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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Mit offenen Armen durch offene Türen

21.09.2017

Oldenburg Höflichkeit ist eine Zier – doch weiter kommt man ohne ihr? Na, von wegen! Dass gutes Benehmen nicht nur Türen, sondern eher ganze Tore zu öffnen vermag, haben die 50 jungen Leute aus verschiedenen Oldenburger Ausbildungsbetrieben ja sicher schon vor ihrem Seminar im NWZ-Medienhaus gewusst. Einem von ihnen sollte sein schier endlos klingelndes Handy am Mittwochnachmittag darüber hinaus aber auch die Augen geöffnet haben. Die Kollegen ertrugen’s mit peinlichst berührtem Schweigen...

Aber bitt’schön: Lässt sich Höflichkeit denn auch im fortgeschrittenen Alter überhaupt noch erlernen? Nun, sogar innerhalb von 90 Minuten, wie es Benimm-Trainerin Sabina Blecken auf höchst anschauliche Art und Weise gelang. Die Hamburgerin vermittelt Etikette und gute Umgangsformen an Menschen jeden Alters und jeder beruflichen Position. Nötig scheint das allemal – denn ein bisschen Anstand ist in diesen wilden Zeiten wichtiger denn je, soziale Kompetenz ja zudem nach wie vor eine berufliche Schlüsselqualifikation.

Womit wir wieder beim Anfang wären: Die Bildungsinitiative AZuBi (Arbeit Zukunft Bildung) hatte Betriebe, insbesondere deren Nachwuchskräfte, zur zweiten Veranstaltung in diesem Jahr geladen – einem Seminar, das sich nicht nur aufs grundsätzliche Miteinander, sondern auch auf den Umgang mit Kunden und Kollegen positiv auswirken soll.

Fallen gibt’s schließlich so viele! Erste Eindrücke nicht minder. Dumm nur, dass dies nicht allein für die andere Seite gilt – man selbst steht bei Aufeinandertreffen ja ebenso im Fokus des Gegenübers. Männer benötigten nur drei Sekunden für einen ersten Eindruck, so Blecken („Dies stammt noch aus der Jagdzeit – sie mussten schnell entscheiden, ob es sich um Freund oder Feind handelt“), Frauen hingegen derer sieben („sie dachten ja an die Fortpflanzung, deshalb schauten sie beim Gegenüber immer etwas genauer hin!“).

Ein bisschen Psychologie, ein Schuss Körpertraining, etwas Selbstverständnis und ganz viel Fokussierung: Blecken ließ keine Zweifel daran aufkommen, wie wichtig Details fürs große Ganze sind.

Da ist die aufrechte Sitzhaltung, eine freundliche Mimik, bewegte, aber nicht übermäßige Gestik, der gepflegte Bart, saubere Fingernägel und gut sitzende Kleidung. Zum Beispiel. Die Begrüßung im Stande (jawohl, von Mann wie Frau!) zählt dazu, ein ordentlicher Händedruck in gebührendem Abstand ganz genauso. „Wenn Sie aber einen Vielschüttler vor sich haben, müssen Sie da durch!“, so Blecken mit Verweis auf die Marotten des amerikanischen Präsidenten. Apropos: „Beide Daumen sollten dabei sichtbar sein, die Hände nicht eingedreht werden und auch bitte nicht von oben einschlagen!“

Wie funktioniert „Small-Talk“, welche Regeln sind gesellschaftlich anerkannt und gefordert? Und was sollte ich sonst noch beachten?

Nun, zu viel Parfum ist schlecht, zu viel Schweiß, Knoblauch oder Zigarettenrauch nicht minder. Ein „Okeli-Dokeli!“ zur Ansprache kommt weniger seriös daher, ein emotions- und mimikarmes „Hallo“ dürfte eine positive Kontaktaufnahme ebenso erschweren.

Will sagen: Beim ersten Eindruck sind nahezu alle Sinne gefordert: Sehen (so via Kleidung, Körpersprache, Pflege), Hören (An- und Sprache), Riechen und Fühlen (Händedruck). Bliebe noch der Geschmack – der aber sollte natürlich dem privaten Bereich überlassen bleiben ...

Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

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