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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Arzt Aus Oldenburg Klärt Auf: Faktencheck – Stimmen Erste-Hilfe-Mythen?

22.08.2018

Oldenburg In Ärzte-Serien und in Spielfilmen werden aus Alltagsgegenständen Lebensretter: Mit einem Kugelschreiber wird der Luftröhrenschnitt gemacht, der Ast aus dem Wald wird zur Schiene für den Knochenbruch. Sind die Szenen absoluter Humbug oder steckt ein Funken Wahrheit drin? Die NWZ hat mit Dr. Thomas Henke gesprochen. Er ist Leitender Arzt im Zentrum für Notfallmedizin am Evangelischen Krankenhaus in Oldenburg.

1. Das Lied „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees gibt den Rhythmus für die Herz-Druck-Massage vor.

„Das wird in der Tat heute noch angewendet von einigen Kollegen, die haben das Lied im Ohr. Allerdings geben die neuen Wiederbelebungs-Richtlinien einen Rhythmus von 30 Mal drücken und zwei Mal beatmen vor, so dass man nicht mehr nach Melodie drückt, sondern einfach zählt“, sagt Notfallarzt Dr. Thomas Henke. Wer also das Lied im Ohr hat, macht prinzipiell nichts falsch – wenn er denn auch mitzählt.

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Dabei gilt: Drücken ist erstmals wichtiger als Beatmen. Kein Mythos ist dagegen, dass bei dieser Wiederbelebung auch Rippen brechen können. Davor müsse jedoch niemand Angst haben. „Leben retten geht natürlich vor. Denken Sie aber an ältere Patienten. Die haben schon eine etwas eingeschränkte Elastizität des knöchernen Skelettsystems, und da brechen die Rippen sehr häufig und sehr leicht,“ beruhigt der Experte diejenigen, die Angst haben, etwas falsch zu machen.

Fazit: Mehr oder weniger wahr

2. Knochenbrüche sofort schienen – etwa mit einem Ast aus dem Wald.

Keine gute Idee, sagt Dr. Thomas Henke. Denn es könnte eventuell Nerven oder Gefäße mit beschädigt sein. Das Bein sollte ruhig gestellt werden, bis der Rettungsdienst eintrifft. Der habe laut Henke die nötige Ausrüstung und die richtige Ausbildung, um einen Bruch fachmännisch zu versorgen. „Als Laie würde ich nicht versuchen, den Bruch gerade zu richten – das kann schief gehen.“

Fazit: Falsch

3. Einen Luftröhrenschnitt zur Not mit einem Kugelschreiber machen.

„Ich glaube das gehört in die Welt von James Bond“, sagt der Mediziner und lacht. Untersuchungen hätten gezeigt, dass ein Kugelschreiber keine normale Hautschicht durchdringen könnte: „Der ist einfach nicht scharf genug“, so der EV-Arzt. Als Tubus-Ersatz eignet sich der Kugelschreiber hingegen schon.„Eine Untersuchung hat gezeigt: Wenn man einen Hautschnitt macht und die Luftröhre sieht, kann es funktionieren Aber so, wie man es bei Macgyver oder beim Tatort gelernt hat, das funktioniert so nicht.“

Fazit: Falsch

4. Zecken lassen sich durch das Beträufeln mit Seife oder Öl leicht entfernen.

Davon rät Dr. Thomas Henke ab: „Wenn die Zecke Virusträger ist, kann es durchaus sein, dass man dadurch erst die Infektion provoziert.“ Denn durch das Beträufeln der Zecke mit Flüssigkeit werden die Atemwege der Zecke blockiert, sie bekommt Panik und erbricht sich in den Wirt. Und so können die gefährlichen FSME-Borreliose-Erreger in den Körper des Menschen gelangen. „Eine Zecke gehört entfernt, und zwar vollständig“, sagt der Notfallarzt. Dabei sei es laut Experte völlig egal, ob man den ungebetenen Gast mit einem Dreh nach links oder rechts entferne oder einfach nur zieht. Aber Vorsicht: Patienten würden die Zecke häufig am Hals entfernen, das Gebiss bleibt dann in der Haut. Deswegen rät Dr. Henke, mit einer Zecke immer zum Arzt zu gehen, um sie fachmännisch entfernen zu lassen.

Fazit: Falsch

5. Das Gift nach einem Schlangenbiss sollte aus der Wunde gesaugt werden.

Schlangenbisse sind in unseren Regionen sehr selten. Wenn es doch einmal passiert, hat das Saugen hat keine Wirkung, denn das Gift wirkt sofort systemisch, erläutert der Experte. Nach einem Biss landet das Gift sofort im Blutkreislauf. „Ein Schlangenbiss gehört sofort ärztlich behandelt. Wir halten hier Antiseren vor“, erläutert der Mediziner. Die Wunde sollte, sobald der Rettungsdienst alarmiert ist, gespült und sauber gemacht werden. Man solle, so der Arzt weiter, nicht versuchen die betroffene Stelle abzudrehen oder abzubinden - das bringt nichts.

Fazit: Falsch

Lesen Sie auch: (NWZ vom 21. August 2018) (NWZ vom 20. August 2018)

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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