• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Oldenburger Energieexperten treiben Wasserstoff an

19.01.2019

Oldenburg „Wind ist vielleicht die neue Kohle“, sagte EWE-Chef Stefan Dohler beim Neujahrsempfang des Oldenburger Energieclusters Olec am Freitag im Fürstensaal des Bahnhofs. Dohler verwies damit auf den stärksten Energielieferanten aus dem Nordwesten, der auch den größten Batzen zum Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Deutschland beiträgt. Der Anteil war im vergangenen Jahr von 35 auf 38 Prozent gestiegen.

„Teuer und fragwürdig“

Der EWE-Chef empfahl allerdings auch, in der Industriepolitik stärker die Kompetenz der Industrie zu nutzen. Der Solar-Weg sei „in Teilen sehr ideologisch geprägt“ gewesen – mit enttäuschendem Ergebnis: „Da ist extrem viel ’reingegeben worden, und es ist ein Trauerspiel, was daraus entstanden ist.“ Die Frage der Wertschöpfung dürfe nicht einfach ausgeblendet werden.

Auch die Vorstellungen einer „All-Electric-Society“ würden „ein sehr teurer Spaß, der zudem umweltpolitisch fragwürdig ist“. Man müsse sich das Ganze „von der Wiege bis zur Bahre des Produkts“ anschauen – und das zeige: „Ohne echten Ökostrom funktioniert diese Bilanz nicht wirklich.“ Dass nach dem Beschluss zum Ausstieg aus Atomkraft und Kohlekraft in Deutschland „die ersten Grünen bereits sagens: Jetzt brauchen wir den Gas-Ausstieg“, sei für unser Industrieland unverantwortlich.

Dohler setzt Hoffnungen auf den Beitrag, den der Wasserstoff für eine bessere CO2 -Bilanz liefern könnte. Dieser biete „eine Riesen-Chance“. Die EWE hat ein „Kompetenzcenter Wasserstoff“ gegründet, in dem für Produktion, Speicherung und Einsatz geforscht und getestet wird.

Die großen Salzkavernen der EWE könnten „im Idealfall für die Speicherung von Wasserstoff umgenutzt werden“, sagte Dohler. Für den Wasserstoff könne die vorhandene „sehr gute Gas-Infrastruktur“ im Land genutzt werden – auch über die vielen Gastankstellen. Das sei sinnvoller, günstiger und weitsichtiger als der Aufbau einer kompletten Elektro-Infrastruktur.

„Olec brummt“

Der erneuerbare Überschuss-Strom aus dem Nordwesten könne in Wasserstoff umgewandelt werden. Für die Nutzung seien angesichts des unbeständigen Verbrauchs aber flexible, dezentrale Speicher nötig. Die Netze müssten entsprechend „intelligent gemacht werden“, weil das Ganze für die Unternehmen sonst nicht wirtschaftlich wäre. In diesem Bereich sei Unterstützung durch die Politik sinnvoll und nötig. Auch der produzierte Offshore-Strom würde aus seiner Sicht gleich vor Ort am besten über Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt.

Der Olec-Vorstandsvorsitzende Roland Hentschel sagte, das 15 Jahre bestehende Netzwerk, das vom damaligen Oberbürgermeister Dietmar Schütz ins Leben gerufen worden war, befinde sich angesichts der hohen Resonanz „im besten Jahr, das wir je hatten“. Olec leitet auch den landesweiten Arbeitskreis Wasserstoff, der das vielversprechende Thema weiter voranbringen möchte.

„Es ist toll, dass wir Olec haben, der Laden brummt“, gratulierte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Der OB wünschte sich, auch angesichts der von Hentschel diagnostizierten „abnehmenden Akzeptanz der Energiewende“, dass „Windräder am Horizont als positives Zeichen einer klimaneutralen Zukunft gesehen werden“.

Er verwies zudem auf die neuen Erdgasbusse der Stadt, denen bereits 25 Prozent Wasserstoff beigemischt werden könne, und auf die extreme Wasserstoffkompetenz. Krogmann: „Oldenburg sollte das Wasserstoffzentrum Niedersachsens werden.“ Umweltminister Olaf Lies plädierte, den Klimaschutz stärker als Chance zu sehen und alles dafür zu tun, dass das „Experiment“, Klimaschutz und Wohlstand zu verbinden, gelinge. Gleichzeitig müsse mit Augenmaß gehandelt werden. Maßnahmen zur Gebäudeeffizienz etwa dürften das Wohnen nicht unbezahlbar machen. Auch bei den Batterien müsse man sich unter anderem fragen, woher der Strom dafür komme.


  www.energiecluster.de 
Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2110
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.