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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Unter den Fassaden – Muff von 40 Jahren?

27.03.2019

Oldenburg Der erste Stein in der Mauer? „Ganz so dramatisch sehe ich das nicht“, sagt Frank Vehren. Der Polizeipressesprecher hat keine Angst, dass ihm die Decke auf den Kopf fällt.

Bröckeln tut die Fassade seines Arbeitsplatzes im Friedhofsweg allerdings schon: Ende letzten Jahres waren faustgroße Steinbrocken aus der Außenverkleidung des Staffelgebäudes geplatzt und runtergefallen. Als erste Maßnahme wurden potenzielle Gefahrenstellen auf dem Gelände per Absperrband gesichert. Außerdem wurden Sachverständige mit einer Begutachtung beauftragt. Beim näheren hinsehen stellte sich heraus, dass man die Betonplatten genauer untersuchen müsse, erklärt Klaus Wieting. Deshalb habe man ein Gerüst an der betroffenen Gebäudeseite errichtet, fährt der Leiter des Staatlichen Baumanagements Ems-Weser fort. Lockere Stellen habe man vorsorglich freigeschlagen, damit keine weiteren Brocken zu Boden fallen können. Außerdem habe man drei der Betonplatten abmontiert und ins Labor gebracht.

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Die Ergebnisse stünden zwar noch aus, fest stehe aber, dass „die Tragfähigkeit eingeschränkt ist“, sagt Klaus Wieting. Die etwa drei Meter langen und einen Meter hohen Platten hätten eine zu geringe Betonabdeckung. Die darunter liegende Stahlkonstruktion käme so mit Wasser und Frost in Schwierigkeiten. Als Folge platzen Teile der Fassade ab. Zur Zeit sind die freien Stellen mit Provisorien abgedeckt.

„Normal ist das nicht“, sagt der Baumanagement-Leiter. Aber damals habe man nach gängigen Vorschriften gebaut, von Pfusch könne man nicht reden, allerdings hätten sich die architektonischen Herangehensweisen in den letzten 40 Jahren entwickelt.

Asbest verfehlt wohl auch den heutigen Zeitgeist. Der könnte nach Einschätzungen Klaus Wietings sehr wohl unter der Außenmauer schlummern. Auch das gelte es zu überprüfen. Auf Baufälligkeit in Augenschein genommen werden sollen nämlich weitere Betonplatten. Und falls sich darunter das gesundheitsgefährdende Mineral befände, müssten die Arbeiter entsprechend geschützt werden. Da der Asbest fest sitze, bestünde für Mitarbeiter der Polizeiinspektion keine Gefahr.

Frank Vehren bekommt keine Kopfschmerzen, auch, wenn er hin und wieder über den Zustand seines Arbeitsplatzes nachdenkt. „Wir müssen einfach die Gutachten abwarten“, sagt der Pressesprecher.

Die undichten Fenster würden wohl noch ausgetauscht, hofft er. „Das Wort Neubau nimmt überhaupt keiner in den Mund“, sagt er. Bei den letzten Ausbesserungsarbeiten wurden in erster Linie die Wache umgebaut und energetische Nachrüstungen vorgenommen.

Für Klaus Wieting steht erstmal fest: „Es besteht keine aktuelle Gefährdung, da droht nichts mehr runterzufallen.“ Also kein Grund für Alarm. In den nächsten Monaten würde sich zeigen, wie es mit dem 80er-Jahre-Bau weitergeht. Sanieren? Abreißen? Abwarten? „Soweit sind wir noch nicht. Wir entscheiden, wenn wir ein komplettes Bild haben und uns einig sind – Schritt für Schritt“, sagt der Leiter des Staatlichen Baumanagements. Stein für Stein in der Mauer.

Frank Vehren bezeichnet seinen Arbeitsplatz als „Großbaustelle“.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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