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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Vermieterin will von Stadt 20.000 Euro für „zerstörte“ Wohnung

07.11.2018

Oldenburg Sauber, gepflegt und ohne Schäden seien ihre Wohnungen in der Rüthningstraße im September 2015 an die Stadt übergeben worden. Die habe dort eine Großfamilie unterbringen wollen. Völlig verdreckt und beschädigt habe sie sie Ende Oktober 2016 zurückbekommen, sagt Kirsten Ahlers. Sie machte zunächst Schäden in Höhe von rund 30 000 Euro geltend, die sie zwischenzeitlich auf 20 000 Euro reduzierte. Die Stadt bot zunächst 2500 Euro an und erhöhte die Summe – um Entgegenkommen zu zeigen, wie Pressesprecher Reinhard Schenke mitteilt – auf 4600 Euro. Der Fall liegt jetzt beim Amtsgericht. Ein Gütetermin ist gescheitert.

Die Stadt habe die Wohnung unrenoviert und auch unbefristet übernommen, betont Stadtsprecher Reinhard Schenke. Die erhobenen Forderungen halte die Stadt nach eingehender Prüfung für weit überzogen. Die Vermieterin habe schon nach drei Monaten die Miete um 42,85 Prozent erhöhen wollen (wegen eigener finanzieller Engpässe, wie Ahlers bestätigt), was die Stadt nicht akzeptiert. Der Mietvertrag wurde zum 31. Oktober 2016 aufgehoben.

Die Schadensliste der Vermieterin enthält mehr als 100 Posten. Darunter Nägel in der Wand, ein zurückgelassenes Paar Schuhe oder ein fehlender Badewannenverschluss. Aber auch ein zerbrochener Holzboden oder Malerei an den Wänden. Den Schaden, der durch einen Aufkleber auf dem Lichtschalter entstanden ist, beziffert sie mit 9,25 Euro. Verfärbungen unter dem Spülenschrank tragen 2891 Euro zur Gesamtsumme bei, ein Brandloch im Badewannenrand 2285 Euro. Außerdem wurden beide Wohnungen neu gestrichen, was gute 10 000 Euro kostete.

Die Übergabe war am 28. Oktober, die nächsten Mieter wollten zum 1. November einziehen. Kirsten Ahlers spricht von einem „umfangreichen“ Schadensprotokoll, das vor Ort aufgenommen worden sei, Reinhard Schenke von „einigen vorhandenen Beschädigungen“, die protokolliert worden seien.

So oder so, seien die nächsten Mieter notgedrungen in die noch nicht renovierte Wohnung eingezogen und hätten in der Folge mehrmals die Miete gemindert, sagt Ahlers. Mittlerweile sei die Wohnung wieder in gutem Zustand. Sie ist für die Renovierung in Vorkasse gegangen. Ob und wie viel sie von der Stadt zurückbekommt ist offen. „Der weitere Ausgang des Klageverfahrens bleibt abzuwarten“, schreibt Schenke.

Erstaunt ist Ahlers, dass die Flüchtlinge, anders als von der Stadt versprochen, offenbar nicht betreut worden seien. Als im Winter Wasser in der Therme gefehlt habe und deshalb die Heizung nicht ging, hätten die Flüchtlinge vor lauter Verzweiflung Hilfe bei den Nachbarn gesucht. Auch beim Auszug sei die Familie weitgehend auf sich alleine gestellt, beziehungsweise auf fremde Hilfe angewiesen gewesen. Eine Mitarbeiterin der Stadt habe ihr gesagt, die Stadt könne das bei der hohen Flüchtlingszahl gar nicht leisten. „Wir gehören zu den Städten in Niedersachsen, die sowohl Unterbringung als auch Integration von Geflüchteten sehr gut hinbekommen. Da können wir durchaus selbstbewusst sein“, sagt dazu Schenke, ohne auf den konkreten Fall einzugehen.

Katja Mielcarek
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103
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