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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Staatstheater weicht in den Uferpalast aus

23.11.2017

Oldenburg Auf einen „Uferpalast“ im Hafen dürfen sich die Oldenburger für den Sommer 2018 freuen, denn das Staatstheater braucht für die weitere Sanierung des Hauses wieder ein Ausweichquartier: Vom 19. Mai bis zum 1. Juli wird daher ein großes Zelt auf dem ehemaligen Gelände des Rhein-Umschlags im Stadthafen aufgebaut. 1000 Zuschauern wird der „Uferpalast“ Platz bieten. Das bestätigte am Mittwoch auf Anfrage der NWZ Staatstheater-Sprecherin Ulrike Wisler. Am Abend zuvor war auf der Sitzung im Kulturausschuss die städtische Unterstützung für das Staatstheater Thema.

Kommentar von Sabine Schicke

Reizvolle Umgebung

Ausweichquartiere können reizvolle Spielstätten sein. Das haben die Oldenburger bereits 2010 erlebt, als sie im Hangar auf dem Fliegerhorst Oper und Schauspiel schauten. Für das Theater bedeutet das natürlich immer einen Mehraufwand und großes Improvisationstalent.

Das ehemalige Gelände des Rheinumschlags bietet eine reizvolle Umgebung. Und das nicht nur, weil es über Jahre als Firmengelände kein öffentliches Terrain war. Die Oldenburger bekommen also endlich eine Spielwiese am Wasser, wenn um das Zelt eine Art Festival gestaltet werden soll.

In diesem attraktiven Quartier am Wasser werden viele neue Bauprojekte verwirklicht. Viele Oldenburger waren jedoch niemals in dieser Ecke.

Vielleicht ist es eine der schönsten Möglichkeiten, als Zuschauer im Theatersessel Tuchfühlung aufzunehmen und Jesus Christ Superstar zu hören.

So finanziert(e) das Land Niedersachsen die Sanierung, Umbauten und den Brandschutz des Hauses für mehr als 15 Millionen Euro. Der Großteil davon wurde in den vergangenen Jahren bei laufendem Betrieb oder während der Theaterferien bereits verbaut, etwa für eine Fluchttreppe und um das Große Haus barrierefrei bis in den zweiten Rang erreichen zu können.

2018/2019 geht es weiter mit der Erneuerung der Obermaschinerie im Kleinen Haus (rund 3,4 Millionen Euro). Bereits vor einem Jahr hatte es aus dem Ministerium in Hannover dazu geheißen, dass die Anlage kaum noch zu bedienen sei. Auch das Theaterfoyer im ersten Obergeschoss des Großen Hauses wird sich im Sommer 2018 in eine Baustelle verwandeln. Hier geht es nicht nur um den Brandschutz und die energetische Sanierung, sondern auch um eine neue Gestaltung.

Auf der Basis eines Vertrages von 1963 mit dem Land Niedersachsen beträgt der jährliche Zuschuss der Stadt für das Staatstheater jeweils 25 Prozent der nicht gedeckten Betriebskosten. Das war 2015/16 eine Summe in Höhe von etwa 5,7 Millionen Euro.

An den anstehenden Sanierungs- und Umbaukosten wird sich die Stadt nach Rücksprache mit dem Land in einer Höhe von jeweils 500 000 Euro in den Jahren 2018 und 2019 beteiligen. Entsprechende Pläne wurden im Kulturausschuss vorgestellt. Die Abstimmung über diese eine Million Euro findet sich bereits auf der Tagesordnung für die nächste Ratssitzung am 18. Dezember.

Der Spielplan für den Uferpalast im Stadthafen steht bereits. Vier Produktionen (wegen der Umbauten weitgehend en bloc) werden gezeigt: Jesus Christ Superstar, Alice im Wunderland, ein Tanzstück und die Comedian Harmonists. Wie Ulrike Wisler berichtet, soll das Theaterzelt auch für diesen neuen Bereich der Stadtplanung begeistern. Drumherum soll eine Art Festivalstimmung die Gäste locken. Aufgebaut werden könnte etwa ein historisches Karussell. Es soll aber so nahe am Wasser auch Möglichkeiten für sportliche Betätigung geben, etwa ein Volleyballfeld und mehr. Die genauen Pläne für das Projekt will das Staatstheater im Januar vorstellen.

Bereits 2010 spielte man –allerdings deutlich länger – in einem Ausweichquartier: auf dem Fliegerhorst. Damals war das Große Haus aus EU-Mitteln komplett saniert worden.