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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Bahn will ab 2019 Ausbau der Stadtstrecke starten

28.08.2018

Oldenburg Die Bahn will 2019 mit dem Ausbau der Stadtstrecke beginnen. „Wir hoffen, dass das Eisenbahnbundesamt in diesem Jahr entscheidet, dann können wir beginnen“, sagte Projektleiter Frank Heuermann am Montag der NWZ. Dass mögliche Klagen den Baubeginn verzögern, erwartet er nicht. „Wir gehen davon aus, dass das Eisenbahnbundesamt sauber abwägt und der Beschluss keinen Ansatzpunkt für eine erfolgreiche Klage bietet.“ Er rechne auch nicht damit, dass das Bundesverwaltungsgericht den Sofortvollzug aufheben könnte und der Bau deshalb gestoppt werden müsste. „Unsere Juristen haben das geprüft und sehen dafür keine Anhaltspunkte.“

Abschluss 2022

Die Bahn will bis 2022 die Strecke elektrifizieren und den Unterbau erneuern. Der Abschnitt durch Oldenburg ist der letzte Teil der Ertüchtigung der Strecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven. Im Zuge des Baus des Jade-Weser-Ports war die Ertüchtigung der Hinterlandanbindung beschlossen worden.

kommentar

Leider zu

wenig geredet

Christoph Kiefer

Seit Jahren beschäftigen sich Bahn, Stadt und Anlieger mit dem Streckenausbau – aber sie reden leider vor allem übereinander statt miteinander. Mit wie vielen Zügen pro Tag ist zu rechnen, wie umfangreich ist der Schallschutz, den die Bahn gewährt? – zu grundsätzlichen Fragen gehen beide Seiten von völlig unterschiedlichen Informationen aus. Statt im Bahnausschuss im eigenen Saft zu schmoren, wäre ein Jour fixe mit Bahn-Mitarbeitern für Oldenburg hilfreicher gewesen. Doch der Zug ist abgefahren. Jetzt werden wohl die Gerichte das letzte Worte bekommen.

Die Pläne werden seit Jahren in Oldenburg von Protesten begleitet. Der Rat der Stadt hat einstimmig dem Bau einer Umfahrung den Vorrang gegeben. Hauptkritikpunkt: Die Bahn habe eine Alternative nie ernsthaft geprüft. Anlieger halten den Ausbau vor allem mit Blick auf Lärm und Risiken von Gefahrguttransporten für nicht hinnehmbar und wollen sich mit allen juristischen Mitteln wehren.

Die Bahn ist zu einem aus ihrer Sicht großzügigen Schallschutz bereit. Heuermann betont, die Neuberechnung der Schallschutzmaßnahmen 2017 bringe weitere 820 Gebäude in den Genuss von Schallschutz. „Die 280 Häuser, die durch die Nachberechnung herausgefallen wären, erhalten trotzdem weiterhin Schallschutz.“ Insgesamt rund 2300 Gebäude könnten nun durch spezielle Fenster oder ähnliches vor Lärm geschützt werden.

Zudem verweist Heuermann auf die rückläufige Zahl der Güterzüge, die auf der Strecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven erwartet würden. Die Zugzahl-Prognose des Bundes gehe nur noch von 39 Güterzügen am Tag im Jahr 2030 aus – bislang liegt der Wert bei 77. Im Widerspruch zu Meldungen der Landesregierung hatte sich der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann (CDU) bei einem Besuch in Oldenburg skeptisch zu den Chancen des Tiefseehafens geäußert.

Gabionen statt Alu

Sowohl beim Konzept für Zugunglücke als auch bei den Lärmschutzwänden habe sich die Bahn zu Zugeständnissen bereiterklärt, sagte Heuermann. So würden in den Schallschutzwänden statt einfacher Rettungstüren nun doppelte Türen vorgesehen. Die Stadt hatte darauf gedrungen, damit die Rettungskräfte im Notfall ungehindert Zugang zu den Gleisen haben. Auch die Zahl der Zugänge werde, wie von der Stadt gewünscht, erhöht. „Wo dies von den Örtlichkeiten her möglich ist, werden wir zusätzliche Türen vorsehen“, kündigte Heuermann an.

Die von der Stadt gewünschten Gabionen (Wände aus Steinkörben) anstelle der Aluminiumwände würden vor allem auf der nördlichen Hälfte vorgesehen, berichtete Teamleiterin Rebekka Stuhlmann. Die von der Stadt ebenfalls gewünschte transparente Gestaltung der Wände sei nicht generell möglich wegen der verminderten Schallschutzwirkung; transparente Elemente gebe es deshalb nur an einigen wenigen  Stellen. Die farbliche Gestaltung könne aber die Stadt festlegen.

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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