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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Freche Fußgänger stören Bauarbeiten an Brücke

25.09.2017

Oldenburg Fliegende Funken, grelle Lichter in Geld, Rot und Blau, dazu dieses monotone Säuseln in der Ferne, schrilles Piepen und knallendes Dröhnen: Was vor sechs Monaten noch Hunderte Zaungäste gen Bürgerfelde lockte, hatte in der Nacht zu Samstag gerade einmal ein paar Dutzend Passanten vor der Autobahnauffahrt Alexanderstraße versammelt. Dummerweise aber auch einige – mit Verlaub – Dumme unter dem halbseitig erneuerten Brückenbauwerk.

Letztere hatten sich trotz Komplettsperrung einfach um die Bauzaunenden mitten auf der A293-Abfahrt herumgeschlichen und dann auf die vermeintliche fußläufige Abkürzung Richtung Norden begeben. „Wir müssen unsere Arbeiten immer wieder unterbrechen“, schimpfte da Ingenieur Marco Witt von der örtlichen Bauüberwachung. Ergo wurden die unvorsichtigen Abkürzer zum Ausgangspunkt zurückgeschickt. Nicht etwa, um sie zu maßregeln, sondern aus Sicherheitsgründen.

Schließlich wurde vor Ort gerade das Stahlgerüst vom Überbau gelöst, die riesige Verschalung der hier seit März neu errichteten Brückenhälfte Süd entfernt. Schwebende Elemente also, von denen Träger- und Stützstücke, aber auch Holzausfachungen immer wieder in den sandigen Boden herab krachten. Die Absperrgitter wurden schließlich nicht grundlos vor den schweren Baumaschinen und Gerüsten aufgestellt ...

Immerhin: Weil die Arbeiten am Brückenneubau – erneut – deutlich rascher als zumindest offiziell geplant voran kamen, war der Rad- und Fußgängerweg darunter schon am Sonntagmorgen wieder geöffnet. „Man merkt schon, dass da ein absolut eingespieltes Team auf der Baustelle wirkt“, sagte Witt. Da die Träger nicht einfach von oben herausgehievt werden konnten, wurden die schweren Bauten wie schon im alten Ägypten auf Ketten gelagert und seitlich zu den wartenden Kränen herausgeschoben. Maßarbeit.

Weitere den motorisierten Verkehrsteilnehmern vorbehaltenen Sperrungen, ober- wie unterhalb, wurden im frühen Tagesverlauf aufgehoben. Dass der Rückbau somit „ohne Komplikationen“ erfolgen konnte, ist also exklusive der Sperrbrecher und mit Blick auf die Einhaltung des Zeitplans zu verstehen.

In rund drei Wochen wird es wie angekündigt noch eine weitere, wohl verkürzte Sperrung geben – die letzte in diesem Jahr und fürs besagte Brückenteil. Dann sollen auch die letzten am Überbau verankerten Holzausfachungen entfernt, die künftigen Lärmschutz-Elemente herangebracht und die Brücke Stück für Stück auf ihre vorbestimmte „Arbeitshöhe“ herabgesenkt werden. Dass in der Zwischenzeit noch weitere Holzteile herabfallen könnten? „Nein, das ist bombensicher“, so Witt, „stellen Sie sich das wie ein Gerippe vor – die Verankerungen dafür sind im Überbau einbetoniert.“

Zumindest bis zur 41. Kalenderwoche. Danach gibt’s noch restliche Asphaltarbeiten oberhalb, die neue Verkehrslenkung – aber auch schon weitere vorbereitende Arbeiten für den im Frühjahr nach gleichem Muster folgenden Abriss und Neubau des Bauteils Nord: Widerlager werden freigegraben, Schutzeinrichtungen stufenweise abgebaut. „Ohne Pause“, sagt Witt. Man glaubt es ihm gern.


Viele weitere Fotos unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg