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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Möbelhaus Ullmann gibt nach 180 Jahren auf

25.01.2017

Oldenburg Ein weiteres Oldenburger Traditionsgeschäft verschwindet aus der Innenstadt: Das Möbelhaus Ullmann an der Heiligengeiststraße wird zum Sommer dieses Jahres schließen.

Am Dienstagmorgen informierte der geschäftsführende Gesellschafter des 180 Jahre alten Familienunternehmens, Frieder Schmidt, die etwa 30 Mitarbeiter des Hauses über diesen Entschluss. „Wir bedauern das sehr“, sagte Schmidt, „aber wir sehen keine Grundlage für den weiteren Bestand des Möbelgeschäfts.“ Der Unternehmer will sich bemühen, für alle Mitarbeiter in anderen Firmen neue Arbeitsplätze zu finden.

Die Entscheidung sei ihm sehr, sehr schwer gefallen, erklärte der Kaufmann, der das Haus bereits in dritter Generation führt. Aber er sei 66 Jahre alt und aus der Familie wolle das Einrichtungshaus niemand weiterführen.

Für den stationären Einzelhandel in den Innenstädten sieht Frieder Schmidt große Herausforderungen. „Wenn die Innenstädte attraktiv bleiben sollen, muss auch von Verwaltung und Politik mehr dafür getan werden, dass die Menschen auch in die Innenstadt kommen und somit auch der öffentliche Raum attraktiv bleibt“, sagt der Ehrenvorsitzende des City-Managements Oldenburg (CMO).

Doch auch das veränderte Kundenverhalten müsse man im Blick haben. Gerade hochwertige Möbel würden einerseits häufig im Internet geordert und nicht mehr im stationären Einzelhandel gekauft. Andererseits habe er es auch erlebt, dass Kunden aus Braunschweig etwa das Geschäft Ullmann und dessen Marken erst mit Hilfe des Internets überhaupt gefunden und aufgesucht hätten. Zum Sortiment des Einrichtungshauses Ullmann zählen im hochwertigen Segment u.a. Möbel, Parkett, Teppiche, Stoffe und Wohnaccessoires.

Das traditionsreiche Oldenburger Möbelhaus war 1836 von Friedrich Gerhard Schauenburg gegründet worden, der einen Tuch- und Kurzwarenhandel an der Langen Straße eröffnete und sich ab 1881 auch mit dem Prädikat „Großherzoglicher Hoflieferant“ schmücken durfte.

Zwei Jahre darauf kam Max Ullmann aus Königsberg in die Firma und wurde 1901 alleiniger Inhaber. Da dessen Sohn im Ersten Weltkrieg starb, suchte Ullmann sich Anfang der zwanziger Jahre den Osnabrücker Otto Schmidt als Teilhaber. Er erweiterte das Geschäft um Teppiche und Tapeten, Rollos, Linoleum und Gardinen.

Schmidts Witwe führte das Geschäft weiter und übergab es 1962 an Sohn Rolf Schmidt, da war man schon an die Ecke Heiligengeistwall umgezogen. Frieder Schmidt übernahm es schließlich von seinem Vater. Zwischenzeitlich hatte Ullmann auch nach Bremen expandiert, sich aber bereits vor zwei Jahren von den Niederlassungen am Wall der Hansestadt wieder getrennt.

Wann genau in diesem Sommer das Oldenburger Geschäft geschlossen wird, steht noch nicht fest. Das sei auch davon abhängig, wann die Bestände verkauft seien. Bis dahin solle der Betrieb weiterlaufen, erläutert Schmidt.

Damit verliert die Heiligengeiststraße nach der „Wiener Konditorei“, die vor einem Jahr geschlossen wurde, ein weiteres von Inhabern geführtes Familienunternehmen.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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