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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Zivilcourage In Oldenburg: Job-Angebote für mutigen Taxifahrer

15.12.2014

Oldenburg Der NWZ-Bericht über den mutigen Taxifahrer, der seinen Job verlor, hat zu einer enormen Resonanz unter Internet-Nutzern geführt. Bis Sonntagabend wurde der Artikel mehr als 12 000-mal aufgerufen und 330-mal über Facebook geteilt. Auf der Facebook-Seite von NWZonline gab es mehr als 130 Kommentare zum beherzten Einsatz von Tanju Coruh. Die Leser zeigten sich nahezu ausnahmslos entsetzt und schockiert über das Verhalten von Coruhs Chef.

Wie berichtet, hatte der 25-Jährige durch seinen couragierten Einsatz verhindert, dass ein Asylbewerber (36) vor der Flüchtlingsunterkunft am Schützenweg totgeprügelt wurde. Als sich der Taxifahrer einmischte, flüchtete der mutmaßliche Täter (19). Anschließend stand der Retter kurzzeitig nicht für weitere Taxitouren zur Verfügung, weil die Polizei seine Zeugenaussage für die Fahndung benötigte. Der Unternehmer, für den Coruh arbeitete, hatte dafür kein Verständnis. Er kündigte dem Aushilfsfahrer nach der Rückkehr von der Polizei.

Abgeordneter schockiert

Schockiert über dieses Verhalten des Taxibetriebs zeigte sich auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Dennis Rohde: „Es gibt Arbeitgeber, die sollten besser zuhause bleiben und keine Personalverantwortung bekommen.“ Der Kommentar eines anderen Lesers lautete: „Unglaublich wie der Unternehmer Zivilcourage abstraft.“ Ein weitere Leserin meinte: „Der Chef sollte froh sein, so einen Mitarbeiter zu haben.“

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Derweil stand bei Tanju Coruh das Handy nicht still. „Ich bin überwältigt. Besonders gefreut habe ich mich über den großen Zuspruch meiner Taxifahrer-Kollegen“, sagte er der NWZ. Gemeldet habe sich auch sein früherer Trainer vom VfB Oldenburg. Bei dem Verein kickte das Mitglied der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Oldenburg in der Jugend. Auf eine Entschuldigung seines früheren Arbeitgebers wartete der gelernte Einzelhandelskaufmann vergebens. „Das hatte ich eigentlich erwartet“, sagt er.

Stattdessen meldete sich Stern-Taxi als betroffenes Unternehmen mit einem „Gegenbericht“ über Facebook zu Wort: „Die ausgesprochene Kündigung des Fahrers wäre in keinem Fall auf ein Handeln aus Zivilcourage durch uns ausgesprochen worden. Vielmehr hatten im Vorfeld bereits mehrfache Probleme mit Herrn C. in Verbindung mit nicht korrekten Angaben zu dem Vorfall am Telefon das ,Fass’ zum Überlaufen gebracht“, formulierte der Betrieb.

Wütende Kommentare

Daraufhin schrieben mehrere Dutzend Internet-Nutzer wütende Kommentare gegen den Firmeninhaber. „Bodenlose Frechheit den Fahrer trotz alledem öffentlich an den Pranger zu stellen“, hieß es unter anderem.

Klar distanziert von dem Vorfall hat sich die ebenfalls in Ofenerdiek ansässige Firma „Die Schwarzen“. „Bei uns hätte das couragierte Verhalten des Fahrers zu Lob und Anerkennung geführt“, so das Inhaber-Ehepaar Sylvia und Holger Hischberg.

Stern-Taxi setzt aber noch einen drauf. Im „Gegenbericht“ wird behauptet, der NWZ-Artikel sei „ohne vorherige Rücksprache oder der Möglichkeit einer Gegendarstellung“ abgedruckt worden. Tatsächlich hat die NWZ  am Freitag bei Stern-Taxi angerufen. Als der Grund für den Anruf genannt wurde, erklärte ein Mitarbeiter – nach offensichtlicher Rücksprache –, der Chef sei bis nächste Woche in Besprechungen. Es sei auch nicht möglich eine Nachricht zu hinterlassen, da die private Telefonnummer des Inhabers nicht vorliege.

„Mitarbeiter dieses Unternehmens genießen keinerlei oder nur geringe Wertschätzung durch ihren Vorgesetzten“, berichtete Branchen-Kenner Thomas Wetzel. Die Firma solle deswegen bereits zahlreiche Arbeitsgerichtsverfahren verloren haben.

Für Retter Coruh hat der Wirbel auch etwas Gutes. Mehrere Taxi-Betriebe boten ihm einen neuen Job an.

Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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