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Bewohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten
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Aktualisiert vor 14 Minuten.

Feuer In Bakum-Lohe
Bewohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Besonders schwere Grippewelle ebbt nicht ab

21.03.2018

Oldenburg Noch ist die Grippe-Saison in Oldenburg nicht ausgestanden. „Wir haben in dieser Grippewelle einige dramatische Verläufe bei jungen Menschen erlebt“, erklärt Kirsten Habbinga. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin und die Leitende Ärztin der Notaufnahme im Pius-Hospital in Oldenburg. Bislang gab es im Pius 36 nachgewiesene Fälle der „echten“ Grippe, also der Influenza Typ A und B.

„Aktuell behandeln wir neun Grippe-Patienten und bei zweien stehen die Testergebnisse noch aus“, erklärt Habbinga.

Lesen Sie auch: Zahl der Grippetoten in Niedersachsen steigt auf 50

Im Klinikum Oldenburg wurden laut Pressesprecherin Barbara Delvalle seit Jahresbeginn insgesamt 300 Patienten vom Institut für Laboratoriumsdiagnostik und Mikrobiologie auf Influenza getestet. Davon waren 26 Ergebnisse positiv für Influenza A und 87 auf Influenza B – in der Summe hatte das Klinikum also 113 Fälle. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es nur 113 Untersuchungen und insgesamt 26 Fälle (24 Fälle Influenza A und zwei Influenza B). Aus dem Notfallzentrum des Klinikums ist zu hören: „Es ist eine abnehmende Tendenz zu spüren. Momentan sind es täglich nur noch ein bis zwei positive Influenza Fälle in der Inneren Aufnahme.“ Auch im evangelischen Krankenhaus war die Grippewelle stärker präsent als in den vergangenen Jahren, teilt Sprecherin Ursula Kremer mit.

Vergleichbar mit dem Klinikum ist auch im Pius-Hospital besonders die Innere Medizin und die Intensivmedizin betroffen. Die Innere Medizin ist mit 20 Prozent überbelegt, aber diese Patienten werden auf andere Fachabteilungen verteilt.

Ein Spezial zur Grippewelle im Nordwesten finden Sie hier

Hier in Oldenburg ist die Grippewelle laut Habbinga noch nicht ausgestanden. Das bestätigt auch der Wochenbericht für Influenza des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes für die 11. Kalenderwoche. Dort geben Kindertageseinrichtung zum Beispiel an, dass die Tendenz in der Stadt Oldenburg steigend ist und der Krankenstand immer noch sehr hoch sei. „Das wird sich hoffentlich in den nächsten ein bis zwei Wochen ändern. In Süddeutschland ist bereits eine Verbesserung zu merken“, erklärt Habbinga. Im evangelischen Krankenhaus ist man da schon optimistischer: „Die Situation der Grippewelle ebbt ein wenig ab und wird sich voraussichtlich in den kommenden Wochen regulieren“, sagt Kremer.

Auffällig sei laut Habbinger bei dieser Grippewelle, dass die Influenza sehr aggressiv verlaufe – insbesondere bei hochbetagten und jüngeren Personen. Das kann auch Prof. Dr. Jürgen Seidenberg, Klinikdirektor in der Kinderklinik Oldenburg bestätigen. Laut ihm gibt es viele Grippefälle in der Kinderheilkunde, vom Säugling bis zum Schulkind – auch bei Kindern ohne Risikofaktoren.

In der Kinderklinik ist noch kein Abfall der Erkrankungstendenz an Influenza zu vermerken. „Wir haben zur Zeit viele Lungenentzündungen, die zum Teil so schwer verlaufen, dass Patienten beatmet werden müssen. Kleinere Kinder haben bei influenzabedingten Fieberschüben häufig Krampfanfälle. Gelegentlich kann auch der Darm beteiligt sein mit Schmerzen und Durchfällen“, sagt Seidenberg.

Die Zahl der Influenza-Patienten sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Auch, weil die Krankenhäuser sensibilisierter seien und nun schneller auf Grippe testen würde, wie Habbinga erklärt. Die Dunkelziffer sei zwar immer noch hoch, aber daran werde gearbeitet. „Noch gibt es in Deutschland ein recht geringes Risikobewusstsein, was die Grippe angeht und auch deshalb lassen sich nicht so viele Patienten impfen“, sagt die Pius-Ärztin. Auch Seidenberg weist daraufhin, dass die Impfung gegen Influenza immer wieder aufgefrischt werden muss, weil sich die Influenzaviren verändern. Und er warnt davor, die Influenza als harmlose Krankheit abzutun. Deshalb solle man im Herbst an die Impfung denken – 2018 wird es ein Vierfachimpfstoff sein.

Pius-Ärztin Habbinga selbst ist geimpft – schließlich nütze es den Patienten erst recht nichts, wenn das Personal krank sei. In der Kinderklinik ist leider genau das der Fall, obwohl viele Mitarbeiter auch dort geimpft sind, wobei auch einige zuhause bleiben müssen, weil das Kind krank ist, berichtet Seidenberg. Noch ist die Zahl der kranken und fehlenden Mitarbeiter hoch, so dass die verbleibenden mit viel Mehrarbeit belastet sind.

Operationen mussten im Pius-Krankenhaus noch nicht abgesagt werden. „Wir haben ein Infektionsmanagement-Team und das bewertet die Lage von Tag zu Tag. Bisher konnte immer alles wie geplant stattfinden“, sagt Habbinga.

Nicht nur die Impfung schützt vor der Grippe – auch die richtige Handhygiene ist wichtig. Gerade, wenn man Freunde oder Verwandte im Krankenhaus besucht. Helmut Holthaus ist der Hygieneexperte im Pius und erklärt, wie man sich die Hände richtig desinfiziert. Nämlich nicht direkt nach Betreten des Krankenhauses, sondern eher unmittelbar vor und nach dem Kontakt mit dem Patienten. „Beim Desinfizieren kommt es dann darauf an, dass man es gründlich macht, Das Mittel muss großzügig angewendet werden und mindestens 30 Sekunden einwirken. Auch Daumen, Fingerkuppen und Fingerzwischenräume müssen durch das Mittel befeuchtet werden“, erklärt Holthaus.

Lina Brunnée Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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