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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Wann die Luft am Heiligengeistwall am dicksten ist

22.02.2018

Oldenburg Sowohl Autofahrer als auch kommunale Entscheider schauen an diesem Donnerstag nach Leipzig. Vor dem Bundesverwaltungsgericht wird dort über Diesel-Fahrverbote in Stuttgart und Düsseldorf verhandelt. Ein Urteil noch am selben Tag ist möglich. Das Grundsatzurteil wird auch in Oldenburg mit Spannung erwartet.

Denn auch hier ist die Diskussion über Grüne und Blaue Umweltzonen, die Teile der Autofahrer aus der Innenstadt aussperren würden, in vollem Gange. Grund dafür sind die Ergebnisse der Messstation am Heiligengeistwall.

Warum dieser Standort?

Bis Ende 2012 stand der Messcontainer des zuständigen Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen (LÜN) in Hildesheim an der Nadorster Straße. Hier wurde der geforderte Grenzwert in der Regel eingehalten. Über Passivsammler wurde allerdings festgestellt, dass die Luftbelastung am Heiligengeistwall deutlich höher ist. „Wir sind angehalten, an Standorten mit der höchsten Belastung zu messen“, erklärt Dr. Andreas Hainsch, Leiter des LÜN, auf Anfrage der NWZ über die Vorgaben der EU.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass Veränderungen am Heiliggeistwall, wie Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuge, Einbahnregelung oder Komplettsperrung nicht automatisch die Schadstoffwerte unter die geforderte Grenze drücken. Eine Schadstoffzunahme an anderer Stelle durch Verkehrsverlagerungen wäre denkbar. „Wir müssten dann auch prüfen, ob die Station an eine andere Stelle versetzt werden müsste“, so Hainsch.

Was wird gemessen?

Die Oldenburger Station misst Werte wie Feinstaub, Temperatur oder Regendauer. Entscheidend für die Diesel-Diskussion sind die Werte für Stickstoffdioxid. Er darf laut einer EU-Richtlinie im Jahresmittel den Wert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten.

Oldenburg lag 2016 mit durchschnittlich 50 Mikrogramm deutlich darüber. Im vergangenen Jahr lag der Wert bei 49. Ob die Senkung allerdings auf städtischen Maßnahmen beruht, wie der Modernisierung der Busflotte, ist fraglich.

Denn auch die äußeren Bedingungen spielen eine Rolle, erklärt Hainsch. „2017 hatten wir eine verregnete zweite Jahreshälfte“, sagt er. Das führte dazu, dass die Luft häufig sozusagen ausgewaschen wurde. Auch die vergleichsweise kurze Sonnenscheindauer sei ein Faktor, dass weniger Stickstoffdioxid gebildet worden sei.

Wie sehen die Monatsverläufe aus?

Die tagesaktuellen Messwerte des LÜN sind über die Internetseite des niedersächsischen Umweltministeriums öffentlich einsehbar. Eine typische Verlaufskurve gibt es nicht, da zum Beispiel auch Wind, Regen und Sonne Einfluss auf den Stickstoffdioxid-Wert nehmen. Der 24. Januar, ein Mittwoch, war zum Beispiel ein recht windiger Tag, an dem die Schadstoffe mehr verteilt wurden und der Wert dadurch niedrig war.

Grafik: Stickstoffdioxid-Messwerte am Heiligengeistwall

Dennoch lässt sich der Einfluss des Verkehrs erkennen. So haben oftmals Sonntage (in der Grafik zum Beispiel 28. Januar sowie 4. und 11. Februar) niedrige Tagesmittelwerte. „60 bis 70 Prozent der Stickstoffdioxid-Belastung kommen durch den Verkehr an der Messstation“, sagt Hainsch.

Wie sehen die Tagesverläufe aus

Kein Tag ist repräsentativ. Dennoch sind die Zusammenhänge zum Verkehrsaufkommen zu erkennen. So war am Sonntag, 11. Februar, sowohl auf den Straßen als auch bei den Messwerten wenig los. Dafür sind an den Tagen darauf klar die Stoßzeiten des Berufsverkehrs an den steigenden Werten morgens und abends zu erkennen.


  Die tagesaktuellen Messwerte können Sie abfragen unter   www.bit.ly/nwz-lün 
Patrick Buck
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

Weitere Nachrichten:

BVerwG | EU | Umweltministerium

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