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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Panne bei Millionen-Projekt

29.01.2019

Oldenburg Die Hafenwirtschaft wartet seit Jahren dringlich auf ein Wendebecken, damit der Oldenburger Hafen auch von größeren Seeschiffen angesteuert werden kann – was den Zugang zu neuen Märkten im europäischen Ausland erleichtern würde. Aber das Projekt verzögert sich weiter. Warum?

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Bremen, das hier zuständig ist, hat mit unerwarteten Hindernissen zu kämpfen. Für die Wendestelle ist eine 300 Meter lange Uferwand, bestehend aus einzelnen Spundwandbohlen, neu errichtet worden.

WSA-Projektleiter Thomas Seufzer sagte auf Anfrage: „Beim Freilegen der neuen Uferwand zeigten sich zwischen den Spundwandbohlen zahlreiche Wandöffnungen, aus denen Wasser und Bodenmaterial austrat. Es handelt sich hierbei um sogenannte Schlosssprengungen. Das heißt, die Schlösser, die in der Regel die Spundwandbohlen fest miteinander verbinden, haben versagt.“ Bei ersten Untersuchungen waren an der neuen Wand 55 Schlösser gesprengt, „und dies ist nur ein erster Anhaltswert“, sagte Seufzer.

Um die Ursache für die Schlosssprengungen zu bestimmen, hat das WSA Bremen jetzt einen Sachverständigen für Baugrund beauftragt. Seufzer über die Situation: „Der Sachverständige erstellt derzeit seinen Bericht. Gleichzeitig verhandeln wir mit der Baufirma über Lösungen zur Beseitigung der Schlosssprengungen.“ Über die Ursache wurde noch nichts bekannt. Einem Gutachten zufolge sollen die damaligen Schlosssprengungen am Jade-Weser-Port durch fehlerhaftes Rammen entstanden sein.

Das führt dazu, dass immer noch nicht gesagt werden kann, wann die Hafenwirtschaft ihren Geschäftspartnern grünes Licht für größere Seeschiffe geben kann. Der Vorstandsvorsitzende der Hafenwirtschaftsgemeinschaft und Rhein-Umschlag-Chef Nico Steudel sagt: „Angekündigt war nun April 2019, aber eins ist klar, das wird nicht funktionieren.“ Thomas Seufzer sieht das wohl ähnlich: „Aufgrund der laufenden Verhandlungen über mögliche Lösungen lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Fertigstellungstermin für die Wendestelle nicht benennen.“

Für Steudel ist das „sehr, sehr, sehr ärgerlich“. Er sagt: „Im Grunde warten wir seit zehn Jahren auf die Wendestelle und die Befahrbarkeit. Die Dalben werden jetzt gezogen, das heißt, es geht voran. Aber wir sollten das spätestens in diesem Jahr nutzen können, nun geht uns vermutlich ein weiteres Jahr verloren. Seit Jahren erzählen wir unseren Kunden, ihr könnt demnächst mit 3000 oder 4000 Tonnen kommen.“

Nun soll es Ende Februar einen Termin eine Mitgliederversammlung geben, an der auch mit dem WSA geben, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Die Untere Hunte ist längst für größere Seeschiffe ausgebaut, das bringt den Oldenburgern aber nichts, so lange die Schiffe hier nicht wenden können. Wenn die Wendestelle fertig ist, werden dort statt der bisher maximal 85 Meter langen Seeschiffe auch Fahrzeuge bis 110 Meter Länge mit ihrer Fracht im Hafen festmachen können.

Im vergangenen Jahr wurden im Oldenburger Hafen 1,028 Millionen Tonnen umgeschlagen – ein leichter Rückgang um 2,9 Prozent. Die Güter sind vor allem Baustoffe, Altmetalle, Getreide, Futtermittel und Mineraldünger.

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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