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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Oldenburgerin expandiert mit Astronautenkost

13.10.2017

Oldenburg /Hundsmühlen Unter einem Sanitätshaus versteht man normalerweise ein Geschäft, in dem Patienten medizinische Hilfsmittel kaufen oder gegen ein Rezept einlösen können. Auch die Firma KramerMT an der Diedrich-Dannemann-Straße 53 in Hundsmühlen firmiert als Sanitätshaus. Allerdings eines, das nicht die Patienten aufsuchen, sondern dessen Mitarbeiter zu schwer kranken Menschen nach Hause kommen, um sie ganz speziell mit Sonden- oder Trinknahrung zu versorgen.

Vor 25 Jahren gründete Imke Kramer ihr Unternehmen, damals noch am Hunteweg in Hundsmühlen. Die examinierte Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege wusste schon früh, dass sie sich selbstständig machen will. „Eigentlich wollte ich einen Pflegedienst gründen“, erzählt die 54-jährige Oldenburgerin. Aber dann habe sie der Chefarzt einer Oldenburger Klinik darauf aufmerksam gemacht, dass Patienten, die mit einer Magensonde entlassen wurden, oft mit Komplikationen wiederkamen, weil zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen keine optimale Versorgung gegeben war.

Und so war die Idee geboren, Patienten mit Krebs- oder auch neurologischen Erkrankungen, die ambulant künstlich ernährt werden müssen, eine optimale Versorgung mit Hilfsgräten und enteraler Ernährung, auch unter dem Begriff Astronautenkost bekannt, anzubieten.

Der Bedarf an solch speziellen Krankenkassenleistungen war offenbar groß, denn das Unternehmen wuchs und wuchs. Schon bald zog KramerMT (Medizinische Therapie und Versorgung) an die Diedrich-Danneman-Straße, wo ständig neu angebaut und weiteres Personal eingestellt wurde. „Mittlerweile habe ich 40 Mitarbeiter“, sagt Geschäftsführerin Imke Kramer. Deren Aktionsradius bewegt sich 150 bis 200 Kilometer rund um Oldenburg. „Bundesweit sind wir das einzige Unternehmen, das sich auf den enteralen Bereich, also auf die Ernährung per Magensonde, spezialisiert hat“, so die Firmenchefin dieses regionalen Marktführers.

Allein im Außendienst sind täglich 16 Fachkrankenschwestern zu Ernährungsvisiten unterwegs, um vor Ort, bis hoch zu den ostfriesischen Inseln, zu überprüfen, ob Änderungen beim Patienten eingetreten sind, die eine Anpassung der Ernährung notwendig macht. „Jeder Patient wird individuell versorgt“, betont Imke Kramer. Ein Grund, warum ihr regionales Unternehmen auch herstellerunabhängig arbeitet und Produkte unterschiedlicher Anbieter auf Lager hat. „In enger Absprache mit Ärzten, Pflegediensten, Alten- und Pflegeheimen oder auch dem Patienten selber wollen wir den Kranken so ein Stück Lebensqualität zurückgeben“, erklärt Imke Kramer. Dazu diene auch der 24-Stunden-Notdienst, der bei Fragen und Komplikationen angewählt werden könne. Gegebenenfalls komme auch eine Mitarbeiterin nachts vorbei.

Die für jeden Patienten individuell zusammengestellte Nahrung wird direkt ins Haus geliefert. Verpackt werden die Produkte im Hochregallager an der Diedrich-Dannemann-Straße. „Wir bauen schon wieder an die Halle an“, deutet Imke Kramer zunehmenden Platzbedarf an.

Dabei will sie aber weiterhin der Region treu bleiben: „Wir wollen unser Gebiet nicht vergrößern, denn unser hoher Qualitätsanspruch und unser schlüssiges Konzept funktionieren am besten in der Regionalität.“

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