auch das Internet für ihr Geschäft. Im sozialen Netzwerk Facebook und in einer als Blog gestalteten Internetseite informiert sie ihre Kunden über neu eingegangene Ware, über Rabattaktionen oder zeigt auch mit Anleitungen, wie bestimmte Dinge genäht werden.

Zum Stoffe Einkaufen geht Janneke Bonthuis lieber in den Laden, „weil ich Stoffe anfassen will.“ Sie selbst hat die Erfahrung gemacht, dass bei Bestellungen im Internet nicht immer das ankommt, was man sich vorgestellt hat. Dazu lebt Stoffe und Komplizen von Sonderanfertigungen, Janneke Bonthuis näht für ihre Kunden. Da werden vorher im Laden Stoffe ausprobiert, bis es passt. „Im Internet scrollt man sich durch 30 000 Sachen und findet doch nicht das Richtige.“

Einzelhandel gegen Online-Riesen:In der Serie „Kauf hier“ beleuchtet die NWZ  den Wettbewerb und seine Konsequenzen – für die Geschäftswelt vor Ort, für Kommunen und Bürger.


     www.nwzonline.de/kaufhier 

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