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46 Millionen Euro für „Seute Deern“
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Aktualisiert vor 8 Minuten.

Bremerhavener Wahrzeichen
46 Millionen Euro für „Seute Deern“

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Saubere Luft ist ein teures Vergnügen

27.01.2018

Oldenburg Eine mögliche grüne Umweltzone in Oldenburg ist umstritten, sie führte zu heftigen Diskussionen bei der Sitzung des Rats, der sie auf den Weg brachte. Der Maßnahmenkatalog, den die Stadt mit dem Ziel einer Verbesserung der Luftqualität vorschlug, war allerdings noch deutlich länger. Er war unstrittig und hätte eine breite Mehrheit für die Fortschreibung des Luftreinhalteplans (LRP) gebracht – wäre die Umweltzone ausgeklammert worden.

Grundlage bleibt nun weiterhin das ursprüngliche Maßnahmenpaket. Es enthält das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept, den Strategieplan Mobilität und Verkehr sowie das Stadtentwicklungsprogramm Step2025. Ein weiterer Punkt ist die Fortsetzung der Modernisierung der Busflotte. Zudem gibt es ganz einfache Maßnahmen, wie die Reduzierung der Reinigungshäufigkeit am Wallring durch die großen Kehrmaschinen von zweimal auf lediglich einmal pro Woche. Die weiteren Punkte sind allerdings nicht für umsonst zu haben und können wohl nur vorbehaltlich der vom Bund angekündigten Förderung umgesetzt werden. Folgende Maßnahmen sind im Entwurf des LRP aufgeführt:

Verkehrszählung

Da die hohen Stickstoffdioxid-Belastung am Heiligengeistwall im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen der Verwaltung zu hoch erscheint, will sie herausfinden, ob andere Bereiche im Stadtgebiet Einfluss auf die Messung nehmen. Geplant ist der Aufbau eines stadtweiten Systems zur Verkehrserfassung und -klassifizierung mit 14 Messpunkten.

An den Messstellen sollen die Fahrzeuge demnach auch individuell erfasst werden können, zum Beispiel über Bluetooth, um den Fahrtverlauf nachzuvollziehen. So könnten zum Beispiel durchfahrende Fahrzeuge identifiziert werden. Verkehrsverlagerungen durch Maßnahmen am Heiligengeistwall könnten so ebenfalls erkannt werden. Ebenso sei die Erfassung des Radverkehrs möglich, heißt es.

Bei dieser Idee stellt sich natürlich die Frage nach dem Datenschutz. „Bei der genauen Ausgestaltung des Zählsystems sind wir noch in der Planungsphase, werden die Anforderungen des Datenschutzes aber selbstverständlich berücksichtigen“, sagt dazu Stadtsprecher Reinhard Schenke auf Nachfrage der NWZ. Kosten: 150.000 Euro

Mehr moderne Busse

Die ohnehin bereits ausschließlich aus Erdgasbussen bestehende Busflotte der VWG soll schneller als bislang vorgesehen modernisiert werden. Anstelle von derzeit zehn Fahrzeugen pro Jahr ist daran gedacht, 20 Fahrzeuge jährlich auszutauschen. Ziel ist die komplette Abwicklung des öffentlichen Nahverkehrs mit Euro-VI-Erdgasbussen am Ende des Jahres 2020.

Stadtbaurätin Gabriele Nießen kündigte im Rat zudem an, auch mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann in Kontakt zu stehen, um den Vorgang durch weitere Förderungen noch mehr zu beschleunigen. Kosten: 10,8 Millionen Euro

Parkplatz-App

Mit der Entwicklung und Bereitstellung einer Parkplatz-App fürs Smartphone könne vergleichsweise kurzfristig und mit geringem Aufwand der Parksuchverkehr reduziert werden. Kosten: 50.000 Euro

Logistikkonzept

Einrichtung einer innerstädtischen Umschlagbasis, wobei als Weiterbeförderungsmittel entsprechende Lastenräder eingesetzt werden sollen. Kosten: 510.000 Euro

Fahrradstellplätze

Zur weiteren Steigerung der Attraktivität der Verkehrsmittels Fahrrad und E-Bike sollen qualitativ hochwertige Abstellanlagen geschaffen werden. Kosten: 150.000 Euro

Elektrobus

Vorgeschlagen ist die Anschaffung und der Probebetrieb eines Elektrobusses. Kosten: 750.000 Euro

Elektro-Taxen

Die Stadt möchte Anreize für die Anschaffung von elektrisch angetriebenen Taxen und Fahrschulfahrzeugen geben. Möglich machen könnte dies ein Umstellungszuschuss, der bei zeitgleicher, nachgewiesener Ausmusterung eines Dieselfahrzeugs bewilligt wird. Vorgeschlagen ist zunächst ein Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren, in denen von jeder Fahrzeugart jeweils zehn Anschaffungen jährlich mit 6000 Euro gefördert werden. Kosten: 360.000 Euro

Städtische Fahrzeuge

Geplant sind der Ersatz der überwiegend erdgasbetriebenen Autos durch E-Fahrzeuge sowie die Einrichtung eines Pools von Dienst-Pedelecs. Auch bei Kolonnenfahrzeugen sollen, soweit verfügbar, auf elektrischen Antrieb oder auf die emissionärmere Euro-IV-Klasse gesetzt werden. Bei schweren Fahrzeugen, wie bei der Müllabfuhr, ist die Verwendung von emissionsärmerem Gas-to-liquid-Diesel angedacht. Kosten für drei Jahre: eine Million Euro

Mehr Nahverkehr

Im Plan aufgeführt ist die externe Erstellung eines Park-and-Ride-Konzeptes und eine zugehörige Marketing-Strategie. Ein weiterer Punkt ist die Realisierung eines Einstiegsprojekts für Park-and-Ride an der östlichen Stadtgrenze, wobei Kosten für Grunderwerb, Planung, Bau, Ausstattung und die Betrieb anfallen. Anschließend sollen der Aufbau weiterer Park-and-Ride-Anlagen und die Taktverstärkung im Linienverkehr zwischen Stadt und Umland erfolgen. Kosten: knapp 1,6 Millionen Euro

Ladestationen

Um die Stadt attraktiver für Elektrofahrzeuge zu machen, soll die Ladeinfrastruktur verbessert werden. Möglich könnten das 20 sogenannten „Wallboxen“ an oder in städtischen Gebäuden machen, zum Beispiel im Parkhaus am ZOB. Kosten: 200.000 Euro

Mobilitätsverbund

Weiterhin vorgeschlagen ist die Konzeptionierung eines Verbundes der „umweltfreundlichen“ Verkehrsträger inklusive der Entwicklung eines Buchungssystems sowie entsprechender Marketingstrategien für eine „Oldenburger Mobilitätskarte“. Damit verbunden sind weitere Maßnahmen wie die Einrichtung eines öffentlichen Fahrrad- und Pedelecverleihs, der Aufbau einer Lade- und Gepäckinfrastruktur mit Einrichtung eines „Fahrradzentrums“ im Nahbereich der bestehenden Mobilitätszentrale in der Oldenburger Innenstadt sowie die Verknüpfung all dessen mit zusätzlichen Angeboten, wie Car-Sharing mit E-Fahrzeugen. Kosten: rund 1,9 Millionen Euro

Umsetzung

Der Zeitplan wird nach Angaben der Stadt zusammen mit der inhaltlichen Gestaltung des Masterplans erstellt und festgelegt. Über die Fortschreibung des LRP ist zunächst eine öffentliche Beteiligung geplant.

Eine Hürde könnte noch ein Mangel an externen Fachkräften werden. Wie Stadtsprecher Stephan Onnen mitteilt, sei es derzeit schwierig, ein Fachbüro zu finden, das über entsprechende Qualitäten verfügt. „Wir konkurrieren da quasi mit allen Kommunen, die am Dieselgipfel teilgenommen haben und als Voraussetzung, um Maßnahmen gefördert zu bekommen, solche Masterpläne aufstellen müssen.“ Heißt: Der Markt an Experten ist leer gefegt.

Klar ist aber bereits, dass auch die Verwaltung im Bereich Immissionsschutz und Verkehrsplanung aufstocken müsste. Vorgesehen sind zwei Stellen der Entgeldgruppe 11, die zunächst auf drei Jahre befristetet sind. Kosten für drei Jahre: rund 612.000 Euro

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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