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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Alte Diesel sollen nicht mehr in die Stadt

10.11.2017

Oldenburg Der Handlungsdruck auf die Stadt ist enorm, nun hat die Verwaltung Maßnahmen vorgestellt, um die Stickoxidbelastung auf dem Heiligengeistwall nachhaltig unter den gesetzlich festgelegten Grenzwert von 40 Mikrogramm zu senken.

Mit den Plänen müssen sich noch die Ausschüsse für Umwelt sowie Verkehr befassen, der Rat muss dem Maßnahmenkatalog zustimmen. Für Unmut sorgte indes die Informationspolitik der Verwaltung, sagte Michael Schilling für die CDU-Fraktion. „Am Donnerstagmorgen wurde der Maßnahmenkatalog erst im Ratsinformationssystem öffentlich gemacht, abends soll der Fachausschuss darüber beraten“, wunderte sich der Ratsherr.

Konkret will die Stadt eine „Grüne Umweltzone“ einrichten. Die Einfahrt ist verboten mit Diesel-Fahrzeugen, die die Euronorm 4 nicht erfüllen. Dem Vernehmen nach sind davon rund 3000 Fahrzeuge betroffen – das sind knapp vier Prozent aller in Oldenburg zugelassenen Fahrzeuge. Die Umweltzone soll etwa zehn Quadratkilometer groß sein.

Noch nicht geplant ist demnach die Einführung einer „Blauen Zone“ mit weit schärferen Einfahrverboten. Sie bleibe aber ein weiteres Mittel, sobald die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen dazu vom Bundesgesetzgeber geschaffen wurden, hieß es.

Der Zwang zum Handeln war stark gestiegen, nachdem der Interessenverband Deutsche Umwelthilfe (DUH) am 24. August gegen Oldenburg unter Androhung einer Klage das formale Verfahren zur Sicherstellung der Einhaltung der Grenzwerte für Stickoxide (NOx) eingeleitet hatte.

Daraufhin hatte der städtische Umweltausschuss als ersten Schritt einstimmig die Fortschreibung des kommunalen Luftreinhalteplanes beschlossen. Viel Zeit bleibt demnach aber nicht: Die Maßnahmen sollen zum 1. Januar 2018 greifen.

Für die städtische Nutzfahrzeugflotte (Müllfahrzeuge, Straßenreinigung) werde unter anderem geprüft, ob deren Stickoxid-Emissionen reduziert werden können. Jährlich verbrauchten diese Fahrzeuge etwa 500 000 Liter Dieselkraftstoff, teilte die Verwaltung mit. Durch eine Umstellung auf sogenannte GTL-Diesel (Gas-to-liquid) könne die NOX-Emission deutlich reduziert werden. Insgesamt besteht die städtische Nutzfahrzeugflotte aus etwa 160 Fahrzeugen. Für den städtischen Pkw-Fuhrpark wurden kürzlich drei weitere Elektro-Fahrzeuge angeschafft, dies verbessert die Umweltbilanz.

Die schnellere Umrüstung der Busflotte der VWG ist ein weiterer Vorschlag für den aktualisierten Luftreinhalteplan. Bisher werden jährlich zehn Bioerdgasbusse der älteren Bauart durch neue Gasbusse der höchsten Abgasstandards (Euro VI) ersetzt, künftig sollen es 20 sein.

Neu ist die Idee, die Zahl der Dieselfahrzeuge durch ein Logistikkonzept für die Innenstadt zu reduzieren. Ziel sei es hier, einen Umschlagort einzurichten, von dem aus die Geschäfte in der Innenstadt nicht mehr mit kleineren Lkw beliefert werden, sondern mit Lastenfahrrädern oder Elektrofahrzeugen. Somit würde der Anlieferungsverkehr komplett emissionsfrei ablaufen, meint die Verwaltung.

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