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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Nun ist der „Schiefe Stiefel“ weg

13.10.2017

Ofenerdiek Als das letzte Mauerstück fiel, da wischte so mancher Passant verstohlen ein Tränchen weg. Denn am Donnerstag verschwand peu à peu ein Stück Zeitgeschichte aus Ofenerdiek. Der Gebäudekomplex, der von Anfang 1900 bis 2013 das Traditionslokal „Zum schiefen Stiefel“ beherbergte und von 2014 bis März 2017 als Flüchtlingsunterkunft diente, ist weg. Der Abrissbagger hat ganze Arbeit geleistet.

„Das tut schon ein bisschen weh, weil da ja viele Erinnerungen dran hängen. Aber das ist Vergangenheit. Man muss nach vorne gucken“, sagt Günther Beilken im Gespräch mit der NWZ. Der Unternehmer, der seit 1978 sein Zweiradgeschäft ganz in der Nähe betreibt, hatte den „Schiefen Stiefel“ an der Weißenmoorstraße 233 im Jahr 2013 gekauft. Er schloss mit der Stadt einen Mietvertrag ab, die das frühere Hotel als Übergangsquartier für vor dem Krieg im Nahen Osten geflohene Familien nutzte. Dieser Kontrakt lief Ende März 2017 aus. Ein Kapitel schließt sich, ein neues will Günther Beilken nun öffnen.

„Hier kommt ein Geschäftshaus hin,“ verrät der 74-Jährige. Der Familienbetrieb, in dem auch die Söhne Matthias und Stefan Beilken tätig sind, zieht von der Weißenmoorstraße 271 hierher. In dem Neubau von rund 2000 Quadratmetern mit zwei Stockwerken soll ab Herbst 2018 gehandelt werden. „Auf drei Ebenen mit einer Ausstellungsfläche von 1100 Quadratmeter“, sagt Beilken. Das gesamte Areal sei 2730 Quadratmeter groß. Baubeginn ist ab Anfang des kommenden Jahres. „Vorher können wir nicht in den Boden“, erklärt der Unternehmer.

Was mit dem jetzigen Firmensitz passieren soll, dazu könne er jetzt noch nichts sagen. „Erstmal das Eine zu Ende bringen, dann kommt das Nächste“. Die Kegelbahn im Keller des ehemaligen Lokals müsse ja auch noch raus.

Diese unterirdische Anlage hatten die letzten Wirtsleute der Gaststätte errichten lassen – ebenso wie den Hotelanbau mit zwölf Zimmern. Alwine und Ihno Alberts hatten den Gasthof, zu dem neben dem Schankraum, drei Clubzimmer sowie der große Saal gehörten, fast 40 Jahre lang betrieben. Zunächst waren sie Pächter, dann Eigentümer.

Die Geschichte des „Schiefen Stiefels“ begann 1900: Diedrich Ratjen erbaute das Haus an der Weißenmoorstraße 249 und eröffnete das Lokal ein Jahr später. Nur um an die Konzession heranzukommen, kaufte er ein existierendes Lokal mit dem Namen „Zum Schiefen Stiefel“ an der Weißenmoorstraße 233. Mit dieser Konzession eröffnete Ratjen dann den neuen „Schiefen Stiefel“ und verkaufte das andere Haus weiter. Dort soll ursprünglich ein Schuster eine kleine Werkstatt gehabt haben. Er reparierte und besohlte Schuhe – angeblich manchmal schief. So kam es zum Namen „Schiefer Stiefel“.

Der wird künftig nur noch in Chroniken auftauchen und in den Gedanken vieler, die hier gefeiert haben. Zu ihnen gehört auch Günther Beilken.

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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