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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Verein: „Manufaktur“ droht Schließung

19.09.2014

Oldenburg Marco Frers stellt die Tischkreissäge aus und setzt die Schutzbrille ab. Für ihn ist Feierabend in der „Manufaktur Neustart“, nicht nur für diesen Tag, sondern sinnbildlich für immer: Denn am Dienstag musste sich der gelernte Gärtner und Dachdecker bei der Arbeitsagentur als jobsuchend melden. „Das war ein schlimmer Gang“, seufzt der 44-Jährige. Zwei Jahre lang war er beim gemeinnützigen Verein „Manufaktur Neustart“ angestellt, der an der Hauptstraße 50 in Eversten das Projekt „Unter einem Dach“ betreibt. 20 Langzeitarbeitslosen mit psychischen Problemen und anderen gesundheitlichen Einschränkungen wird hier eine neue Perspektive fürs Berufsleben eröffnet. Dieses Projekt steht nun vor dem Aus – und damit Frers vor einer ungewissen Zukunft: „Ich hatte hier einen Ast gefunden, der mir Halt gibt.“

Jobcenter skeptisch

Bislang wurde der Verein mit Zuschüssen vom Jobcenter unterstützt, doch diese – zuletzt auf zwei Jahre befristete – Förderung fällt nach sechsjähriger Zusammenarbeit zum 30. November 2014 weg. „Unserer Ansicht nach waren die Fortschritte, die die Teilnehmer erzielt haben, nicht ausreichend, um zu sagen, wir fördern das Projekt weiter“, erklärt der Geschäftsführer des Jobcenters Oldenburg, Volker Trautmann. Man wolle versuchen, die psychischen Beeinträchtigungen der Teilnehmer über Beratungsangebote abzubauen und ihnen über Einzelmaßnahmen den Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

„Damit stirbt in Oldenburg das letzte Projekt dieser Art zur Förderung von Langzeitarbeitslosen“, bedauert Marie Wilkens. Die Psychotherapeutin hatte das Projekt 2008 zusammen mit dem Theaterpädagogen George Golz ins Leben gerufen. Sie steht hinter dem Verkaufstresen im schmucken, in Eigenregie hergerichteten Ladenlokal an der Hauptstraße. Hier sind die Produkte, die die Projektteilnehmer in den angegliederten Holz- und Textilwerkstätten geschaffen haben, ausgestellt. Aufgeben kommt für sie nicht in Frage: „Wir kämpfen für den Erhalt der Manufaktur als sozio-kulturelles Projekt“, ist sie sich mit ihrem Partner George Golz einig. Die Mitarbeiter und einige Teilnehmer hätten signalisiert, künftig gegebenenfalls ehrenamtlich weitermachen zu wollen.

Die Zeit drängt

Ziel ist, weiterhin mit sozial benachteiligten Menschen zu arbeiten und ihnen Beschäftigungsmöglichkeiten in den gut ausgestatteten Werkstätten zu bieten. Erste Gespräche mit denkbaren Kooperationspartnern wie der Diakonie seien bereits geführt worden. Ein Termin mit der Stadtverwaltung sei indes eher ernüchternd verlaufen.

Die Zeit drängt für den Verein: „Wenn wir die Miete nicht zahlen können, müssen wir den Vertrag bis zum 30. September kündigen“, so Wilkens. Vorrangiges Anliegen sei daher, die Mietkosten für ein Jahr zu sichern. Dazu hofft der Verein auf finanzielle Unterstützung von Spendern.

Arbeitsplätze geschaffen

Im Ladenlokal baumeln Taschen aus Markisenstoff sowie dekorative Holz-Fische in bunten Farben und verschiedenen Formen an den Wänden und von der Decke. Überall stehen fantasievoll gestaltete Stühle, Bänke und Tische. Auch Auftragsarbeiten für Schulen, Kindergärten, die Kinder- und Jugendbuchmesse und den Park der Gärten hat die Manufaktur schon übernommen. Durch die Einnahmen konnten drei Arbeitsplätze für ehemalige Teilnehmer geschaffen werden.

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Einer von ihnen ist Marco Frers, der 2011 nach einjähriger Arbeitslosigkeit zum Projekt gekommen war und jetzt große Freude daran hat, Menschen, die ein ähnliches Schicksal wie er erlitten hatten, in handwerklicher Arbeit anzuleiten. Dazu zählt Sebastian (32), der gerade einen Fensterrahmen streicht. Der gelernte Landschaftsgärtner sagt, die Arbeit in der Manufaktur habe seinem Leben wieder „Struktur und Rhythmus“ gegeben. Durch das Projektende würde die „letzte Bastion, die einen auffängt, wegbrechen“. An seiner Seite arbeitet Birgit (53). Die Mediengestalterin ist seit zehn Jahren arbeitslos. „Ich habe hier meine Begeisterung für die Arbeit mit Holz entdeckt, neuen Antrieb gefunden und wieder Selbstvertrauen gefasst“, sagt sie.

Wie es jetzt mit ihr weitergeht? Birgit zuckt mit den Schultern und wäscht Farbpinsel aus. Es ist Feierabend in der Manufaktur.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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