• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Jobcenter bleibt Mietzahlungen schuldig

29.12.2017

Oldenburg Viele Vermieter können ein Lied singen von unregelmäßigen Zahlungen ihrer Mieter. Wenn der Mieter aber das Jobcenter der Bundesagentur für Arbeit ist, dürften die Unregelmäßigkeiten überschaubar sein, dachte ein Vermieter aus Dietzenbach (Hessen) und stellte syrischen Flüchtlingen eine 90-Quadratmeter-Wohnung in seinem Elternhaus in Osternburg zur Verfügung.

Doch die optimistische Erwartung erwies sich als vorschnell. Von Anfang an klappte die Mietüberweisung nicht. Mal war zu viel, dann aber deutlich zu wenig Geld eingegangen.

Ab Juni hatte der 64-Jährige die Wohnung über das Jobcenter in Oldenburg vermietet. Bei der ersten Mietzahlung seien 90 Euro zuviel überwiesen worden. Ende August hingegen seien für den Monat September nur 11,96 Euro eingegangen.

Ein Fax am 5. September („man hat leider keine Ansprechpartner im Jobcenter“) sei nicht beantwortet worden. Da die überbezahlten 90 Euro in den Folgemonaten ausgeblieben seien, gehe er aber davon aus, dass seine Nachricht angekommen sei, berichtet der Vermieter der NWZ.

In einem weiteren Fax am 22. September an die Geschäftsführerin des Jobcenters habe er darauf hingewiesen, dass die Kaution noch nicht eingegangen sei. An diesem Tag sei jedoch – ohne weitere Erklärung – der Restbetrag der Miete auf seinem Konto gelandet. Seine Frage nach der Kaution sei unbeantwortet geblieben.

In den Monaten Oktober und November schien sich die Lage zu stabilisieren; denn die vereinbarte Miete sei eingegangen. Doch die Freude dauerte nicht lange: „Im Dezember wurden 522,24 Euro überwiesen“, berichtet der Vermieter, der nach eigenen Angaben eine Miete in vierstelliger Höhe vereinbart hat. Der Mann ist stinksauer: „Schon allein die Tatsache, dass die Sicherheitsleistung nicht gezahlt wurde, ist ein Kündigungsgrund.“

Die syrische Familie habe zuletzt in einer 50-Quadratmeter-Wohnung gelebt, berichtet der Vermieter. Der vorherige Vermieter, der zur Familie freundschaftliche Kontakte halte, habe monatelang erfolglos eine größere Unterkunft gesucht. „Ich habe mich dafür entschlossen, die Wohnung an diese Familie zu geben, weil meine Mutter aus Ostpreußen vertrieben wurde und fünf Jahre in russischer Gefangenschaft war. Ich konnte mich gut in die Situation der Familie einfühlen.“

Eine Nachfrage der NWZ bei der Pressestelle des Jobcenters am 19. Dezember brachte in kürzester Zeit Bewegung in den Fall. Bereits am 20. Dezember traf eine Antwort in der Redaktion ein. Man habe sich die Zahlungen angesehen und Fehler erkannt, teilte eine Sprecherin der Arbeitsagentur mit. Der Restbetrag der Dezember-Miete und die Kaution seien heute angewiesen worden.

Der Vermieter ist rundum zufrieden: „Ich habe bereits vor Weihnachten einen Anruf aus dem Jobcenter erhalten; die Mitarbeiterin hat sich bei mir entschuldigt“, berichtet der Vermieter am 27. Dezember. Mittlerweile seien auch die Restmiete und die Kaution eingegangen. „Das hat wunderbar geklappt.“

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101