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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Wirbel um Wespenalarm im Röwekamp

09.08.2018
Warnung vor den Wespen.

Man muss schon ganz genau hingucken, um sie zu bemerken: die Wespen, die sich unter dem Gehsteig in der Straße Röwekamp eingenistet haben. Dabei sind das nicht wenige. 800 schätzt ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Die Stadt legt sich bei der Zahl der Wespen, die zur Art der Gewöhnlichen oder der Deutschen Wespen gehören, nicht fest, es könnten mehr sein, es könnten aber auch weniger sein, das hänge davon ab, wie viel Platz ihnen zur Verfügung stehe, teilt Sprecher Stephan Onnen auf Anfrage mit. So oder so, rund um das Einflugloch herrscht richtig Betrieb.

In der Nachbarschaft sind die Insekten im Gehweg aber noch kein großes Thema. In der nahegelegenen Kita in der Weskampstraße hat man von ihnen noch gar nichts mitbekommen. Die Briefträgerin zuckt ebenfalls ratlos die Schultern, genauso wie eine Passantin, die regelmäßig mit ihren beiden Hunden dort langgeht.

PRO

Kein Grund zur Panik

Katja Mielcarek

Vorsicht ist gut, aber man kann es auch übertreiben. Das Wespennest im Röwekamp ist eines von vielen in Oldenburg. Und ja, unter ungünstigen Bedingungen kann es dort zu unliebsamen Begegnungen zwischen Insekten und Mensch kommen. Im Normalfall wird das aber nicht passieren, das Nest liegt ganz am Rand des Gehwegs und nicht im Garten einer Kita. Da braucht es keine Absperrung. Es ist Sommer und im Sommer gibt es Wespen. So ist das nun mal. Im Herbst ist der Spuk wieder vorbei und der Bürgersteig kann auch im Röwekamp wieder in voller Breite genutzt werden – falls das jemand will.

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Einen akuten Handlungsbedarf sehe die Stadt nicht, sagt Onnen. Der Gehweg sei so breit, dass das Nest problemlos passiert werden könne. Werner Wichmann vom Fachdienst Naturschutz der Stadt hat sich die Situation vor Ort angeschaut. Das Einflugloch liegt zwar ganz am Rand des Gehwegs, Passanten könnten aber trotzdem drauf treten und die Wespen dadurch reizen. Eine Absperrung wäre also eine denkbare Alternative. Die Stadt habe sich aber dagegen entschieden, weil das erfahrungsgemäß Aufmerksamkeit errege und Neugierige anlocke, teilt Onnen mit. Die Tiere sollten nicht unnötig beunruhigt werden. Die Situation werde jedoch täglich im Auge behalten und im Zweifel reagiert.

Der Anwohner findet die Strategie der Stadt grundsätzlich richtig – erst recht, weil Wespen geschützte Tiere seien. Um die Passanten zu warnen, hat er aber ein kleines Hinweisschild an der Hecke angebracht, garniert mit zwei Totenköpfen. „Achtsam bleiben“, lautet sein Rat.

Das Hinweisschild als solches finde die Stadtverwaltung gut, sagt Onnen. Allerdings seien die Totenköpfe nicht ganz angemessen, weshalb es in Kürze gegen eines der Stadt ausgetauscht werden soll. Beiden Schildern gemein sei aber der Hinweis auf das Umwelttelefon der Stadt Oldenburg.

CONTRA

Nicht nur Wespen schützen

Karsten Röhr

Wespen? Gerne, aber nicht auf meinem Pflaumenkuchen! Da machen sie mich nervös. Ähnliches gilt für Wespennester in Gehwegen. Ich reagiere allergisch auf Wespenstiche, andere auch. Nackte Kinderfüße oder längere Röcke, unter die die Wespen von unten geraten – all das kann dort leicht passieren. Deshalb ist es nicht verantwortlich, wenn die Stadt an dieser Stelle im Gehweg beide Augen zudrückt. Denn das hat sie zunächst getan. Sie bekam den Hinweis und hat nicht nur das Nest nicht entfernt, sondern auch eine Warnung abgelehnt. Die kam erst, als der Anwohner selbst ein kleines Schild malte und dies der Stadt nicht passte.

Den Autor erreichen Sie unter

Unter Telefon  2 35 27 77  geben Imker kostenlos Rat bei Fragen rund um Wespen, Bienen und Hornissen, bei Bedarf auch persönlich vor Ort. In den vergangenen Jahren hätten sie 180 bis 200 Anrufe pro Sommer bearbeitet, sagte Onnen. In diesem Jahr läge man schon bei knapp 500, 237 davon allein im Juli. In den allermeisten Fällen zeige sich, dass die Nester vor Ort bleiben können. Eine Umsiedlung oder gar eine Tötung der Wespen dürfe nicht ohne Genehmigung der Stadt erfolgen, so Onnen.

Katja Mielcarek
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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Fachdienst Naturschutz

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