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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Oldenburger Rat diskutiert heute umstrittene Wunderline

17.12.2018

Oldenburg Wenn an diesem Montag der Rat über die sogenannte Wunderline diskutiert (18 Uhr, PFL), geht es eigentlich nur um eine Absichtserklärung. Doch ein Teil der Ratsvertreter ist misstrauisch, ob der Ausbau der Strecke zwischen Bremen und Groningen nicht mehr Güterverkehr nach Oldenburg holt.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann müsse bei Gesprächen über die Wunderline jeden einzelnen Schritt eng abstimmen, fordert nicht nur die CDU-Fraktion. An diesem Montag geht es um die sogenannte Anschlussmodalität, also was Kommunen an der Strecke tun können, um die Nutzung der Wunderline zu erleichtern. Im Februar wollen betroffene Bürgermeister eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen.

Kritik der Bahn-Initiativen

Die Vereine IBO und Live, Interessenvertreter für Bahnanlieger, erwarten demgegenüber mehr Güterverkehr. „Live“ begrüßt zwar den Vorstoß der Niederländer vom Grundsatz her. Aber nur unter einer Bedingung: Bau einer Bahnumfahrung entlang der geplanten A  20. Oldenburgs Innenstadt bliebe bei einer Streckenführung entlang der neuen Autobahn ab etwa Jaderberg völlig von Güterverkehr verschont, wirbt Vorsitzender Armin Frühauf. Voraussetzung sei, dass die Gleise an der A 20 Richtung Nordosten weitergeführt werden.

„Sorgen unbegründet“

Der Projektleiter der Wunderline, Tjeerd Postma, kennt die Sorgen vor mehr Lärm. „Ich verstehe Leute, die das befürchten“, sagt der Niederländer im Gespräch mit der NWZ. Er halte die Sorge aber für unbegründet.

Dass die Wunderline nicht den Güterverkehr fördert, begründet Postma mit zwei Argumenten. Es sei richtig, dass zu Beginn des Projekts 2015 sowohl Potenziale für den Güter- als auch den Personenverkehr ausgelotet worden seien. Acht Millionen Euro habe Brüssel für diese Untersuchungen bereitgestellt. Die Studien des Büros TNO in Delft und Trimode in Freiburg/Breisgau hätten aber gezeigt, dass die Wunderline dem Güterverkehr nicht nutzt. „Daraufhin wurde mit Zustimmung der EU beschlossen, die Pläne weiterzuverfolgen, auch wenn sie nur dem Personenverkehr dient.“

Fahrzeit soll auf zwei Stunden sinken

Die Zugfahrt von Bremen nach Groningen dauert heute 2 Stunden 43 Minuten. Sie soll in zwei Stufen auf rund zwei Stunden sinken.

Etwa 20 Minuten sparen soll zum einen ein schneller Zug zwischen Groningen und Leer. Er könnte nach der Eröffnung der neuen Friesenbrücke, voraussichtlich 2024, verkehren.

Weitere 15 Minuten soll der Bau eines zweiten Gleises zwischen Augustfehn und Stickhausen-Velde bringen (geplant nach 2030).

In Leer umsteigen müssen Fahrgäste allerdings noch lange. Der Umstieg würde nur mit einer eigenen, neuen Verbindung Bremen – Groningen vermieden. Die Infrastrukturkosten würden sich auf 90 Millionen Euro für die deutsche Seite und 30 Millionen für die niederländische belaufen – ohne dass die Reisezeit sinkt.

Dass die Strecke über Groningen und Oldenburg Richtung Bremen für den Güterverkehr keine Rolle spielt, sieht Postma durch eine Beobachtung bestätigt. Der lange Ausfall der Friesenbrücke über die Ems in der Nähe der ostfriesischen Weener löse keinerlei Kritik seitens der Wirtschaft aus, „weder vom Hafen Rotterdam noch aus den Nord-Niederlanden“.

Bus ab Leer

Reisende nach Groningen nehmen derzeit den Zug von Oldenburg Richtung Norddeich/Mole und steigen in Leer bis zum Neubau der Friesenbrücke in einen Bus um. Täglich nutzen insgesamt etwa 11 000 Fahrgäste (Stand 2015) verschiedene Streckenabschnitte zwischen Groningen und Bremen. Bis zur Schließung der Friesenbrücke lag die Zahl der Reisenden an der Grenze bei etwa 800. Durch eine kürzere Reisezeit und bessere Anschlussverbindungen an den Bahnhöfen entlang der Strecke könne die Zahl auf etwa 2000 Fahrgäste pro Tag steigen, prognostiziert Postma.

Woher der Name Wunderline stammt, weiß Tjeert Postma auch nicht. Ursprünglich sei das Projekt Wiederline genannt worden. „Da die Strecke durch eine wunderschöne Region führe, so wurde mir gesagt, sei der Name Wunderline entstanden.“

Grafik zum Thema als PDF.

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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