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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Marktmeister legt Messrad aus der Hand

30.11.2017

Oldenburg Das Messrad – mehr als ein Jahrzehnt lang sein wichtigstes Arbeitsutensil als Marktmeister der Stadt Oldenburg – hat Thomas Wenzel aus der Hand gelegt. Zum letzten Mal war er mit dem Vermessungsgerät Mitte November auf dem Schlossplatz und auf dem Rathausplatz unterwegs, um das Gelände für den Aufbau des Lamberti-Marktes vorzubereiten.

Damit ist nun Schluss: Nach zwölf Jahren gibt Thomas Wenzel sein Amt ab und wechselt aus dem Bürger- und Ordnungsamt zum Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau. Dort übernimmt der 49-Jährige zum 1. Dezember eine neu geschaffene Stelle in der Bereichsleitung im kaufmännischen Gebäudemanagement.

Wenzel freut sich auf die neue Aufgabe, blickt aber auf seinen alten Job, der ihm zur Herzensangelegenheit geworden war, mit Wehmut zurück: „Ich bin sehr gerne Marktmeister gewesen. Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge.“

Intensiv sei die Zusammenarbeit mit den Schaustellern und Marktbeschickern gewesen. Deren Sorgen und Nöte ist Wenzel stets mit Verständnis begegnet. Es galt, zu vermitteln, Kompromisse zu finden – aber manchmal auch hart zu bleiben und klare Ansagen zu machen.

Wenzel war in der Schaustellerszene höchst akzeptiert – nicht zuletzt deshalb, weil er bisweilen unkonventionelle Lösungen gefunden hat. So sind, um Fahrgeschäfte oder Buden unterzubringen und gefahrlos zu platzieren, auch schon mal kurzerhand Straßenlaternen abgebaut worden. „85 bis 90 Prozent sind planbar, der Rest ist Improvisation“, weiß Wenzel.

Das, was planbar ist, hat ihn – nach dem Motto „Nach dem Markt ist vor dem Markt“ – fast das ganze Arbeitsjahr über auf Trab gehalten. Der Kramermarkt, mit Abstand die arbeitsintensivste Veranstaltung, hat Wenzel von Anfang September bis Mitte Oktober mit Geländevorbereitung, Ausmessen, Aufbau, Spielzeit und Abbau in Beschlag genommen.

Anmeldefrist endet

Und am 30. November endet stets schon die Bewerbungsfrist fürs nächste Jahr. Rund 1000 Schausteller-Bewerbungen für die 250 bis 260 Plätze gehen ein, die allesamt gesichtet und bewertet werden müssen. Beim Lamberti-Markt sind es etwa 350 Bewerbungen für rund 120 Plätze.

Wem der Zuschlag erteilt wird und wer abgelehnt werden muss, darüber befindet eine vierköpfige Vergabekommission anhand detaillierter Kriterien. Alle Entscheidungen werden genau dokumentiert. Bewerber im selben Segment sammeln über einen Bewertungsbogen Punkte – bei Punktgleichheit entscheidet das Los in Anwesenheit der Konkurrenten.

Thomas Wenzel bedient sich dabei der gelben Kapseln aus Überraschungseiern, in denen die Namen der Bewerber verstaut werden. Es komme angesichts des hart umkämpften Marktes vor, dass Entscheidungen trotzdem vor dem Verwaltungsgericht angefochten werden – „wir haben jedoch noch kein Verfahren verloren“, so Wenzel.

Und auch auf eine andere „Null“-Statistik ist der scheidende Marktmeister stolz: „Es gab in meiner Zeit keine Unfälle mit Marktbesuchern.“ Zu Wenzels Aufgabengebiet gehörte auch die Betreuung der vier städtischen Wochenmärkte in Kreyenbrück und Bloherfelde, auf dem Rathausmarkt und dem Pferdemarkt.

Im Bemühen um ein attraktives, kundenorientiertes Angebot und einen vielfältigen Warenmix sieht er sich bestätigt: „Die Wochenmärkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Bei der jüngsten Besucherbefragung haben wir sehr positive Rückmeldungen erhalten.“

Positive Entwicklung

Die erfreuliche Entwicklung, die die Märkte unter Wenzels Regie genommen haben, will nun Kersten Mittwollen fortsetzen. Der neue Marktmeister ist aus dem Jobcenter ins Bürger- und Ordnungsamt gewechselt. Bei den Vorbereitungen für den diesjährigen Lamberti-Markt hat der 36-Jährige seinem Vorgänger und Axel Sieling, der weiter als Stellvertreter fungiert, bereits über die Schulter geschaut und erste Erfahrungen gesammelt.

Der gebürtige Oldenburger geht seine spannende Aufgabe mit großer Vorfreude an. Der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt ist seit 2008 bei der Stadt Oldenburg. Hier wurde er bisher im Fachdienst Unternehmensservice der Wirtschaftsförderung und in der Leistungsgewährung des Jobcenters eingesetzt. Davor war Kersten Mittwollen fünf Jahre beim Landkreis Ammerland tätig.

Wenn Thomas Wenzel künftig „privat“ die Oldenburger Märkte besucht, tut er das auch weiterhin mit den Augen eines Marktmeisters: „Ich werde schon noch darauf achten, wie die Geschäfte stehen, ob die Beleuchtung stimmungsvoll ist und ob die Deko einen guten Eindruck macht. Das kriegt man so schnell nicht mehr heraus.“

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