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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Engagement Auf Bali: Oldenburgerin hat Herz an Waisenhaus verloren

10.08.2016

Oldenburg Fast täglich Temperaturen von 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von knapp 90 Prozent: Das Leben auf Bali ist in der Regenzeit definitiv gewöhnungsbedürftig. Aber Joleen Harfst ist sich nach ihrem knapp viermonatigen Aufenthalt auf der indonesischen Insel sicher, dass sie zurück will. Im Januar soll es losgehen.

Ende vergangenen Jahres begann für die 23-Jährige eine aufregende Zeit – sie begab sich auf eine Weltreise. Ihr erstes Ziel war Bali, wo sie als Freiwillige in dem „Yayasan Hati Mama Orphanage“ Waisenhaus gearbeitet hat. Obwohl die Einrichtung „Waisenhaus“ genannt wird, sind die aufgenommenen Kinder keine Waisen sondern adoptiert. „Die Kinder haben alle noch lebende Eltern, die sich an die Waisenhausmutter gewandt haben, weil sie aus familiären, kulturellen, religiösen oder finanziellen Gründen ihre Kinder nicht behalten konnten oder wollten“, erklärt Harfst.

Als Freiwillige hatte sie viele verschiedene Aufgaben in der Einrichtung. Der Frühdienst begann um 7 Uhr morgens: „Dann brachte ich schon die ersten beiden Kinder mit dem Roller zur Schule.“ Danach erledigte sie Aufgaben, die täglich anfielen: Sie kümmerte sich um die Kinder, half im Haushalt und beim Kochen. Dabei gab es keine Sprachbarrieren, da die Mädchen und Jungen, die bis zu 12 Jahre alt sind, auf Englisch erzogen werden.

Es ging auch darum, die Kinder zu beschäftigen. Dabei machen sie sich die Insel zu eigen. Jeden Donnerstag gingen sie an den Strand, der nur fünf Minuten vom Haus entfernt ist. „Das ist der beliebteste Tag“, so Harfst. Und zu den Feiertagen wurden sie erfinderisch. An Halloween hat die gelernte Krankenpflegerin mit ihren Schützlingen eine amerikanische Tradition abgewandelt und Wassermelonen anstatt Kürbisse ausgehöhlt.

Während ihres Aufenthalts sind ihr die zehn dort lebenden Kinder sehr ans Herz gewachsen: „Es war nicht nur Arbeit, es ist auch irgendwie eine Familie geworden.“ Selbst als sie ihre Reise fortsetzte und sich nach Australien, Neuseeland und Amerika aufmachte, war sie im regelmäßigen Kontakt mit der Waisenhausmutter und plante direkt ihren nächsten Besuch. „Ich hatte halt Heimweh zurück nach Bali.“ Die Arbeit mit Kindern lag Harfst schon früh am Herzen. Im Jahr 2013 hat die Oldenburgerin ihre Ausbildung als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin beendet. Heute arbeitet sie als Kinderkrankenpflegerin im Klinikum Oldenburg.

Um ihre bevorstehende Reise zu finanzieren, nimmt sie einige Überstunden im Klinikum in Kauf und hat noch zwei Nebenjobs. Obwohl das Leben auf Bali allgemein billiger ist als in Deutschland, muss sie sich ein finanzielles Polster vor ihrer Reise schaffen, denn sie wird für ihre freiwillige Arbeit nicht bezahlt. Zudem plant sie mindestens sechs Monate auf Bali zu bleiben – wenn es sich einrichten lässt, möchte sie ihren Aufenthalt auf 12 Monate ausweiten. Während ihres Besuchs im nächsten Jahr wird Harfst die gleichen Aufgaben wie beim letzten Mal übernehmen.

Dem Waisenhaus kommt die Unterstützung von Freiwilligen gelegen. Besonders da Anfang nächsten Jahres der Bau eines neuen Waisenhauses beginnen soll, kann die Leiterin, die die Einrichtung vor 12 Jahren gegründet hat, helfende Hände gut gebrauchen.

Zu einem Kind des Hauses hat die Oldenburgerin eine besondere Beziehung. Sie hat die Patenschaft für die knapp zweijährige Neriah übernommen. Dieses Sponsoring beinhaltet, dass die Oldenburgerin für das Mädchen die anfallenden Kosten übernimmt und später auch für ihren Vorschul- und Grundschulbesuch zahlt. Dabei hat Neriah Glück, denn vier Kinder des Waisenhauses haben noch keinen Paten.

An einer Patenschaft Interessierte können sich bei Joleen Harfst per E-Mail melden.

Neben ihrer Arbeit im Waisenhaus schätzt Harfst auch die Mentalität der Einheimischen. In Indonesien treffen verschiedene Religionen aufeinander – Muslime, Christen und Hinduisten teilen sich das Land. Besonders wenn sie bedenkt, was momentan in der Welt passiert, findet sie es erstaunlich, dass die Angehörigen verschiedener Religionen auf Bali in einer besonderen Art und Weise aufeinander Rücksicht nehmen. „Dieses Miteinander finde ich halt so wunderschön“, beschreibt Harfst ihre Eindrücke und freut sich auf ihren nächsten Besuch.

Anna-Lena Sachs Redakteurin / Online-Redaktion
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