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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Nahverkehr In Oldenburg: Kehrt die Kurzstrecke zurück? 

26.10.2019

Oldenburg Die Preise für den Nahverkehr massiv senken, damit mehr Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen: Dieses Thema wird derzeit in vielen Städten diskutiert – Stichwort 365-Euro-Ticket. Stadt und VWG sind allerdings skeptisch, ob das der richtige Weg zur Verkehrswende ist. Stattdessen wird an Tarifänderungen und neuen Angeboten gearbeitet. Davon berichteten VWG-Geschäftsführer Michael Emschermann und Norbert Korallus von der Stadt Oldenburg im Verkehrsausschuss.

Umlandtarif

Derzeit endet die Tarifzone Oldenburg an der Stadtgrenze. Ein Einzelticket kostet hier 2,50 Euro. Wer auch nur eine Station vorher in Vororten wie Ofen, Hundsmühlen oder Metjendorf einsteigt, um in die Stadt zu fahren, muss bereits 3,65 Euro zahlen – genauso viel wie für eine 20 Kilometer lange Anreise von Rostrup aus. Die Monatskarte kostet in Oldenburg 57 Euro, mit Umlandgemeinde 80,20 Euro.

Im sogenannten Speckgürtel der Stadt sehen Verwaltung und VWG ein hohes Potenzial, durch attraktivere Preise neue Fahrgäste zu gewinnen und damit auch Oldenburgs Straßen zu entlasten. Denn das Problem der verstopften Straßen wird auch mit der hohen Zahl der Pendler verbunden. Die geringeren Einnahmen pro Ticket könnten idealerweise durch die höhere Zahl der Nutzer ausgeglichen werden.

Wie eine neue Tarifstruktur aussehen könnte, ist derzeit noch unklar. Für eine Umsetzung müssen auch weitere beteiligte Verkehrsträger ins Boot geholt werden.

Kurzstrecke

Im Jahr 2014 wurde das Kurzstreckenticket in Oldenburg abgeschafft. Es kostete 1,90 Euro und ermöglichte Fahrten entweder innerhalb des Autobahnrings oder außerhalb dieser Zone. Wer allerdings zwischen den Zonen nur eine kurze Strecke fuhr, musste voll zahlen. Der Preis für ein reguläres Einzelticket wurde damals im Gegenzug um 20 Cent auf 2,20 Euro gesenkt.

Ein Problem waren die alten Entwerter in den Bussen, deren Stempel keine Kontrolle darüber ermöglichten, wo jemand eingestiegen war. Hier will die VWG umrüsten, um womöglich ab 2021 wieder die Kurzstrecke anbieten zu können. Ob dann die Zahl der Haltestellen, die tatsächliche Entfernung oder ein anderes Modell maßgeblich ist, ist noch offen.

Jugend-Abo

Für das gesamte Gebiet des Verkehrsverbunds VBN gibt es Pläne für ein Jugend-Abo-Ticket. Für Schüler der Klassen 5 bis 10 gibt es derzeit in Oldenburg das Schüler-Ticket „Mia Junior“, das allerdings nicht in den Ferien gültig ist. Ältere Schüler, Auszubildende oder Freiwilligendienstleistende müssen sich Monatskarten jeden Monat neu kaufen. Ein neues Abo-Angebot für junge Leute könnte dies vereinfachen und eine sehr ÖPNV-affine Zielgruppe ansprechen.

Fahrscheinlos fahren

Aus den Fraktionen der SPD, Grünen sowie Linke/Piraten liegen derzeit mehrere Anträge vor, das Busfahren zu vergünstigen oder für die Kunden komplett kostenfrei zu machen. Für letzteren Vorschlag hat die VWG überschlagen, dass bis Ende des Vertrages mit der Stadt im Jahr 2028 rund 159 Millionen Euro an wegfallenden Einnahmen ausgeglichen werden müssten (bei gleichbleibender Zahl der Fahrgäste).

Dem Vorschlag, sich am Vorbild der Stadt Wien zu orientieren und eine Jahreskarte für einen Euro am Tag (365-Euro-Ticket) einzuführen, steht die VWG skeptisch gegenüber. Sie verweist auf ein Positionspapier des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. Demnach hat sich in Wien der Anteil der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr durch das Angebot kaum verändert.

Die VWG steht auf dem Standpunkt, dass ein niedriger Preis allein nicht den Effekt haben wird, dass jede Menge Autofahrer auf den Bus umsteigen. Stattdessen könne es passieren, dass kurze Strecken mit dem Bus statt mit dem Fahrrad gefahren würden. Um eine Alternative zum Auto zu sein, müsse der ÖPNV ein attraktives Angebot gepaart mit Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit bieten, so Emschermann.

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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