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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

„Licht brennt hier 24 Stunden am Tag“

08.07.2016
Frage: Herr Bath, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag beklagen angesichts des guten Arbeitsmarktes eine schwindende Bereitschaft zur Gründung. Ist dieser Trend auch im TGO zu spüren?
Bath: Im Gegenteil – wir haben seit Beginn vor 13 Jahren mit einer ständig steigenden Zahl von Gründern und Nachfragen nach Räumen zu tun. Wissenschaftsnahe, technologieorientierte und hochschulbasierte Firmen, wie sie bei uns zu Hause sind, werden nicht aus der Not heraus gegründet, Im Gegenteil, die Gründer haben eine Idee, eine Vision, eine Geschäftsidee und die wollen sie umsetzen, unabhängig davon, wie der Arbeitsmarkt gerade aussieht.
Frage: Einige der Unternehmen sind im TGO sehr groß geworden, andere sind klein geblieben, aber dennoch sehr erfolgreich. Was macht einen erfolgreichen Gründer aus, wenn nicht das Wachstum an sich?
Bath: Dazu gehören meiner Meinung nach mehrere Faktoren: unbedingt eine Vision sowie große Leidenschaft und Leidensfähigkeit – und es muss der richtige Markt zur richtigen Zeit sein, man braucht die richtigen Kontakte und die richtigen politischen Rahmenbedingungen, wenn man etwa die Branche der erneuerbaren Energien nimmt, die bei uns stark vertreten ist.
Frage: Leidenschaft und Leidensfähigkeit – da brennen hier sicher öfter abends noch die Lichter.
Bath: Im TGO wird tatsächlich sieben Tage in der Woche jeweils 24 Stunden gearbeitet. In mindestens einem Büro ist immer jemand bei der Arbeit.
Frage: Ist diese Leidenschaft ein Privileg der jungen Gründer?
Bath: Nein. Sicher sind es vorwiegend junge Leute, die aus der Uni heraus gründen. Es gibt aber auch gestandene Leute über 40, die sagen: Das, was ich bisher gemacht habe, reicht mir nicht – das kann ich besser. Selbst Familienväter mit mehreren Kindern verabschieden sich dann auch mal aus einer sicheren Anstellung. So ganz selten ist das nicht.
Frage: Im TGO gibt es eine Insolvenzquote von einem Prozent. Was trägt das TGO zu dieser Traumquote bei?
Bath: Bei den ersten Gesprächen klopfen wir gemeinsam die Geschäftsidee ab. Wer da auf sehr wackligen Füßen steht, der wird vielleicht nicht ins TGO kommen. Wer drin ist, hat Zugang zu vielen anderen Unternehmen. Wir fördern die Kontakte, suchen nach Möglichkeiten von Unterstützung oder Kooperationen. Wenn es einer Firma mal nicht so gut geht, dann können auch Räume zurückgegeben werden, um Kosten zu reduzieren. Flexibilität ist wichtig. Bei uns gibt es keine fixen Mietverträge, jeder kann nach sechs Monaten raus, wenn wir einen Nachmieter haben, auch früher. Wir bieten auch Coaching an, ich stehe als Sparringspartner zur Verfügung.
Frage: Das klingt nicht so, als ob der erfolgreiche Gründer – wie das Klischee es will – ein Einzelkämpfer ist, der allein durch jede Wand muss . . .
Bath: . . . ich weiß gar nicht, ob das jemals so war. Netzwerken ist ein entscheidender Punkt für den Unternehmenserfolg. Austausch und ständige Überarbeitung des Geschäftsmodells sind unabdingbar. Da helfen Kooperationen.
Frage: Noch mal zu den Rahmenbedingungen – befeuern die oft beklagten Niedrigzinsen die Investitionsbereitschaft?
Bath: Ja, die niedrigen Kreditzinsen wirken sich positiv auf die Investitionsbereitschaft aus. Wir haben vier Unternehmen, die aktuell in eigene Unternehmensimmobilien investieren wollen.
Frage: Hätte Oldenburg das TGO nicht – was würde der Oldenburger Wirtschaft fehlen?
Bath: Es würden – da bin ich recht sicher – einige spannende Unternehmen nicht ihren Standort in Oldenburg haben. Es würde zudem nicht den heute vorhandenen tollen Stellenmarkt für Uni-Absolventen in unserer Stadt geben. Die Sparte der extrem wissensbasierten Unternehmen ist sicher von uns forciert worden. Oldenburg hätte zudem nicht einen so klingenden Namen im Gründerbereich – und zwar bundesweit.
Frage: Bundesweit?
Bath: Ja, etwa die Berichterstattung in der Wirtschaftswoche über die zehn zukunftsfähigsten Standorte in Deutschland. Neun südlich des Mains, einer nördlich: Oldenburg. Da war auch vom TGO die Rede, innerhalb des Gründernetzwerks, das wir hier haben.
Frage: Es ist kein Geheimnis, dass viele der Erfolgsgeschichten im TGO von Unternehmen stammen, die im Bereich erneuerbare Energien tätig sind – angeschoben vom legendären Physik-Institut an der Uni. Nun sind die Rahmenbedingungen nicht mehr ganz so rosig. Wer löst die Gründerlokomotive im TGO ab?
Bath: Ganz klar: Die IT-Branche. Viele Gründer arbeiten an neuen digitalen Geschäftsmodellen und Softwareentwicklung. Die Verknüpfung von analoger und digitaler Welt – Stichwort Industrie 4.0 – ist die Zukunft. Das wird der nächste neue Meilenstein der Unternehmensentwicklung.
Frage: Wie sehen Sie das TGO in 15 Jahren?
Bath: Heute ist das TGO d e r Ort in Oldenburg, an dem Gründer ihre Ideen mit vielfältiger Unterstützung und dem Kontakt zu Gleichgesinnten auch tatsächlich umsetzen können. In 15 Jahren werden wir uns weiterentwickelt haben. Vom reinen Inkubator hin zum Cluster für Start-Ups, größere Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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