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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Mit dem Fahrrad Deutschland umrundet

24.07.2013

Oldenburg In 30 Tagen Deutschland mit dem Fahrrad umrunden – was für einen Laien zunächst realitätsfern wirkt, hat der Oldenburger Michael Fuchs (55) in die Tat umgesetzt: Vom 13. Juni bis 12. Juli war er mit seinem Trekking- und Tourenrad unterwegs.

Er startete in Oldenburg. Von dort aus ging es weiter nach Varel und dann Richtung Norden. „Meistens bewegte ich mich auf ausgeschriebenen Fernradwegen“, berichtet Fuchs. In höheren Lagen, wie im Erzgebirge, griff er dann auf spezielle Radfahrkarten zurück. Insgesamt legte der Oldenburger aus Eversten 4800 Kilometer zurück und saß somit 291 Stunden auf dem Sattel.

Fuchs war die 30 Tage völlig auf sich allein gestellt. „Dann kann man sein eigenes Tempo und seinen eigenen Stil fahren“, findet er. Die Übernachtungsmöglichkeiten organisierte er von Tag zu Tag spontan, da die genaue Route und der Zeitplan im Vorfeld nicht feststanden. Durch ein dreitägiges Regenwetter wurden Fuchs’ Planungen dann auch zwischenzeitlich durchkreuzt, da er nicht so viele Kilometer machen konnte. „Wichtig ist, dass es trocken bleibt und nicht zu warm ist“, sagt er.

Pannen verzögern Fahrt

Eine gebrochene Speiche warf ihn zusätzlich gleich am zweiten Tag aus dem Zeitplan, die er nahe Cuxhaven auswechseln ließ. In Süddeutschland, in Bad Tölz, waren dann Kette und Bremsbelege fällig. Eine neue Felge konnte erst in Lindau ausgetauscht werden. Am Rhein, zwischen Kehl und Karlsruhe, hatte Fuchs noch einen Platten zu vermelden. Seit zehn Jahren wäre ihm das nicht mehr passiert, berichtet er. Daher habe er keinen Ersatzschlauch eingepackt und war froh, als auf dem wenig befahrenen Weg ein vorbeifahrender Radfahrer ihm das dringend benötigte Teil schenkte. Zukünftig will er es seinem Helfer gleichtun und ebenfalls Radfahrern mit einem Schlauch aushelfen.

Warum umrundete Fuchs Deutschland? Um Fahrrad zu fahren, so die simple Antwort. Wenn er unterwegs von seiner geplanten Route berichtete, reagierten die Menschen jedoch oft ablehnend: „Die meisten Leute haben mit dem Kopf geschüttelt“, so Fuchs. Der 55-Jährige fuhr täglich zwischen 9 und 21 Uhr mit einem handelsüblichen Fahrrad, an dem er nur einzelne Teile ergänzte. Insgesamt legte er damit 30 000 Höhenmeter zurück. In den höheren Lagen sanken die Temperaturen dann auf bis zu sechs Grad ab.

Um ausreichend Kraft für diese körperliche Belastung zu tanken, frühstückte er ausgiebig und ernährte sich zwischendurch von „Studentenfutter“, Trockenfrüchten, Obst und viel Wasser. Ab und zu gönnte er sich nachmittags auch mal ein Fischbrötchen oder ein Kuchenstück. Abends trug Fuchs dann in einem Fahrtenbuch Fahrstrecke und -zeit, Übernachtungsort, Wetter und Geschwindigkeit ein.

Besitzt kein Auto

Vorbereiten musste der gebürtige Oldenburger sich nicht auf die lange Etappe. Er besitze kein Auto und erledige alles mit dem Rad. So lege er ohne größere Fahrten rund 7000 Kilometer im Jahr zurück. Zudem habe er bereits Erfahrung mit längeren Strecken: „Ich bin schon in Polen und Tschechien und auch schon durch Deutschland gefahren. Vergangenes Jahr war ich zehn Tage mit meinem Bruder in Slowenien mit dem Rad unterwegs.“ Die ersten zehn Tage seiner Deutschlandumrundung fielen ihm deshalb nicht schwer: „Da konnte man sich gut einfahren“, meint Fuchs. Am Ende war der Radfahrer am 12. Juli, um 18 Uhr, wie geplant, pünktlich zu Hause.