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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Kritik an Verwaltung: Wurden Unternehmer übergangen?

03.01.2018

Oldenburg Klaus Oetken und Carsten Heine sitzen im Büro des Entsorgungsunternehmens Heine an einem Tisch – nicht nur bildlich betrachtet. An der Wand hängen Pläne und Bilder. Sie zeigen ihr Quartier – den Stadthafen-Süd, der nach den Plänen der Stadt sein Gesicht bald grundlegend verändern wird. Rhein-Umschlag hat mit seinem Umzug zum Osthafen und Verkauf seines direkt an der Hunte gelegenen Grundstücks den Weg frei gemacht für eine Wohn- und Bürobebauung.

„Gegen die Schaffung von Wohnraum haben wir nichts“, betont Heine, „wohl aber gegen das Vorgehen der Verwaltung.“ Ein Abwägungsprozess zwischen Wohnen und Gewerbe habe nicht stattgefunden. Die Gewerbetreibenden dieses von der Hunte bis zur Stedinger Straße reichenden Gebiets fühlen sich nicht einbezogen in den Entscheidungsprozess.

Lesen Sie hier: So sehen die Pläne für den Stadthafen-Süd aus

„Wir haben kein Gehör gefunden, unsere Bedenken wurden abgebügelt, wir fühlen uns nicht berücksichtigt, alles wird in dieser Stadt der Schaffung von Wohnraum untergeordnet“, klagen Heine und Oetken. Letzterer ist Vermögensverwalter und Investor, hat am nördlichen Stadthafen selbst Mehrfamilienhäuser gebaut, braucht am südlichen Stadthafen aber auch Flächen fürs Gewerbe.

Die Rahmenplanentwicklung für das Gebiet nördlicher und südlicher Stadthafen datiert aus dem Jahr 1995. „Selbst das Werk von SMP –früher Peguform – steht rechtlich betrachtet in einem Gewerbegebiet und nicht, wie man vermuten könnte, in einem Industriegebiet“, verweist Heine aus seiner Sicht auf Mängel der Stadtplanung. Auch sein Unternehmen sowie Maco, Benefit oder Expert Bening befinden sich in diesem Gewerbegebiet.

Durch die Änderung des Flächennutzungsplanes für den Stadthafen-Süd bekommen die Gewerbetreibenden in dem neuen Wohn- und Mischgebiet plötzlich Nachbarn. „Das hat Folgen“, sagt Heine. „Wegen fehlender Abstände kann unser Gewerbegebiet nicht in ein Industriegebiet umgewandelt werden“, weiß er. Entlang der Rheinstraße entsteht den Plänen zufolge in der Neubebauung ein an einigen Stellen äußerst schmales Mischgebiet, hinter dem sich Richtung Hunte/Stadthafen das Wohngebiet anschließt. „Mit unseren Gewerbetreibenden ist nicht gesprochen worden, wir wurden bei den Planungen nicht berücksichtigt“, merken Heine und Oetken an.

Und überhaupt – die geplanten Kleinstwohnungen stellen aus seiner Sicht keine – wie von der Verwaltung angekündigt – Urbanität her, im Gegenteil. Für die 350 Wohneinheiten stünden zudem nur 200 Stellplätze für Autos zur Verfügung.

Überhaupt sei die wachsende Verkehrsdichte ein Problem für die Gewerbeunternehmen, die „just in time“ von Lastwagen angefahren und beliefert werden. Das bedeutet, dass die benötigten Waren beziehungsweise Montageteile dann angeliefert werden, wenn sie benötigt werden. „Vor SMP warten oftmals Laster auf ihre Entladung“, hat Heine beobachtet. Sie würden zu Spitzenzeiten viel Parkraum benötigen. Parkraum, der durch die Wohnbebauung knapper werden dürfte.

Zwischen Gewerbe und Wohnen wird es zu Konflikten kommen, prognostizieren die beiden Unternehmer. „Theoretisch dürfen wir auch Schrott verladen“, betont Heine, „und das macht eine Menge Lärm.“ Auch andere Emissionen aus dem Gewerbegebiet werden die Hausbewohner und Mitarbeiter in den Büros belasten, meint er.

Oetken ist zudem die Bebauung zu überdimensioniert. Im nördlichen Stadthafen sind die Häuser 13 Meter hoch und zwischen ihnen gibt es einen Abstand von 26 Metern. „Im Süden sind 20 Meter hohe Häuser geplant, der Abstand beträgt ebenfalls 26 Meter“, sagt er. Dadurch würden dunkle Innenhöfe entstehen.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104
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