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Aktualisiert vor 29 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Diesen BLB-Neubau will die Stadt verhindern

21.10.2017

Oldenburg Die Stadt legt die Daumenschrauben an: Mit dem einstimmig im Bauausschuss beschlossenen Aufstellungsbeschluss zur Änderung der Bebauungspläne für das Marktcarré zwischen Marktplatz, Langer Straße und südlicher Baumgartenstraße wird die Bremer Landesbank gezwungen, ihre umstrittenen Baupläne zu überarbeiten.

Zuvor hatten Jürgen Elbin, Benjamin de Beisac und Dr. Vogelsang die modifizierten Baupläne vorgestellt. Modifiziert dahingehend, dass die Fassade des von einer Jury ausgewählten Siegerentwurfs nun durch hellen Klinker eine etwas abgetöntere Anmutung hat und eine Häusertrennung angedeutet wird. Ausschussvorsitzender Ulf Prange (SPD) war entsetzt. Von der überarbeiteten Planung hatte er sich mehr erwartet. Das Gebäude wirke immer noch wie ein Klotz. Christiane Ratjen-Damerau (FDP) fragte laut in die Runde, ob der Architekt überhaupt auf dem Marktplatz gewesen sei oder ob der Entwurf von der Stange käme. Da könne man besser den jetzigen Zustand erhalten. Zudem sei der Abriss und eine drei bis vier Jahre andauernde Bauzeit unzumutbar.

kommentar

Mehr Respekt

verdient

Wer zahlt, bestimmt die Musik, heißt es. Der Auftritt der BLB-Vertreter im Bauausschuss nach Gutsherrenart lässt sich damit aber nicht legitimieren. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Bank tief in die Roten Zahlen gerutscht ist und von der Norddeutschen Landesbank übernommen werden musste. Die Bremer jonglieren nun mit Millionen, die der Nord LB gehören.

Die BLB ist nur noch eine Hülle, eine Marke sozusagen, hinter der die Nord LB steckt. Da wäre etwas mehr Respekt vor einem demokratischen Entscheidungsprozess angesagt, wenn Oldenburgs Politik, Verwaltung und vor allem die Bürgerinnen und Bürger erklären, was sie von den Neubauplänen halten – nämlich nichts.

Es ist ein hohes Ross, auf dem die Bremer da sitzen. Die Änderung des Bebauungsplans ist ein wirksames Mittel, die Banker auf den Boden der Tatsachen zu holen. Der Marktplatz ist die gute Stube der Stadt. Die Bebauung muss sich optisch einfügen. Oder um es mit den Worten des Oberbürgermeisters zu sagen: „Diesem Gebäude fehlt die Demut, mit dem Platz umzugehen.“

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Hans-Henning Adler (Linke) monierte, der vorliegende Entwurf nehme keine Rücksicht auf die unter Denkmalschutz stehenden umliegenden Gebäude. Auch Olaf Klaukien (CDU) vermisste eine echte Überarbeitung der Pläne. Im Architektenwettbewerb seien vielversprechendere Entwürfe vorgestellt worden. Gleicher Meinung ist auch Sebastian Beer (Grüne), der von einem Schockerlebnis und schlechtem Scherz sprach. An den jetzigen Anblick der Häuserfront habe man sich gewöhnt, der sei allemal besser als das von den Bremern präsentierte Projekt.

Jürgen Elbin, Chef der BLB Immobilien GmbH, erklärte, die Bank habe die bestehenden Gebäude zunächst nur umbauen wollen, dann habe die Stadtverwaltung nach einem Neubau gefragt. Die BLB wollte das Projekt in einem diskutablen Verfahren planen, die Verwaltung habe aber auf einen Wettbewerb bestanden. Sechs Architekten seien gemeinsam mit Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Stadtbaurätin Gabriele Nießen ausgesucht worden. Eine achtköpfig Jury habe die Entwürfe bewertet. Nun sei man mit deren Entscheidung nicht zufrieden, das sei unverständlich und enttäuschend. 160 000 Euro habe das Verfahren gekostet. „Haben die in der NWZ veröffentlichten Leserbriefe mehr Gewicht als die Entscheidung der Jury?“ fragte Elbin.

Für Stadtbaurätin Gabriele Nießen eine unverständliche Frage, zumal in der achtköpfigen Jury nur sie und Stadtplanungsamtsleiterin Elke Wicherts als Oldenburger stimmberechtigt gewesen seien. Olaf Klaukien (CDU) und Ulf Prange (SPD) seien z.B. nur beratende Mitglieder gewesen. Gleichwohl hätte man gemeinsam vor dem aus Oldenburger Sicht überdimensionierten Entwurf gewarnt. Der Gewinner habe nun laut Elbin ein Auftragsversprechen für einen Neubau.

Klaukien entgegnete, eine Jury sei kein demokratisches Forum. „Die Legitimation, Baupolitik zu betreiben, hat nur der Rat.“ 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung trügen das Projekt nicht mit. Diese Einschätzung teilte Prange, der in seinem Landtagswahlkampf nicht eine Stimme vernommen hatte, die das Bauprojekt positiv aufnahm.

Die Bremer Banker fühlen sich nun unfair behandelt, wie deren Jurist Vogelsang dem Ausschuss erklärte. Man habe etwas Positives für die Stadt in Angriff nehmen wollen. „Und sind dem Auftrag mit viel Herzblut nachgekommen“, ergänzte Elbin.

Im Falle einer Änderung des Bebauungsplanes drohten nun Regressforderungen, meinte Vogelsang. Eine rechtliche Einschätzung, die Stadtbaurätin Nießen so nicht teilen wollte.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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