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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Neue Straße führt durch tierreiche Biotope

13.12.2017

Oldenburg 1500 Erdkröten, 400 Grasfrösche, 420 Seefrösche, dazu 47 Brutvogelarten, das alles auf einer Untersuchungsfläche von 80 Hektar in einem insgesamt aber 837 Hektar großen Areal auf der Ofener Geest – das Gebiet für die geplante Verbindungsstraße vom Fliegerhorst nach Wechloy hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich.

Mittlerweile ist die faunistische Untersuchung des Planungsbüros Diekmann & Mosebach in den Fachausschüssen für Bau und Verkehr vorgestellt worden. Am Donnerstag folgt der Umweltausschuss (17 Uhr, Altes Rathaus, Markt 1) der sich mit dem Ergebnis der Untersuchung befassen wird. Der Beobachtungszeitraum reicht vom 17. Februar bis 27. Juni 2017.

Sämtliche Brutvögel des Untersuchungsraumes sind danach besonders geschützt, heißt es in der Untersuchung. Darüber hinaus gelten sechs Arten (Flussregenpfeifer, Grünspecht, Mäusebussard, Schwarzspecht, Teichhuhn und Turmfalke) als streng geschützt. Nach der aktuellen Roten Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Brutvögel werden Flussregenpfeifer, Star, Trauerschnäpper und Waldlaubsänger als gefährdet eingestuft.

Darüber hinaus gelten fünf Arten (Gartengrasmücke, Gartenrotschwanz, Stieglitz, Turmfalke und Waldschnepfe) als landesweit potenziell gefährdet. Unter potenziell gefährdeten Brutvögeln werden solche Arten verstanden, die aktuell als (noch) nicht gefährdet gelten, jedoch in den vergangenen Jahren gebietsweise merklich zurückgegangen sind; bei Fortbestehen bestandsreduzierender Einwirkungen sei in naher Zukunft eine Einstufung in die Gefährdungskategorie 3 nicht auszuschließen. Bei Zugrundelegung der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel Deutschlands gelten mit Star, Trauerschnäpper und Waldlaubsänger drei Arten als gefährdet, während zwei Arten (Gartenrotschwanz und Teichhuhn) auf der Vorwarnliste geführt werden. Soviel zu den Vögeln.

Gibt keine Alternative“: Interview mit Bau- und Umweltdezernentin Gabriele Nießen

Auch bei den Lurchen finden sich auf der 80 Hektar großen Fläche erhebliche Vorkommen. Im Rahmen der vorliegenden Bestandserfassung wurden insgesamt sieben Amphibienarten nachgewiesen: Berg-, Faden- und Teichmolch, Erdkröte, Gras-, Teich- und Seefrosch. 15 Laichgewässer sind durchgängig von Amphibien besiedelt, die zur Fortpflanzung hierher kommen.

Mit ca. 1500 Individuen ist die Erdkröte die bei weitem häufigste Art, die in dem Untersuchungsgebiet vorkommt; sie pflanzt sich in neun Gewässern fort. Insgesamt wurden 15 Gewässer kartiert, in denen Amphibien vorgefunden wurden. Die Erdkröte erreicht ihre höchste Dichte in einem Gewässer mit einem Bestand von mehr als 500 Tieren. Große Populationen von 300 bis 400 Erdkröten besiedeln zwei weitere Gewässer. Die drei Gewässer mit den größten Erdkrötenvorkommen befinden sich auf dem Gelände der „piccoplant Mikrovermehrungen GmbH“. Die für die Erdkröte wichtigsten Fortpflanzungsgewässer des übrigen Untersuchungsraumes sind der Flachwasserteich im Osten sowie der Waldsee im Süden des Heidbrooks mit pro Standort jeweils 100 bis 200 Erdkröten.

Der Seefrosch wurde in acht Gewässern angetroffen, die Gesamtpopulation beläuft sich auf ca. 420 Tiere. Allein sechs der Laichgewässer dieser Spezies befinden sich auf dem Gelände des Pflanzenvermehrungsbetriebes, wo der Seefrosch in sehr großer Zahl auftritt. „Unter den Amphibien des Untersuchungsraumes befinden sich keine landes- oder bundesweit gefährdeten Spezies, Fadenmolch und Seefrosch werden auf der landesweiten Vorwarnliste geführt“, heißt es in der Untersuchung.

In dieser wird auch auf die Wanderungen der Amphibien hingewiesen: „Nur wenige Amphibienarten leben mehr oder weniger ganzjährig am und im Gewässer. Bei diesen sind Jahresaufenthaltsort und Laichplatz identisch. Die übrigen Arten wandern nach Abschluss des Laichgeschäfts vom Gewässer ab und gehen in einiger Entfernung davon an Land zur Sommeraktivität über. Dabei leben die Tiere im Allgemeinen weitgehend stationär in kleinen Aktionsräumen, die sie auf der Nahrungssuche durchstreifen.

Nach abgeschlossener Entwicklung wandern dann auch die jungen Amphibien von den Gewässern ab. Mit Herbstbeginn ziehen die Individuen zunehmend wieder aus den Sommerquartieren in Richtung Laichplatz fort, um anschließend ihre Überwinterungsquartiere zu erreichen.“ „Im Fall des Raumes Heidbrook handelt es sich um den bedeutendsten bekannten Lebensraum für Amphibien auf dem Stadtgebiet von Oldenburg“, heißt es.

Das Planungsbüro rät im Fazit dringend davon ab, die Trassen vier und fünf planerisch weiter zu verfolgen. Trasse fünf ist allerdings der Favorit der Stadt.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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Diekmann & Mosebach

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