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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Wird das Geld im Alter reichen? 

07.10.2019

Oldenburg Irgendwann im Leben stellt sich die Frage, ob das Geld im Alter reichen wird. Bei einigen genügt der Blick auf die jährliche Bescheinigung zur Beruhigung, bei anderen wird deutlich, dass die Zahl, die dort abgedruckt ist, zu schmal ist. Die Gründe dafür sind vielfältig. Und häufig so individuell wie der Lebensweg eines Menschen. Stand 2017 waren in Oldenburg 2286 Menschen auf die Grundsicherung im Alter angewiesen. Der Vergleich mit den Vorjahren zeigt: Die Zahl bleibt annähernd stabil. Ein deutlicher Anwuchs oder Rückgang ist nicht zu verzeichnen. Beispiel: Im Jahr 2014 waren es 2196 Menschen, 2016 bezogen 2340 Personen diese Leistung.

Eine Entwicklung, wie sie die Tafel Deutschland also gerade der Republik attestiert, ist in Oldenburg – zumindest anhand der Zahl der Grundsicherungsempfänger – nicht zu erkennen. Laut Mitteilung der Tafel Deutschland sei ein „dramatischer Anstieg der Tafel-Nutzer zu verzeichnen“. Und: „Besonders Rentnerinnen und Rentner suchen Unterstützung.“ Bundesweit spricht die Tafel von einer Zunahme von zehn Prozent, 20 Prozent in der Gruppe der Rentnerinnen und Rentner.

500 Kunden älter als 65

Eine, die die Situation vor Ort beurteilen kann, ist Inka Ibendahl vom Vorstand der Oldenburger Tafel. Aktuell seien 9000 Personen bei der Tafel in Oldenburg registriert. Die letzte Aufschlüsslung nach Altersgruppen datiert auf das Jahr 2015. Knapp 500 Tafelkunden waren zu dem Zeitpunkt 65 Jahre und älter, davon 90 älter als 80 Jahre. Jünger als 25 waren hingegen 1145 Menschen, die sich bei der Tafel mit Lebensmitteln versorgen. „Meinem Gefühl nach haben die Zahlen in beide Richtungen zugenommen“, sagt Ibendahl. Doch wenn die Zahlen der Menschen annähernd gleich bleibt, die Unterstützung erhalten, woher kommt dann der Anstieg? Ibendahl erkennt einen Unterschied im Umgang mit dem Unterstützungsangebot: „Wer vor zehn oder 15 Jahren 90 Jahre alt war, der war bescheidener und häufig zu stolz für einen Tafelbesuch“, sagt sie. Das habe sich verändert: „Wer heute 70 Jahre alt ist, ist gut bewandert in den Unterstützungsangeboten.“ Der Stolz sei noch da, aber es sei selbstverständlicher geworden, zur Tafel zu gehen. Ein Hinweis darauf, dass das Angebot als niederschwelliger wahrgenommen werde und vielleicht auch, dass die Öffentlichkeitsarbeit der Tafel Früchte trägt. „Und wenn alle darüber reden, dass Lebensmittel teuerer geworden sind, vielleicht kann ich dann auch einfacher zugeben, dass ich knapp bin“, mutmaßt Ibendahl. Dabei komme nur ein kleiner Prozentsatz wöchentlich zur Lebensmittelausgabe. „Das sind weniger als 20 Prozent.“ Viele Kunden und Kundinnen kämen nur am Monatsende, wieder andere nur im Abstand von Wochen oder Monaten.

Online-Test zur Analyse

Mit der Thematik Alter und Geld setzt sich auch der Sozialverband Deutschland auseinander. Auf seiner Internetseite stellt er eine neue Möglichkeit zur Verfügung, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Wer einen kurzen Fragenkatalog, etwa zu Alter, Einkommen und Familienstand beantwortet, erhält im Anschluss „eine erste Orientierung, ob Sie von Altersarmut betroffen sein könnten“, wie der Sozialverband erklärt. Zudem stellt er, je nach Ergebnis, Lösungsansätze zur Verfügung. „Dabei“, so betont Pressesprecher Benedikt Dederichs, „handelt es sich ausdrücklich nur um eine Orientierung, die sich aus der aktuellen Situation ergibt, in der sich ein Mensch gerade befindet.“ Denn: Wie genau sich das Alter finanziell gestaltet, stehe erst am Ende der Erwerbsbiografie endgültig fest. „Wir versuchen, über so einen Rechner vor allem jüngere Menschen anzusprechen und dazu zu bewegen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, sagt Dederichs.

Bedenken müsse laut Dederichs niemand bei dem Test haben: Keinerlei Daten, auch nicht zu Gehalt oder Alter, würden gespeichert. Nur ganz am Ende, räumt er ein, gebe es die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, „aber da kann ja jeder selbst entscheiden, ob er sich und seine Kontaktdaten einträgt, oder nicht.“


Mehr Infos:   https://check.sovd.de/altersarmut.html 
Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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