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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Neue Doppelspitze – Jetzt äußern sich Vorstand und Betriebsrat

25.09.2018

Oldenburg Klinikum-Chef Dr. Dirk Tenzer steht der geplanten Vorstandserweiterung im größten Oldenburger Krankenhaus grundsätzlich offen gegenüber. „Das Klinikum Oldenburg hat eine wichtige und schwierige Aufgabe vor sich“, sagte Tenzer auf Nachfrage der NWZ. „Hierbei kann ein mehrköpfiger Vorstand sicher zu einer Beschleunigung der in den Kliniken umzusetzenden Dinge beitragen.“

Klinikum-Chef Dr. Dirk Tenzer (Foto: Torsten von Reeken)

Tenzer führt die Geschäfte des Klinikums seit 2012 in alleiniger Verantwortung. Weil das 830-Betten-Haus zuletzt in die roten Zahlen gerutscht war, haben Gutachter der Boston Consulting Group (BCG) im Auftrag der Stadt Vorschläge für eine finanzielle Sanierung gemacht. In einem „Exkurs“ empfahlen die Gutachter auch eine Erweiterung des Vorstands. In einem ersten Schritt will die Stadt Tenzer nun einen sogenannten Restrukturierungs-Manager an die Seite stellen, der Oldenburger Rat soll in seiner Sitzung heute Abend den Weg dafür frei machen.

Viele der Verbesserungsvorschläge aus dem Gutachten entsprächen dem im Klinikum erarbeiteten Programm „Kurskorrektur 2018“, so Tenzer. „Der Gutachter bestätigt damit den eingeschlagenen Weg, der nicht auf Personalfragen reduziert werden darf.“

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Auch der Betriebsrat des Klinikums lehnt eine Erweiterung des Vorstands nicht grundsätzlich ab. „Aber eine Lösung, die ohne Absprache mit dem jetzigen Vorstand über seinen Kopf hinweg durch die Stadt verordnet wird, erscheint uns sehr problematisch“, warnt Nils Lotze, der Vorsitzende der Arbeitnehmervertretung. „Doppelspitzen funktionieren nur dann gut, wenn zwei Menschen es gemeinsam wollen, wenn sie wirklich zusammen arbeiten und nicht gegeneinander. Das hatten wir hier im Klinikum schon zur Genüge“, sagt Lotze in Anspielung auf den seit Monaten schwelenden Streit zwischen Vorstand und Teilen des Ärztlichen Direktoriums. Ein zweiter Vorstand sei zudem teuer, „und dieses Geld muss von den Beschäftigten zusätzlich erwirtschaftet werden“.

Lotze nennt die von den Gutachtern errechneten möglichen Einsparungen und Erlössteigerungen in Höhe von über 40 Millionen Euro „unrealistisch“. „Wir fürchten schlimme Konsequenzen für das Personal, weil ein Sanierer erfahrungsgemäß immer hier den Hebel ansetzt“, so Lotze.

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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