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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Noch herrscht Ruhe hinter den Gleisen

22.07.2017

Krusenbusch /Bümmerstede Es ist wie eine Fortsetzungsgeschichte, die sich über Jahre hinzieht – mit Szenen, die sich wiederholen. Die beiden Stadtteile Bümmerstede/ Krusenbusch werden noch immer durch eine Fußgängerbrücke über die Bahn verbunden und nicht – wie von den Bürgern gewünscht und von der Politik bereits 2012 entschieden – durch eine Unterführung zwischen der Bahnhofsallee und der Straße am Schmeel.

Unerwartete Hürde

Tiefbauamtsleiter Johann de Buhr muss hellseherische Fähigkeiten oder eben viel Erfahrung haben. Denn schon im Juni 2012 sagte er dem Verkehrsausschuss, die Umsetzung dieses Plans werde selbst bei optimistischer Schätzung mindestens drei bis fünf Jahre dauern. Das lag damals unter anderem daran, dass in den ersten Verhandlungen mit der Bahn eine unerwartete Hürde aufgetaucht war (NWZ berichtete). Das Unternehmen wollte das für den Tunnel benötigte Grundstück nur dann verkaufen, wenn die Stadt das gesamte Naturschutzgebiet „Alter Rangierbahnhof“ erwirbt. Dabei handelt es sich um etwa 530 000 Quadratmeter.

Über Preise habe man noch nicht gesprochen, erklärte damals Verkehrsamtsleiter Bernd Müller auf Fragen aus der Politik. Und weiter: Da sich die Fläche aber niemals zu Bauland entwickeln werde, sei der geringe Wert voraussichtlich „der Schlüssel zur Lösung“. Die Verwaltung sehe für die Verhandlungen nicht so schwarz.

Nun sind die vorausgesagten fünf Jahre vergangen, und für den Bau einer Unterführung ist der erste Stein noch nicht gesetzt. Wie berichtet, liegt das daran, dass die Bahn einen Rückzieher gemacht hat. Rückblick: Im Jahr 2013 hatte man eine grundsätzliche Einigung darüber erzielt, dass die Bahn der Stadt die für die Unterquerung des Bahngleises und für die Fuß-/Radwegtrasse benötigte Teilfläche zwischen Am Schmeel und Bahnhofsallee überlässt. Die Zahlung eines einmaligen Gestattungsentgelts wurde ausgehandelt. Mit diesem – von der DB Immobilien im September 2013 unterbreiteten – Angebot ging man in die Planungsphase.

Doch dann kam alles anders. Als sich die Stadt im Oktober 2016 von der DB Immobilien das Angebot bestätigen lassen wollte, erhielt sie im Februar 2017 die Aussage, dass das Angebot nicht mehr gilt. Den Angaben zufolge will die Bahn AG nun nicht mehr benötigte Bahnflächen verpachten, sondern nur noch verkaufen. Für das Projekt im Stadtsüden wurde ein neues Angebot unterbreitet, das auf den Verkauf der 150 000 m² großen Gesamtfläche (überwiegend als Naturschutzgebiet Bahndammgelände Krusenbusch ausgewiesen), die sich dort im DB-Eigentum befindet, abzielt.

Deutlich höherer Preis

Den Angaben der Stadt zufolge hat die Bahn einen räumlich nicht festgelegten Teil (25 000 m²) in ihrem Angebot mit einem deutlich höheren Quadratmeter-Preis bewertet, der davon ausgeht, dass daraus Wohnbauland werden könnte. Auf Nachfrage der NWZ teilt die Stadtverwaltung mit, dass sie bereits 2013 eine solche Nutzung geprüft und für sehr schwierig erachtet hat. Eine neuerliche Bewertung habe ergeben, dass sich die Situation hinsichtlich einer eventuellen Wohnbebauung dort eher verschlechtert hat: „Die sich durch die Naturbelassenheit ergebende Entwicklung hat die naturschutzrechtlichen Aspekte noch weiter in den Vordergrund geschoben.“ Eine städtebauliche Nutzung würde auch eine eingehende Untersuchung der Bodenbeschaffenheit (Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg können nicht ausgeschlossen werden) zur Folge haben. Schon nach derzeitigen Erkenntnissen könne davon ausgegangen werden, dass eine Bodenbereinigung größeren Ausmaßes erforderlich wäre.

Zusammengefasst sagt die Stadt: Wohnbebauung kommt dort nicht wirklich in Frage, von daher kann die Stadt die von der Bahn vorgenommene Höherbewertung einer nicht näher definierten Fläche auch nicht nachvollziehen. Es wird also weiter verhandelt werden müssen. Die Fortsetzungsgeschichte ist nicht zu Ende.

Susanne Gloger
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2108

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