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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Seit wann ist die Gefahr durch Insektengift bekannt?

21.08.2018

Oldenburg /Bonn Die Belastung von Dachstühlen der sogenannten englischen Siedlung in Alexandersfeld mit dem giftigen Holzschutzmittel Lindan ist möglicherweise schon seit Jahren bekannt. Diesen Vorwurf erheben Architekten, die mit der Eigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), zusammenarbeiten.

Bereits seit vier Jahren weise man die Bima darauf hin, dass die Dachstühle untersucht werden müssen, erklärte das Büro gegenüber der NWZ. Zuletzt habe die Vertreterin der Firma Treureal, die Hausverwaltung, bei einer gemeinsamen Begehung eine solche Untersuchung für überflüssig gehalten.

Die Architekten erklären weiter, die Probleme mit dem giftigen Schutzmittel Lindan seien der Bima „seit mehr als zehn Jahren“ durch Untersuchungen in anderen Siedlungen bekannt. Im Zuge von regelmäßigen Tests hätten Dachgeschosse schon „vor Jahren“ auf Lindan untersucht werden müssen.

Vergangene Woche war ein Gutachten bekannt geworden, das eine hohe Lindan-Belastung von Dachstühlen feststellt. Ende April hatte der Gutachter in neun Dachstühlen Holzproben genommen, in denen ein Labor zum Teil extrem hohe Lindanbelastungen nachwies. Der Gutachter hatte empfohlen, die Dachböden nicht mehr zu betreten. Über dieses Gutachten hatte die Bima die Mieter nicht informiert.

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Am vergangenen Freitag erhielten die Bewohner der Siedlung ein Anschreiben der Bima. Diese teilte mit, eine „normale Nutzung der Dachböden“ sei möglich. Eine dauerhafte Nutzung sei jedoch zu vermeiden. Die Bodentüre solle geschlossen bleiben, und Gegenstände sollten zunächst auf dem Dachboden verbleiben.

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Die Wogen gehen hoch beim Thema Gift-Belastung auf Dachstühlen in Alexandersfeld. Das ist verständlich angesichts der Gesundheitsgefahren, die von dem Holzschutzmittel ausgehen.

Verschärfend kommen allerdings zwei weitere Umstände hinzu: Erstens gibt es eine lange Liste schlechter Erfahrungen, die Mieter mit der Bima oder ihrer Verwaltungsgesellschaft gesammelt haben. Zum Beispiel bei den Nebenkostenabrechnungen.

Zum anderen ist der Gesprächsfaden gerissen. Nicht nur Mieter, sondern auch politische Mandatsträger erhalten schleppend Auskunft auf Fragen. Bei der Kommunikation scheint einiges im Argen zu liegen.

„Unser Auftrag ist die moderne und effiziente Betreuung unserer Kunden“, heißt es im Unternehmensleitbild der Bima. Gemessen an den Erfahrungen Oldenburger Kunden ist bei der Erfüllung dieses Anspruchs deutlich Luft nach oben.

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Die Mieter äußerten sich am Montag unzufrieden mit der Mitteilung. „Das reicht überhaupt nicht aus“, kritisierte Dirk Jahn, Sprecher der Interessengemeinschaft der Anlieger. Die Anlieger sind verärgert über die Bima, da „ständig etwas versprochen, aber dann nicht eingehalten wird.“ Nach Ansicht der Mieter muss die Bima die Dachstühle umgehend fachgerecht sanieren lassen und für die Gegenstände („sind unbrauchbar oder nur unter hohen Kosten zu reinigen“) Schadenersatz zahlen.

Ein Sprecher der Bundesanstalt, die ihre Zentrale in Bonn hat, teilte am Montag der NWZ mit, die Bima habe einen weiteren Fachmann beauftragt. Das Gutachten werden klären, welche weiteren Untersuchungen und welche weiteren Sofortmaßnahmen einzuleiten seien. Ergebnisse würden auf einer Mieterversammlung präsentiert. Die Mieter erhielten in den nächsten Tagen eine Einladung. Sie könnten sich bei Fragen an die Bima wenden (FM-Koordination-Magdeburg@bundesimmobilien.de). Die Bima hatte vergangene Woche angekündigt, umfassend für Aufklärung zu sorgen.

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101
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