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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Radfahrer wollen raus aus totem Winkel

19.03.2018

Oldenburg Im Winter wird gedacht, im Sommer gefahren: Frei nach diesem Motto hat der ADFC Niedersachsen am Wochenende zu seiner Landesversammlung in die Jade Hochschule eingeladen. „Oldenburg bietet sich als Fahrradstadt mit einem Rad-Verkehrsanteil von 40 Prozent als Veranstaltungsort an“, erklärt ADFC-Landesvorsitzender Dieter Schulz. Als Gäste konnte er neben Oberbürgermeister Jürgen Krogmann auch Bernd Althusmann, niedersächsischer Wirtschafts-, Arbeits- und Verkehrsminister, begrüßen.

Der Konsens zwischen den Mitgliedern und den beiden Politikern ist schnell gefunden: Das Fahrrad liegt im Trend. Die Argumente sind wasserdicht: „umweltfreundliche Mobilität“, „hält fit“ und „platzsparender als der Pkw-Verkehr“, hört man aus dem Saal.

Dennoch ist das Auto im Vergleich zum Fahrrad in der Politik häufiger im Gespräch. Allein die Anzahl der Lobbys aus der Automobilbranche stellt das Zweirad häufig in den toten Winkel. In Oldenburg steht endlich die Zukunft des Fahrrads im Fokus: „Warum ist der Abbiegeassistent im Lkw keine Pflicht?“, „Warum gibt es außerorts keine Schutzstreifen?“, „Man sollte als Radfahrer auch bei Rot rechts abbiegen dürfen“, lauten einige Ansätze.

Video: Warum rechts abbiegende Lkw so gefährlich sind

Krogmann und Althusmann hören zu und gehen auf Wortbeiträge ein. „Die Lkw verfügen über Notbremsassistenten, diese dürfen aber ausgeschaltet werden. Darüber müssen wir nächste Woche in Brüssel sprechen“, lautet eine Antwort des gebürtigen Oldenburgers Althusmann.

das sagt der aDFC-Landes-Chef über Oldenburg

Dieter Schulz , Landesvorsitz des ADFC:

„Fahrradstraßen wie das Haarenufer sind ideal für den Alltagsverkehr.“

„Die Ampelsteuerung ist vorbildhaft: Durch den grünen Vorlauf der Ampelsignale für Radfahrer werden Unfälle verhindert.“

„Wärmebildkameras wie am Stau schenken den Radfahrern schnell grünes Licht.“

„Nicht konsequent genug ist es, dass gewerbliche Parkflächen nach wie vor zu hohe Priorität haben.“

„Eng wird es auf den Radwegen wie Am Damm zu den Schulstoßzeiten. Das Be- und Entladen von Fahrzeugen auf Radwegen sollte vor allem dann kontrolliert werden.“

Zielkonflikte bestehen dennoch. Man müsse oft mit gegebener Infrastruktur arbeiten, bemerkt Krogmann zur Raumproblematik. Und es gebe bei der Finanzierung „viele Baustellen – vor allem im Bereich Bildung und Betreuung. Mehr Haushaltsbudget wäre schön, aber die neue Landesregierung hat ja auch erst begonnen“, spricht der OB auch in Richtung des Ministers zu seiner Linken.

„Neben dem Straßenverkehr gibt es auch noch den Schienenverkehr, den ÖPNV. Wir können uns da nicht nur auf das Rad konzentrieren“, wägt Althusmann ab. „Schade“, schallt die Antwort des Auditoriums zurück.

Ziel des Ministers sei langfristig ein „kluges Gesamtkonzept“, welches analoge und digitale Infrastruktur verbindet. Der Dialog tariert visionäre Ziele und realistische Einschätzungen aus.

Im Alltag sind es aber auch die kleinen Freuden und Ärgernisse: ein geräumter Weg im Winter oder ein auf dem Radweg parkender Lieferwagen. Ein Appell an die Umsicht eines jeden Straßennutzers ist ein kleiner Anfang, der das Rad aber passend zum Frühling ins Rollen bringt.

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