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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Lärmschutz für 800 weitere Häuser in Oldenburg

01.03.2017

Oldenburg Gut ein Jahr ist es her, dass die Deutsche Bahn ihre Pläne für den umstrittenen Ausbau der Strecke durch Oldenburg vorgelegt hat. Insbesondere zum Thema Lärmschutz hagelte es Kritik von allen Seiten. Die Bahn hatte daraufhin Nachbesserungen versprochen – und die liegen nun vor. Ab Donnerstag sind die ergänzende Unterlagen im Technischen Rathaus und im Internet einsehbar.

Im Gespräch mit der NWZ stellte Projektleiter Frank Heuermann mit seinem Stab die Veränderungen vor.

Wesentlicher Punkt ist eine Ausdehnung von Schallschutzmaßnahmen. Bei den ursprünglichen Berechnungen seien Schallreflexionen einbezogen worden, erläuterte Detlev Knauer, Spezialist bei der Bahn für Umweltfragen. Dies sei eine „realistische Berechnung“ gewesen, da an der Strecke zahlreiche Gebäude stünden.

Kommentar von Christoph Kiefer

Hartnäckig

bleiben

Die Hartnäckigkeit im Erörterungsverfahren hat sich gelohnt. Die Bahn erfüllt nach der Kritik bei der ersten Auslegung im zweiten Anlauf eine Reihe der Forderungen von Stadt und Anliegern. Ob das reicht ist fraglich. Viele Oldenburger wollen überhaupt keinen Güterverkehr im Stadtgebiet.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob weitere Verbesserungen möglich sind. Ziel muss es sein, Oldenburger Interessen so weit wie möglich zu erfüllen.

Der bisherige Verlauf des Verfahrens zeigt, wie wichtig es ist, dass die Stadt hart und geschickt verhandelt. Extraleistungen erbringt die Bahn freiwillig nur bis zu einem bestimmten Punkt. Das ist ein wichtige Erkenntnis – sie könnte später mal Richtschnur sein bei der Entscheidung, ob die Stadt gegen einen Planfeststellungsbeschluss vor Gericht geht.

Den Autor erreichen Sie unter

Diese Sicht habe aber der engen Auslegen der Vorschriften nicht entsprochen, räumte Knauer ein. Nun habe man berechnet, wie sich der Lärm ohne Reflexion ausbreitet. Ergebnis: 800 weitere Gebäude erhalten Lärmschutz. 300 Häuser fallen nach der neuen Berechnung zwar umgekehrt heraus. Die Anlieger sollen darunter aber nicht leiden. „Wir werden auch diese Häuser schützen“, verspricht Gesamtprojektleiter Frank Heuermann. „Es soll kein Bürger schlechter gestellt werden als vorher.“ Rund 2300 Hausbesitzer können nun mit so genanntem passivem Lärmschutz rechnen, zum Beispiel Schallschutz-Fenstern oder Schalldämmlüftern, die bei gekipptem Fenster schützen.

Nachgebessert hat die Bahn auch beim Schutz für Amphibien wie Frösche und Molche. Im Bereich zwischen Gutshof Dietrichsfeld und Großem Bürgerbusch soll ein Durchlass unter den Gleisen entstehen. Der Hinweis beim ersten Erörterungstermin, dass dort Amphibien in großer Zahl lebten und vor allem im Frühjahr die Gleise überquerten, sei richtig, sagte Heuermann. „Wir haben darauf reagiert.“

Bei den ersten Umweltverträglichkeitsprüfungen vor knapp zehn Jahren seien diese Bestände nicht bekannt gewesen. Seitengräben mit flachem Wasser an geeigneten Stellen entlang des Bahndamms seien eine weitere Maßnahme, die zum Schutz dieser Tiere vorgesehen seien.

Ebenfalls unter den Unterlagen, die ab Donnerstag ausliegen, findet sich ein Gutachten zu Erschütterungen durch den Zugverkehr. „Das Gutachten lag beim Erörterungstermin zwar vor, war aber nicht Bestandteil des Verfahrens. Das holen wir jetzt nach“, sagt Heuermann. Inhaltlich habe sich nichts geändert.

Die Erschütterungen überschritten zum Teil Grenzwerte. Dies werde durch den Einbau sogenannter besohlte Schwellen aufgefangen. Dabei handele es sich um eine Unterlage unter den Betonschwellen. Ein Teil der Stöße werde durch die Sohle aufgefangen und nicht in den Untergrund weitergeleitet.

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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Technisches Rathaus | Deutsche Bahn

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