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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Nur vier Bahn-Minuten bis Wechloy

15.06.2015

Oldenburg Abfahrt Oldenburg Hauptbahnhof 11.58 Uhr, Ankunft Oldenburg-Wechloy 12.02 Uhr: Die nackten Uhrzeiten der Eröffnungsfahrt beweisen, wie nah der neue Bahnhaltepunkt Wechloy den Stadtwesten an die Innenstadt gerückt hat. Und davon können sich jetzt alle Oldenburger selbst überzeugen.

Über zehn Jahre nach den ersten Vorstößen aus Oldenburg wurde der Stadtteilbahnhof am Sonntag offiziell in Betrieb genommen. Ab sofort bedient die Regio-S-Bahn RS 3 der Nordwest-Bahn den Haltepunkt stündlich – immer um zwei Minuten nach der vollen Stunde in Richtung Bad Zwischenahn, und um sieben Minuten vor der vollen Stunde in Richtung Bremen. Der Haltepunkt ist über eine Stichstraße von der Ammerländer Heerstraße (bei der „Finca Bar Celona“) zu erreichen. Es gibt Parkplätze und eine Fahrrad-Abstellanlage.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) hatte zur Eröffnungsfahrt eingeladen. Krogmann unterließ es aber trotz der langen Vorgeschichte, Vergangenheitsbewältigung zu betreiben: „Wir sollten nach vorn blicken“, sagte er. In den nächsten Jahren werde die Frage weiterer Haltepunkte – etwa in Krusenbusch und Ofenerdiek – in Oldenburg an Fahrt gewinnen. Das sei zwar wegen der Diskussion um die Aufgabe der Stadtstrecke und das laufende Planfeststellungsverfahren zur Zeit schwierig. Danach aber werde man weitere Bahnhaltepunkte fordern müssen – sie seien aus Umweltgründen sowie zur Stauvermeidung wünschenswert, sagte Krogmann.

kommentar

Signale auf

Grün stellen

Die Geschichte des Bahnhalts Wechloy ist eine holprige. Erst gab es wenig bis keine Unterstützung vom Land, dann doch, dann kam die Bahn nicht nach – aber am Ende ging alles gut aus.

Doch nun muss es weitergehen. Von Land und Bund kommen eindeutige Signale. Weitere Bahnhaltepunkte würden unterstützt und es wird an eine Verlängerung der Regio-S-Bahn über Bad Zwischenahn hinaus gedacht.

Diesen Schub gilt es zu nutzen. Krusenbuscher etwa würden durch einen Haltepunkt die Innenstadt binnen Minuten erreichen können, gleiches gilt für Ofenerdieker. Ohne Auto – was gleichermaßen gut für die stau- und lärmbelasteten Hauptstraßen wie für die erwiesenermaßen stark schadstoffbelastete Luft in der Innenstadt wäre.

Zumindest was Ofenerdiek angeht, steht dem aber der Ratsbeschluss entgegen, dass die Stadstrecke zugunsten einer Bahnumfahrung aufgegeben werden soll. Diese Forderung macht es unmöglich, mit der Landesnahverkehrsgesellschaft oder der Bahn ins Gespräch über Haltepunkte zu kommen. Im laufenden Planfeststellungsverfahren dürfte sich daran kaum etwas ändern. Aber danach?

Danach muss neu angesetzt werden. Wechloy ist der erste Stein in einem Mosaik neuer Angebote. Und die wirken erfahrungsgemäß immer besser als neue Vorschriften.

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Minister Lies machte deutlich, dass das Land die Einrichtung weiterer Haltepunkte unterstütze. Die Menschen wählten eher die Schiene als den Bus, und das müsse man unterstützen. Anders als in vielen anderen Fällen müsse man über die Auslastung des Bahnhalts Wechloy nicht diskutieren: Die Uni-Standorte, das Technologie- und Gründerzentrum sowie der Stadtteil selbst würden für „tausende Pendler“ sorgen.

Katharina Al-Shamery, amtierende Präsidentin der Uni Oldenburg, sagte, dass der Haltepunkt, für Studierende der Standorte Uhlhornsweg und Wechloy gleichermaßen attraktiv sei. „Wir möchten ja erreichen, dass die Standorte aufeinander zuwachsen“, ergänzte sie.

Das Ofener Ehepaar Grete und Dieter Trosin, er im Rollstuhl, sie auf den E-Scooter angewiesen, nutzte die Eröffnung, um die Barrierefreiheit des Haltepunktes zu testen. Für die (von der Stadt geplante) Erreichbarkeit des Bahnsteigs gab es von beiden großes Lob. Aber: DB- und Nordwestbahn-Züge verfügen nach Auskunft von Vertretern der beiden Unternehmen am Gleis über unterschiedliche Höhen, so dass Rollstuhlfahrer nur in die Regio-S-Bahn einsteigen können, wenn eine von Zugbegleitern ausgelegte Rampe den Unterschied zwischen Bahnsteig (nach DB-Maßen) und Waggon überbrückt. Das Urteil der Trosins: „Noch nicht optimal.“


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-stadt 
Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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