• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Lieferservice ist kein leichtes Geschäft

01.08.2014

Oldenburg Einer jungen Mutter ist frisches Gemüse wichtig, den Weg in die Stadt zum Markt schafft sie aber im Alltag selten. Eine ältere Dame ist schlecht zu Fuß, muss aber ihren kranken Mann bekochen. Ein Geschäftsmann hat ständig Termine, für den Supermarkt bleibt keine Zeit. Nur drei von vielen Menschen, die eine Zielgruppe darstellen – für Lebensmittel-Lieferdienste.

Haltbares kann man schon lange problemlos bestellen. Doch wer frische Produkte wie Obst, Milch, Wurst oder Käse bis vor die Tür gefahren bekommen möchte, muss ein wenig suchen. Während sie bei Schuhen, Elektronik oder Spielwaren mittlerweile einen großen Teil des Marktes beherrschen, wagen sich große Versandkonzerne noch nicht an alle Lebensmittel heran. Hier sehen einige lokale Händler die Chance, in eine Nische vorzustoßen.

Ein Pionier in diesem Gebiet ist Schumacher Frischgemüse. Bekannt für seinen Stand auf dem Pferdemarkt, liefert der Händler bereits seit 1999 Bestellware und Abo-Kisten an Kunden aus der Stadt und dem direkten Umland. „Damals haben wir noch mit einem Faxabrufsystem angefangen“, erinnert sich Gerhard Schumacher. Inzwischen reichen ein paar Klicks und der Warenkorb steht an festen Liefertagen vor der Haustür.

Nachfrage steigt

Immerhin 15 Prozent des Umsatzes, schätzt Schumacher, macht er bereits über den Lieferdienst. Die Nachfrage steigt. „Das braucht großes Vertrauen, denn gerade Gemüse und Früchte kauft man eigentlich über die Sinne ein“, erklärt der Händler. Die Kunden wüssten aber immer, wo der Marktstand im Zweifel zu finden sei, falls etwas mit der Ware nicht stimme. Dort liege der Vorteil gegenüber anonymen Großkonzernen. Wer speziellere Produkte sucht, findet in Oldenburg weitere Angebote: Der Milchhof Diers vermarktet Milch und Joghurt direkt mit Lieferservice. Das Sortiment des Bioladens Ecocion am Ahlkenweg lässt sich telefonisch oder über das Internet ordern. Die Möglichkeit zur Fernbestellung im klassischen Supermarkt vor Ort fehlt bislang allerdings.

Bei Aktiv & Irma sei die Idee diskutiert, zurzeit aber im Hinterkopf zwischengelagert, so Günter Walter von der Geschäftsleitung. Logistik, die Kühlkette – das alles sei nicht leicht umzusetzen. „Wir beobachten weiter, ob es Anfragen der Kunden gibt“, so Walter. Was bereits läuft, ist eine Kooperation mit den Maltesern, die vom Supermarkt an der Alexanderstraße aus Senioren beliefern.

Supermärkte zögern

Edeka biete seinen Märkten eine zentrale Online-Plattform zur Abwicklung eines Lieferservices an, berichtet Alexandra Antonatus von der Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover. Der Markt in Ofenerdiek habe sich daran versucht, dies wegen fehlender Nachfrage allerdings eingestellt. Rewe verweist auf seinen Lieferservice in großen Städten und Ballungsgebieten sowie das Konzept, Waren im Internet vorbestellen und am Schalter fertig gepackt abholen zu können. Konkurrent Real testet die zweite Idee ebenfalls. Ob und wann solche Angebote in Oldenburg gemacht werden, wollen beide Unternehmen aus Wettbewerbsgründen nicht verraten.

Einen eigenen Weg geht Famila am Scheideweg. Hier können Kunden nach dem Einkauf ihre Waren dem Lieferservice übergeben, der sie zum gewünschten Zeitpunkt nach Hause bringt. Zielgruppe seien laut Presseabteilung unter anderem Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit ihre Lebensmittel kaufen, diese dann aber nicht erst wieder nach Hause bringe möchten.

Direkter Kontakt

Aber auch ältere Menschen sollen profitieren. „Kunden können sich gerne vor dem Einkauf an der Info des Scheidewegs melden und dann beim Einkauf begleitet werden. So können dann schwere Kisten und unhandliche Artikel vom Marktmitarbeiter gepackt werden und gehen nicht zu Lasten des Kunden“, heißt es auf Anfrage der NWZ .

Ansonsten können ältere Menschen, die sich nicht mit dem Internet auskennen, Lieferangebote oft nicht nutzen. Telefonservice bindet teures Personal. Daher ist der Online-Shop als günstige Variante in der Regel der bevorzugte Weg der Auftragsannahme.

Glück hat, wer tatsächlich noch einen klassischen Tante-Emma-Laden in der Nähe hat. Frank Ripken betreibt sein kleines Lebensmittel- und Feinkostgeschäft an der Hindenburgstraße. In der Mittagspause liefert er meist telefonisch aufgegebene Bestellungen aus – zu Fuß und nur im Dobbenviertel. „Zehn bis 15 Kunden besuche ich pro Woche.“ Aus seiner Sicht lohnt sich das. „Das sind richtig treue Kunden.“ Den Aufwand, sein Liefergebiet auszuweiten, könne er als Einzelperson nicht stemmen.

Patrick Buck
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

Weitere Nachrichten:

Milchhof Diers | Ecocion | Edeka | Rewe

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.