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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Er brät die Ente nicht mehr – er fährt sie

10.08.2019

Oldenburg Als Wirt muss man zuhören und schweigen können. Deshalb plaudert Wilfried Fey wohl auch nicht so ganz tief aus dem Nähkästchen. Dabei hätte der erfahrene Gastronom sicherlich viel Interessantes zu erzählen. Denn bei ihm im Ratskeller, und davor im Lambertikeller, haben es sich auch gern Prominente schmecken lassen. Für die Gäste, die der Gastwirt an diesem Samstag begrüßen wird, steht allerdings er ganz persönlich im Mittelpunkt. Denn Wilfried Fey feiert seinen 70. Geburtstag.

Noch zwei „Nullen“

„Eigentlich war der am 3. August. Aber meinen Geburtstag musste ich ja schon oft verschieben“, sagt Fey und lacht. So ist das eben im Leben eines Gastwirts. Mit der Familie wurde selbstverständlich bereits auf diese runde Sache angestoßen. Zuhause in Wüsting. Mit den Söhnen Sebastian und Florian, mit Tochter Friederike, den Schwiegerkindern, den sechs Enkeln und – na klar – mit Ehefrau Renate. „Wir sind schon fast 50 Jahre verheiratet“, erzählt Fey. Und um noch eine „Null“ draufzusetzen: Seit 20 Jahren führt die Familie Fey den Ratskeller.

Die Schulzeit, das war im Landkreis Grafschaft Bentheim. In Wietmarschen ist Wilfried Fey geboren, in Neuenhaus aufgewachsen. In die Gastronomie, vor allem auch zum Kochen, kam er über Umwege. „Ich war erstmal Soldat. Ab 1968,“ berichtet Fey. Er schlug eine technische Laufbahn bei der Bundeswehr ein und war dort unter anderem als Fahrlehrer tätig. Später arbeitete er als Heimbetriebsleiter in der Kaserne in Elsfleth-Moorriem und baute dann das Unteroffiziersheim in der Henning-von-Tresckow-Kaserne (Bümmerstede) mit auf. Seit 1980 betätige er sich somit gastronomisch. Das Kochen aber, das habe er von Axel Lichtenberg, dem Chefkoch das früheren Bundesgästehauses Bonn-Bad Godesberg gelernt, betont er. Dem begegnete Fey in Kursen an einer Lebensmittel-Fachschule in Neuwied. „Er wurde mein Mentor.“

1991 machte sich Wilfried Fey selbstständig. Er eröffnete den Lambertikeller. Als er das Gewölbe beim Ausbau des Lambertihofes sah, habe er sofort gedacht: „Das wär’ doch was.“ Und es wurde was. 1999 übernahm Fey dann den geschichtsträchtigen Ratskeller – unten im Alten Rathaus. Zwischendurch, aber nur für ein paar Monate im Jahr 2001, engagierte er sich beim Aufbau der „Senfmühle“ in Osternburg.

Das Familienunternehmen übergab der Senior im Jahr 2004 an seinen Sohn Sebastian, ausgebildeter Hotelfachmann. Die beiden anderen Kinder zog es in andere Berufszweige. Mitgeholfen im Betrieb haben sie aber alle. In der Küche und im Service. „Auch unsere Partnerinnen beziehungsweise Partner“, so Sebastian Fey. Für Wilfried Fey blieb es bei der „geschäftsführenden Tätigkeit“, wie er sagt. „Sowie als Aushilfe und Urlaubsvertretung“, fügt sein 40-jähriger Sohn hinzu.

Im Vorstand des Dehoga-Stadtverbandes (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) wirkte Wilfried Fey viele Jahre mit, von 2010 bis 2013 auch als dessen Vorsitzender. Noch gut in Erinnerung ist ihm aus dieser Zeit der erfolgreiche Kampf gegen die sogenannte Bettensteuer. „Da sind wir mit den Hoteliers und mit Kopfkissen in der Hand in die Ratssitzung gezogen“, erzählt er schmunzelnd. Als Mitbegründer von „Pro-Region“ wollte Fey die regionalen Erzeuger und Verbraucher zusammenführen. Die saisonalen Lamm- und Ochsenwochen waren ein Ergebnis. „Die gibt es auch noch, den Verbund nicht mehr.“

Mit Kultauto in Island

Aber so richtig blitzen seine Augen, wenn Wilfried Fey von seiner Ente erzählt. Nicht etwa das Geflügel, das der Profi auf diese oder jene Weise zubereiten könnte. Nein, seine rote Ente, ein Citröen 2CV. Seit über 20 Jahren ist Fey Enten-Fan und viel mit diesem Kultauto unterwegs. Wirklich viel. „Im vergangenen Jahr waren es 280 000 Kilometer durch Europa“, sagt er und zeigt Beweisbilder vom „Enten-Treffen“ in Island. Gerade ist Fey aus Kroatien zurück. Dort war das „Welttreffen“ der 2CV-Freunde. 15 Tage war er unterwegs. Als Rentner hat er ja Zeit.

Auch für die Frage, was man als Gastwirt mitbringen muss, um erfolgreich zu sein. „Handwerkliche Begabung, vernünftigen, gesunden Menschenverstand, respektvollen Umgang mit dem Personal“, sagt der Senior. Sein Sohn Sebastian nickt und fügt hinzu: „Immer mehr kaufmännisches Geschick.“

Und man muss zuhören können. Auch den Promis. Welche waren denn nun da? „Frau Merkel, als sie noch nicht Bundeskanzlerin war. Und der Schauspieler Nicolas Cage, als Filmfest war. Und öfter auch Dieter Bohlen. Und...“

Mehr wird nicht verraten. Man muss auch schweigen können.


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Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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