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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

„Der Diesel ist effizienter und sauberer als der Benziner“

14.12.2018

Oldenburg Was würde sich der Obermeister der Oldenburger Kraftfahrzeuginnung in dieser Situation für ein neues Auto kaufen? Dieter Meyer sagt: „Ich würde mir einen mit 6d-Temp kaufen.“ Also jedenfalls durchaus noch Diesel? Meyer sagt: „Ich würde überhaupt nicht weggehen vom Diesel. Der Diesel ist effizienter und sauberer als der Benziner, auch wegen des Verbrauchs.“

Dieter Meyer (Bild: privat)

Der Kauf eine Elektro-Fahrzeugs wäre für ihn derzeit kein Thema: „Ich soll mir heute einen Staubsauger kaufen, weil er 400 Watt weniger hat als der alte, also 1400 Watt statt 1800 Watt. Gleichzeitig soll ich mir ein Auto kaufen, das nach 200 Kilometern wieder an die Ladestation muss und 25 kw zum Aufladen braucht, also 25 000 Watt. Das ist ein absoluter Witz. Abgesehen davon, wo der Strom herkommt und wo die Batterien am Ende landen. Wir lassen uns hier von einem Verband verrückt machen“, sagt Meyer mit Blick auf die Deutsche Umwelthilfe.

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Aus Sicht des Obermeisters wird in dieser Frage „viel Unsinn verbreitet“. Das betreffe auch eine ernstzunehmende Aufstellung der Messstationen – nicht zuletzt in Oldenburg. Meyer: „Das Aufstellen an einer Engstelle, an der keine Verwirbelung stattfindet, ist nicht seriös.“

Die dadurch erzielten schlechten Werte seien aber eben günstig, um an Fördergelder für die VWG zu kommen. „Bei guten Werten würden wir kein Geld bekommen. Also gibt es wenig Interesse an souverän ermittelten Werten.“ Das Ergebnis seien mögliche Fahrverbote, die aus seiner Sicht genau deshalb aber völlig übertrieben wären. „Aber wenn die Stadt mich nicht haben will, fahre ich zu Famila zum Einkaufen, fertig ist das.“

Im Übrigen sei der Grenzwert mit 40 Mikrogramm „viel zu niedrig angesetzt“. Er stehe in keinem Verhältnis zum Alltag der Menschen: „Wenn ich eine Kerze im Wohnzimmer anzünde, habe ich am Ende 600 bis 800 Mikrogramm, und das für Stunden. An der Messstation, die am allerkritischsten Punkt aufgestellt wird, verweile ich nur Sekunden, selbst mit dem Rad oder zu Fuß. Das Ganze ist also überhaupt nicht nachvollziehbar. Zumal im restlichen Stadtgebiet die Werte ja ohnehin viel niedriger liegen.

Schaden hat der Bürger

Den Schaden habe der Bürger. Und für die betroffenen Betriebe sei die Entwicklung existenzbedrohend. „Die Kollegen haben große Probleme, die Euro-5-Diesel vom Hof zu kriegen, plus die Leasing-Rückläufer. Das sind Verluste, wenn ich ein Fahrzeug für 25 000 Euro zurücknehme, das aber nur noch 19 000 wert ist. Firmen mit ihren Fuhrparks stehen besser da als die Bürger, weil sie leasen. Die Privaten sind arm dran, sie sind die Betrogenen. Wer zahlt denn jetzt die Hardware-Nachrüstung, und wann?“ Für einen 5er-Diesel fielen dafür etwa 1500 bis 2000 Euro an.

Außerdem sei es nur eine Frage der Zeit, bis der hohe Stromverbrauch der Elektro-Autos ins Auge falle und sie ins Visier gerieten.

Die aus bestimmten Richtungen angetriebene Debatte verunsichere die Autofahrer: „Darf ich noch in die Städte einfahren oder nicht? Ab wann gilt wo welches Verbot?“ Der Flickenteppich von Fahrverbotszonen für ältere Diesel-Fahrzeuge werde größer und immer unübersichtlicher.

Außerdem hat der neue WLTP-Standard für die Abgasmessung im August für Chaos gesorgt, so die Innung. Denn seit dem 1. September müssen für alle neu zugelassenen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge die nach dem WLTP-Verfahren gemessenen Abgas- und Verbrauchswerte vorliegen. Für viele tausend Bestandsfahrzeuge bei den Herstellern und Händlern traf das nicht zu. Um sie überhaupt noch verkaufen zu können, mussten sie bis Ende August zugelassen werden. Das führte bei vielen Modellen zu einem Überangebot und setzte die Preise unter Druck, sagt Meyer. „Darüber hinaus haben teilweise stark nachgefragte Fahrzeuge wegen fehlender WLTP-Zulassung zurzeit extrem lange Lieferzeiten“. All das führe zu einer Situation, die es im Kfz-Gewerbe in dieser Form noch nicht gegeben habe.

„Um die Lage für Halter von Euro 5-Dieselfahrzeugen nachhaltig zu verbessern, setzen wir uns für die Hardware-Nachrüstung dieser Fahrzeuge ein“. Die angekündigte rechtlich verbindliche Verordnung müsse „jetzt zügig kommen“. So lange dürften viele Besitzer älterer Diesel auch erstmal abwarten.

Beruf bleibt sehr beliebt

Das kommende Auto-Jahr sieht Dieter Meyer zwiespältig. Beim Verkauf von Neufahrzeugen werde es eine kleine Delle in der Wachstumskurve geben, vor allem im Privatmarkt, so der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Auch der Handel mit Gebrauchtwagen werde unter dem Diesel-Dilemma leiden. Einzig für das Reparatur- und Servicegeschäft seien die Aussichten auch für 2019 stabil.

Trotz der Debatte ist ein Ausbildungsplatz im Kfz-Gewerbe für junge Leute „hoch attraktiv“, sagt Meyer. Das zeige sich auch im Bereich der Kfz-Innung Oldenburg. Aktuell lassen sich hier 320 junge Männer und Frauen zum Kfz-Mechatroniker/zur Kfz-Mechatronikerin ausbilden. Auch in Zeiten von Fahrverbotszonen und Diskussionen um den Diesel habe das Automobil offenbar nichts von seiner Faszination verloren, so die Kfz-Innung. 2018 ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kfz-Gewerbe bundesweit im vierten Jahr in Folge gestiegen.

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Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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