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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Große Pläne für das Bahnhofsquartier

19.12.2017

Oldenburg 300 Millionen Euro, mindestens – ohne Innenausbau: Eine gewaltige Zahl für eine Immobiliengeschäft. Doch das zwischen der EWE und ZOB entlang der Bahnstrecke gelegene Quartier liegt sehr zentral. Es ist in dieser Größe das letzte zusammenhängende Gebiet, das in derartiger Lage bebaut werden kann, hatte Stadtbaurätin Gabriele Nießen einst betont.

Und so gibt es bereits zahlreiche Bewerber, die auf der 5,4 Hektar großen Fläche investieren wollen. Auf 0,9 Hektar ist die EWE entlang der Donnerschweer Straße dort bereits ansässig. Ob das Unternehmen selbst weiter Flächen in Anspruch nehmen wird, kann Manfred Hamel nicht beantworten. Der Diplom-Ingenieur ist bei der EWE Abteilungsleiter Gebäudemanagement. Das Unternehmen hat 25 Standorte in der Stadt. Da liegt es nahe, zumindest darüber nachzudenken, ob die EWE ihre Kräfte an einem Standort bündelt. Doch da müssten erst viele Gremien und Entscheidungsträger zustimmen, gibt Hamel zu bedenken. Einstweilen beschäftigt er sich mit der Erschließung des Geländes. In den ersten Monaten des neuen Jahres sollen die ersten Bagger rollen. Straßen und Wege werden gebaut, Leitungen verlegt.

Um diese Fläche geht es:

Erst dann geht es weiter. Als erstes werden entlang der Bahn auf einer Länge von 250 Metern über sechs Geschosse Büros und Parkdecks entstehen. Dieser sogenannte Lärmriegel schirmt den Rest der Fläche vom Schall ab, den die vorbeirollenden Züge verursachen. Möglich wurde der vorgezogene Bau dieses Riegels erst durch ein Tauschgeschäft mit der Deutschen Bahn. Die beansprucht ein 10 000 Quadratmeter großes Gelände für sich, um dort Baumaterialien lagern zu können. Die Veränderungssperre auf dieser an der Donnerschweer Straße gelegenen Fläche gilt zunächst für sieben Jahre. Ursprünglich wollte die DB entlang der Bahnlinie ihre Gerätschaften und Materialien lagern.

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300 Millionen Euro – das ist eine gewaltige Summe, die in den nächsten Jahren in Oldenburg an nur einem Standort investiert werden soll, das ist eine gute Nachricht. 90 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche – auch das ist eine imponierende Größe, die in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof entstehen wird.

Da könnten dann die Probleme beginnen: Mieter für Büroflächen zu finden, ist nämlich gar nicht so einfach. Das wissen die Immobilienfachleute. Doch die EWE wird hoffentlich kein Risiko eingehen und mit Investoren verhandeln, die erstens genügend Geld und zweitens genug Wissen dafür haben, ein gesundes Nutzungskonzept zu entwickeln. Das sollte zu einem großen Teil auch Wohnen beinhalten. Es besteht die Gefahr, dass aus der städtebaulichen Entwicklungsfläche vor allem nachts ein verlassenes, totes Areal wird. Städtebaulich eröffnen sich indes andernorts Perspektiven, wenn man die neuen Büros beispielsweise an die Arbeitsagentur vermietet, die ihren Standort am Stau verlassen könnte.

Dort am Stau, wo die erste große Chance fürs Wohnen am Wasser leichtfertig vergeben wurde, ließen sich die Fehler aus der Vergangenheit beheben. Ob Abriss und Neubau oder Sanierung und Umbau – der Standort dort ist viel zu schade für ein Büro- oder Behördengebäude.

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Dennoch: In zehn Jahren sollen die Bauarbeiten insgesamt abgeschlossen sein, hofft Hamel. In mehreren Gebäudekomplexen sind dann 90.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entstanden – fürs Arbeiten in Büros, fürs Wohnen aber auch für Hotelzimmer. Entlang der Donnerschweer Straße passen sich die Neubauten in ihrer Erscheinung der Umgebung, also den Oldenburger Hundehütten an. Im Zentrum stehen bis zu sechs Stockwerke hohe Häuser plus zwei sogenannte Hochpunkte mit zehn oder elf Geschossen. Einer davon soll ein Hotel werden, laut Hamel ein ausdrücklicher Wunsch von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Die Autos werden in Tiefgaragen oder in den Parkhäusern abgestellt. Die Dächer sind begrünt und auch zwischen den Häusern soll es viel Grün gegen. Der Autoverkehr spielt aber eine untergeordnete Rolle. Vielmehr beinhaltet das Neubaugebiet die Fortsetzung des Grünstreifens von der Weser-Ems-Halle zur Innenstadt. Es wird zudem Photovoltaikanlagen geben und die Kälte-/Wärmeversorgung soll möglichst zentral erfolgen. Der Ringlokschuppen bleibt möglichst zumindest in Teilen erhalten.

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