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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Klärwerk In Oldenburg: Hier wird aus Sch... Methan-Gas

15.01.2019

Oldenburg „Den Deckel auf, heiß Wasser drauf“: An diesen Werbespruch aus den 80er-Jahren fühlt man sich bei der Inbetriebnahme der beiden neuen Faultürme im Klärwerk an der Wehdestraße erinnert. Der Grund: Bevor die Türme ihren Betrieb aufnehmen, werden sie mit jeweils 5.000 Kubikmeter (fünf Millionen Liter) Brauchwasser befüllt, das auf 38 Grad erwärmt wird. „Damit kommt der biologische Prozess in Gang, um den Klärschlamm, der später zugegeben wird, um bis zu ein Drittel zu verringern“, sagt Jens de Boer, Leiter der Kläranlage Oldenburg.

24.000 kw/h pro Tag

Bevor der Klärschlamm dazugegeben wird, vergehen noch einige Tage, erklärt de Boer weiter. Durch die Faulung entsteht als Abfallprodukt Methangas, das im Blockheizkraftwerk zur Energiegewinnung genutzt wird. Die Kläranlage versorgt sich zu 100 Prozent mit Wärme selbst, beim Strom liegt der Eigenanteil bei 85 Prozent. Und das ist eine Menge. Die gesamte Anlage frisst 24.000 Kilowattstunden Strom am Tag. Zum Vergleich laut de Boer: Ein Durchschnittshaushalt benötigt 4.500 Kilowattstunden – pro Jahr. Tag für Tag werden 25 Kubikmeter Klärschlamm in die Türme gegeben.

Die neuen Türme, die technisch und auf ihre Dichtigkeit hin kontrolliert worden sind, gehen endgültig Ende März/Anfang April in Betrieb. Dann werden die alten Türme stillgelegt, entkernt, überholt, saniert und voraussichtlich im Jahr 2021 wieder in Betrieb genommen. Der eine dient dann als Klärschlamm-Lager, der andere geht als Faulturm mit einer Kapazität von 3.000 Kubikmetern wieder ins Entsorgungssystem.

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Mit dem Bau der zwei Faultürme stellt sich der OOWV den neuen Anforderungen in der Klärschlammverwertung. 14 Millionen Euro kosten die beiden jeweils 23 Meter hohen Türme zusammen. Ihr Durchmesser beträgt 18,5 Meter. 158 Betonpfähle wurden zur Gründung zwölf Meter tief in den Untergrund getrieben, um für die nötige Standsicherheit zu sorgen. Insgesamt wurden rund 2.200 Kubikmeter Beton und etwa 300 Tonnen Betonstahl verbaut.

46 Kläranlagen

Klärschlamm war laut OOWV bislang als qualitativ sehr hochwertiger Dünger geschätzt in der Landwirtschaft. Jedoch sind die Mengen, die der OOWV an Landwirte abgibt, durch das Überangebot an Nährstoffen in der Region stark rückläufig. Bei der Abwasserreinigung in den 46 Kläranlagen des OOWV fallen pro Jahr rund 275.000 Kubikmeter Klärschlamm an. Vor wenigen Jahren wurden 60 Prozent davon als Dünger ausgebracht, 40 Prozent der Menge wurden verbrannt. Inzwischen hat sich dieses Verhältnis ins Gegenteil verkehrt: Nur noch 40 Prozent des Klärschlamms werden an Landwirte abgegeben, der Rest verbrannt. In wenigen Jahren wird der Gesetzgeber die landwirtschaftliche Verwertung verbieten, teilt OOWV-Sprecher Gunnar Meister weiter mit. Aktuell beträgt das Faulraumvolumen auf der Kläranlage in Oldenburg rund 9.300 Kubikmeter. Nach der Erweiterung steigt das Volumen auf 16.300 Kubikmeter. In den Faultürmen wird die Schlammmenge innerhalb von rund 20 Tagen um 30 Prozent abgebaut.

Die Investition macht dreifach Sinn: „Wir gewährleisten die Entsorgungssicherheit langfristig. Wir decken mehr Strombedarf der Anlage aus eigener Erzeugung. Und wir sparen CO2 ein“, zählt Regionalleiter Jens de Boer die Vorteile auf.

Für das Vorhaben erhält der Verband Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von einer Million Euro.

35 000 Kubikmeter

Der OOWV ist seit 2001 für die Abwasserentsorgung in Oldenburg zuständig. Die Kläranlage reinigt pro Tag rund 35.000 Kubikmeter Schmutzwasser. In den vergangenen 15 Jahren hat der OOWV mehr als 115 Millionen Euro in die Ertüchtigung der Kläranlage und in das Kanalnetz in Oldenburg investiert.

Heruntergenommen wird der Deckel erst wieder in 15 Jahren – dann steht die erste technische und bauliche Überprüfung an.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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