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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

In Oldenburg werden die Dächer grüner

10.05.2019

Oldenburg Es gibt Situationen, in denen ist ein Dach nicht mehr als Dach zu erkennen – vor allem wenn man es aus der Vogelperspektive betrachtet. Immer häufiger entschließen sich Unternehmen aber auch Privatpersonen dafür, ihre Hausdächer zu begrünen.

Die NWZ hat sich in Oldenburg auf die Suche nach den grünen Dächern gemacht. Experten und Eigentümer berichten, welche Erfahrungen sie gemacht haben, und ob es sich lohnt, ein solches Dach anzulegen.

„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Dach zu begrünen“, sagt Lutz Haferkamp, Geschäftsführer des Unternehmens für Garten- und Landschaftsbau „Udo Ramien“ aus Oldenburg bei einem Treffen mit der NWZ. Man unterscheide dabei zwei Formen: die intensive und die extensive Begrünung.

Intensive Begrünung

„Intensive Begrünung bedeutet intensive Bepflanzung aber auch intensive Pflege“, sagt Haferkamp. Denn dabei sei fast alles möglich. Man könne von Gräsern, Blumen, Büschen und Hecken bis hin zu Bäumen nahezu alles anpflanzen, so wie man es zum Beispiel im Neubaugebiet am Hafen gemacht habe.

„Auf den ersten Blick erkennt man gar nicht, dass diese Fläche hier ein Dach ist“, sagt Haferkamp und deutet auf einen Innenhof in dem Baugebiet. „Das ist das Dach einer Tiefgarage die sich zwischen zwei Gebäuden befindet. Das Dach ist so konstruiert, dass es intensiv bepflanzt werden kann, hier wachsen sogar Obstbäume.“

Die intensiv begrünten Dächer werden häufig als Garten gestaltet. Für Menschen, die in den Städten leben, sind sie die Alternative zu einem eigenen Garten vor der Haustür.

Bei der Realisierung eines solchen Dachgartens sei jedoch einiges zu beachten, sagt Haferkamp. Denn Voraussetzung für ein grünes Dach sei vor allem die ausreichende Statik des Gebäudes und die Möglichkeit der Entwässerung. „Das Dach muss die Abdichtung, Drainageplatten, eine Vliesschicht und das Substrat, auf dem die Pflanzen wachsen, tragen können.“ Zusätzliches Gewicht würden die Pflanzen und das im Substrat angereicherte Regenwasser ausüben.

Extensive Begrünung

Im Vergleich ehr schlicht gestaltet sind dagegen die Dächer mit extensiver Bepflanzung. „Dabei werden vor allem Moose und Gräser und Stauden verwendet“, beschreibt Haferkamp. Der Sinn bei dieser Form der Dachbegrünung liege nicht in der Schaffung einer grünen Nutzfläche für den Menschen.

„Solche Dächer werden in den meisten Fällen angelegt, weil sie Regenwasser speichern und eine Isolationsfunktion haben. Die wirken fast wie eine Klimaanlage, weil sie durch die Verdunstung von Regenwasser im Sommer kühlen und im Winter vor der Kälte schützen“, erklärt Haferkamp.

Der Garten- und Landschaftsbauer begrüßt die Entwicklung hin zu mehr grünen Dächern, die den Kunden in der günstigsten Form etwa 40 bis 90 Euro pro Quadratmeter kosten. „Das ist abhängig von der Fläche und der jeweiligen Höhe des Daches.“

Das größte Gründach?

Zwei der größten und vielleicht auch der ältesten begrünten Dächer kann man beim Unternehmen Verkehr und Wasser GmbH Oldenburg (VWG) finden. Sowohl die Wagenhalle als auch die Werkstatt mit Flachdach im Stadtteil Etzhorn sind begrünt.

„Das war damals eine ganz bewusste Entscheidung“, berichtet Prokurist Morell Predoehl. Das Unternehmen habe bereits bei der Planung des Baus erkannt, dass für die Errichtung des Betriebshofes für die Busflotte (mittlerweile mehr als 100) eine sehr große Fläche versiegelt werden müsse.

„Deshalb gab es Überlegungen, wie man den Anteil der versiegelten Fläche minimieren kann. Denn als Wasserversorger ist es für uns wichtig, den Anteil solcher Flächen möglichst klein zu halten. Dabei kam die Idee mit den bewachsenen Dächern“, erzählt Predoehl.

Das über die beiden Dächer mit einer Gesamtfläche von 8000 Quadratmetern gesammelte Regenwasser wird, sofern es die Pflanzen nicht verbrauchen, über 26 Abläufe in unterirdische Tanks geleitet und sogar mehrfach zur Reinigung der Busflotte genutzt. So kämen pro Jahr zwischen 4000 und 5000 Kubikmeter Wasser zusammen. „Unser Waschwasser ist zu einem großen Teil das gesammelte Regenwasser“, erklärt der Prokurist.

Das Dach selbst sei absolut pflegeleicht. „Wir müssen da nur etwa zwei Mal im Jahr rauf, um Pflanzen zu entfernen, die da nicht wachsen sollen“, so Predoehl.

Und eine weitere erfreuliche Nachricht hat der Prokurist auch noch: Mittlerweile sei die VWG nicht mehr der einzige Nutzer des Daches. „Seit einigen Jahren brüten da auch Vögel, die jedes Jahr wiederkommen.“

Positive Effekte erkannt

Auch die Stadt Oldenburg hat die positiven Effekte der grünen Dächer erkannt. „Wir als Stadt begrüßen Dachbegrünungen. Gründächer tragen zur Verbesserung des Stadtklimas bei und bieten Pflanzen und Tieren zusätzlichen Lebensraum. Darüber hinaus werden Niederschläge zu einem großen Teil gebunden oder verzögert abgegeben. Bei Starkregen kann der Spitzenabfluss deutlich reduziert und das kommunale Entwässerungssystem entlastet werden“, berichtet Stephan Onnen, Sprecher der Stadtverwaltung.

Mehr grüne Dächer

Um die Verbreitung der grünen Dächer zu fördern, hat die Stadt in Kooperation mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband ein Gründachkataster für Oldenburg in Auftrag gegeben. Daraus geht hervor, welche Dächer im Stadtgebiet sich für eine Begrünung eignen (siehe Infobox).

Wo sind grüne Dächer möglich?

Der Oldenburgisch Ostfriesische Wasserverband (OOWV) bietet im Internet eine Übersicht, welche Dächer in Oldenburg sich für eine Begrünung eignen.

In einer weiteren Übersicht werden die wichtigsten Fragen zum Thema Gründach beantwortet. Themen sind dabei Statik, Kosten, die Eignung eines Daches zur Bepflanzung und die parallele Nutzung einer Photovoltaikanlage.

Zudem gibt es Tipps, wie man in sechs Schritten sein eigenes Gründach realisieren kann.

Komplettiert werden die Informationen durch eine Sammlung weiterführender Links zum Thema.

    www.mein-gruendach.de/oowv

„Die Dachbegrünung gewinnt heute im Zusammenhang mit Klimaschutz und Klimaanpassung eine ganz neue Bedeutung“, so Onnen weiter. Denn die grünen Dächer hätten durch die Wasserverdunstung einen kühlenden Effekt und könnten auch Staub aus der Luft binden.

Wie Onnen weiter mitteilt, gibt es zehn Gebäude der Stadt, die zum Teil extensiv begrünte Dächer haben, deren Pflanzenauswahl insektenfreundlich gestaltet ist.


Lesen sie auch unser Spezial:   www.nwzonline.de/insketenjahr 
Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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