• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Die Grünkohlsaison in Oldenburg ist eröffnet!

04.11.2019

Oldenburg Herb im Abgang, sanft fruchtig, mit leichter Grünkohlnote. Reicht das? Den meisten Oldenburgern nicht. Am Sonntag sind die Teller randvoll mit dem deftigen Wintergemüse.

Die Saison ist offiziell eröffnet, allerorts wird geschlemmt. Zugeführte Kalorien können gleich anschließend beim Shoppen verbraucht werden: die Geschäfte haben heute auf. Henrick Nölker nippt am Porzellan und freut sich. Der vom Nölker und Nölker-Chef kreierte Grünkohltee ist im Gegensatz zu den meisten Spezialitäten, die es an diesem Tag kreuz und queer in der City zu verkosten gibt, das ganze Jahr erhältlich. Die „leichte Grünkohlnote“ kommt durch zehn Prozent pulverisiertes Gemüse, das fruchtige vom Pfirsich.

Schwarzteetrinker fänden das übrigens total gesunde Gebräu eher fad, sagt Henrick Nölker. Wer seine Geschmacksknospen stärker herausfordern will, macht einen Zwischenstopp bei den „Buddeljungs“. Schnapsladen-Inhaber Frederick Pellwitz ist mit seinem Unternehmen das erste Mal beim traditionellen Grünkohlsonntag vertreten – und hat ordentlich Kundschaft: ein Gläschen Korn nach der Völlerei tut gut.

1200 Kilo Grünkohl gehen an so einem Tag bei der Fleischerei Meerpohl über den mobilen Tresen – „und bis zu 1500 Kilo Pinkel“, sagt Fleischermeister Andreas Egert.

Geschlemmt werden darf nach dem ersten Frost. „Aus der Tiefkühltruhe also immer“, sagt eine Kundin in der Schlange. So salopp halten es nicht alle: Jutta und Wolfgang Struck aus Wardenburg genießen das Winteressen dieses Jahr zum ersten Mal – ab jetzt aber regelmäßig. „Allerdings nur traditionell und selbst gemacht – niemals aus dem Glas“, sagt die Wardenburgerin und beißt in die Wurst.

Fleischlos glücklich werden können vegetarische Gourmets am Stand von Abel & Gerdes. Inhaber und Koch Marco Gerdes hat dafür ordentlich Gemüse – Sellerie und Kartoffeln in die Pfanne gehauen. Allerdings würden die Meisten zur gehaltvolleren Variante mit Tier greifen, sagt er. In seinem Restaurant bietet er auch Crêpesröllchen mit Grünkohl, Datteln und Limette an, stellt aber immer wieder fest „die Oldenburger mögen es traditionell – wie bei Oma“.

Vermutlich würde sich Großmutter am Stand der Fleischerei Bley im Grabe umdrehen: da gibt es nämlich Grünkohlbratwurst. Die laufe auch noch „etwas schwierig“, heißt es. Alternativ gibt es aber auch die Klassiker.

Wer gerne über den Tellerrand guckt, bestellt sich beim Food-Truck der „Geschmacksträger“ einen grün eingefärbten Brioche-Burger mit roh mariniertem Grünkohl, Kasslerlachs, Zwiebel-Speck-Chutney und Senfcreme-Sauce. Der käme auch im vierten Jahr noch super an, sagt Mitinhaber Malte Ibbeken. Selbst isst der Unternehmer und Koch allerdings auch gerne „Grünkohl wie bei Muttern.“ Ein Blick über die Stelltische auf dem Rathausmarkt lässt darauf schließen, dass er nicht der Einzige ist. Trotzdem bietet der Oldenburger Ernährungsrat neben Anregungen übers eigene kulinarische Konsumverhalten nachzudenken auch veganes Grünkohlpesto und das Café Klinge serviert Grünkohlpralinen. Die schmecken dank exzellenter Schokolade und ordentlich Zucker sogar – bis auf den mehligen Gemüsenachgeschmack.

Wissenshunger stillen können Besucher des Forschungszeltes. Hier werden Ergebnisse von Züchtungen der Uni und des Botanischen Gartens vorgestellt. Entwickelt werden soll „Die Oldenburger Palme“. Wer will, darf seine Stimme für einen der drei Protypen abgeben. Wie die als Eintopf schmecken, wissen die Forscher allerdings noch nicht.

Andernorts in der Fußgängerzone und Geschäften außerhalb werden Quiche, Smoothies und Currys auf Grünkohlbasis serviert. Hungrig geht an diesem Tag keiner nach Hause. Und über der ganzen Stadt liegt dieser Duft: herb im Abgang, mit leichter Grünkohlnote.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2106
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.