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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Oldenburger Fleischmehlfabrik: In 50 Jahren viel überstanden

12.08.2019

Oldenburg /Kampe Seit 50 Jahren hat die Oldenburger Tiermehlfabrik (OFK) ihren Sitz in Kampe. Die Fabrik ist zuständig für die Tierkörperbeseitigung in der Region. 1969 zog die Anlage von Oldenburg weg, wo der Betrieb am Johann-Justus-Weg angesiedelt war. Die Fläche ist noch heute teils eingezäunt. Aufgrund von Belastungen im Grundwasser untersucht die Stadt derzeit über Bohrungen mehrere Bereiche des ehemaligen Betriebsgeländes.

Eine Anlage, die Tierkörper beseitigt, stand auch mal in Aurich-Schirum, eine weitere fünf Kilometer nördlich von Oldenburg. Georg Becker betrieb beide Anlagen. Bei der Suche nach einem neuen Standort für die Tierkörperbeseitigung der Stadt Oldenburg und der oldenburgischen Kreise fiel die Wahl auf Kampe. Becker hielt den Ort mit der Schiffsanlegestelle am Küstenkanal – viel Tiermehl wurde nach Polen transportiert – für nahezu ideal.

Ab 1969 konnten in Kampe täglich bis zu 60 Tonnen verarbeitet werden. 1991 wurde der Auricher Standort aufgegeben, so dass Kampe für ein Gebiet von Ostfriesland bis nach Vechta zuständig war.

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1991 hatten die beteiligten Landkreise und Städte eine Beteiligungsgesellschaft gegründet, das Unternehmen wurde eine GmbH und zu 50 Prozent übernommen. 1991 kam Thomas Groß hinzu, 1998 verkaufte Becker die restlichen Anteile. Andreas Loi-Brügger ist seit 2016 an der Seite von Groß.

Investitionen haben aus der Anlage einen Industriebetrieb mit 130 Beschäftigten gemacht. Die größte Tierkörperbeseitigungsanlage der Republik kann täglich bis zu 1000 Tonnen verarbeiten.

Logistisch liegt die Kamper Anlage genau richtig. In Cloppenburg allein werden jährlich zehn Millionen Schweine geschlachtet. Hier in der Region konzentriert sich auch die deutsche Putenindustrie.

Schlachtabfälle sind es auch im wesentlichen, die angeliefert werden. Nur zu 25 Prozent sind es Tierkörper. „In den letzten 20 Jahren haben sich die Anlieferungen verdoppelt“, sagt Loi-Brügger.

Die Anlage wuchs auch mit den Krisen. Im Sommer 2002 verendeten Puten und Hähnchen in der Hitze. Groß erinnert sich auch an die BSE-Krise. Plötzlich durfte Tiermehl nicht mehr verfüttert, es musste verbrannt werden. In Lindern-Marren wurden Hallenkapazitäten eines ehemaligen Militärgeländes angemietet. Und beim bisher letzten Geflügelpestzug reichten die Kapazitäten in Kampe nicht aus. Die Anlage in Belm-Icker musste aushelfen. Die fehlende Tiermehlverwertung vervielfältigte die Anstrengungen für die Endprodukte. Heute werden Mehle und Fette produziert. „Aber wir können nicht mehr alle Rohstoffe zusammen verarbeiten“, so Groß. Die BSE-Krise habe diese Zeitenwende eingeläutet.

Das Verarbeiten tierischer Nebenprodukte ist energieintensiv, es wird Strom und Wärme benötigt. 2008 kam eine abwärmegestützte Klärschlammtrocknungsanlage hinzu, 2018 ein neues Kesselhaus und die Energieeffizienz wurde nachhaltig verbessert. Ein eigenes Unternehmen – das Oldenburger Biokraftwerk (OBK) – wurde gegründet.

Neun Landkreise und die Städte Emden, Oldenburg und Wilhelmshaven tragen die TKB Beteiligungs-GmbH; sie betreibt die OFK und OKB.  Drei Tage feiert die OFK ihr 50-jähriges Bestehen. Am Freitag, 20. September, gibt es einen Festakt mit Eigentümern, Behörden und Landvolk. Der 21. September steht im Zeichen der Mitarbeiter. Am Sonntag, 22. September, ist ein „Tag der offenen Tür“.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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