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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Schwimmen im Hunte-Flussbad fällt ins Wasser

23.08.2019

Oldenburg Wer gern im Flussbad schwimmt, muss sich gedulden: In diesem Jahr dürfte das Naturgewässer im Olantis nicht mehr öffnen. Das seit Wochen geschlossenen Flussbad ist auf absehbare Zeit weit entfernt von Badewasserqualität.

Jens Hackbart, Chef der städtischen Bäderbetriebsgesellschaft und des Olantis, verweist auf die stark erhöhte Belastung durch Phosphat. Die jüngste Kontrollmessung durch das Gesundheitsamt habe eine Belastung von 180 mg pro Liter ergeben – bei einem Grenzwert von 10 mg/l, berichtet Hans Schenk vom Ingenieurbüro HSC aus Visselhövede, das die Olantis-Geschäftsführung unter anderem bei Fragen der Wasseraufbereitung berät.

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Überflüssige Diskussion

Viele Darmbakterien

Ein weiterer kritischer Wert ist die Belastung mit dem Darmbakterium Escherichia coli. An den beiden Stegen im Flussbad wurden zuletzt Werte von 158 bzw 170 gemessen. Der Grenzwert liegt bei 100. Aufgrund der Messergebnisse kommt das Gesundheitsamt zu einer klaren Schlussfolgerung: Eine Sperrung des Flussbades sei erforderlich.

Nach Einschätzung von Fachmann Schenk haben die Hitzesommer in diesem und im vergangenen Jahr das Problem mit der Wasserqualität in Naturgewässern noch mal deutlich verschärft. Eine der Hauptfaktoren sei die wesentlich stärkere UV-Strahlung. „Die beschleunigten chemischen Prozesse ergeben Zersetzungsprodukte, die wir nicht im Wasser wollen.“

Phosphat in der Hunte

Die Wasserqualität im Flussbad wird durch mehrere Faktoren beeinflusst: Zum einen belasten Sonnencremes, Lotionen und andere Pflegeprodukte, die Badegäste ins Wasser bringen, die Qualität. Der Phosphat-Eintrag sei unter anderem eine Folge der landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen entlang der Hunte. „Wir müssen mit der Wasserqualität zurecht kommen, die das zufließende Hunte-Wasser hat“, betont Schenk.

Zurückgegangen ist nach Aussage von Hackbart die Belastung durch Ausscheidungen von Gänsen und Nutrias, die am Ufer leben. „Der Zaun, den wir angebracht haben, bringt etwas.“

Das Flussbad als Badesee einzustufen, statt als Kleingewässer, lehnt Hackbart ab. „Es geht um die Sicherheit der Badegäste.“ 2007 hatte der damalige Oberbürgermeister Gerd Schwandner vorgeschlagen, die Einstufung des Flussbades zu ändern. Dadurch würden deutlich höhere Grenzwerte gelten.

Bessere Wasserqualität ist schwierig

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Wie lässt sich die Wasserqualität verbessern? – „Das ist sehr, sehr schwierig“, sagt Hackbart. Das Olantis beschäftigt sich unter anderem mit einer möglichen Frischwasser-Zufuhr. „Aber bei 6000 Kubikmetern Naturbadewasser wären riesige Mengen nötig“, gibt Schenk zu bedenken. „Wollen wir – abgesehen von den Kosten – in Zeiten von Wasserknappheit so viel Trinkwasser einsetzen?“ Auch die Behandlung des Wassers mit Ozon ist ein Thema. „Wir berechnen derzeit, wie groß der Aufwand wäre – das ist alles auch eine Kostenfrage.“ Der Einsatz von Chemie, zum Beispiel Chlor, scheide aus, „schließlich sind wir in der Natur“.

Überhaupt lasse sich die Entwicklung in Naturgewässern nie so genau vorhersagen“, sagt Experte Schenk. „Das muss man immer ein Stück ausprobieren.“ Fest steht: „Geht es mit dem Wetter so weiter, haben wir ein dauerhaftes Problem.“

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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