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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Saubere Umwelt liegt Oldenburgern am Herzen

01.04.2019

Oldenburg Die Sorge um die Umwelt ist nicht nur in aller Munde, sondern auch in aller Hände: So kann man die Rekordbeteiligung bei der „Oldenburg räumt auf“ deuten. Demonstrationen gegen Klimawandel, Einsatz für bäuerliche Landwirtschaft, Kampf gegen Mikroplastik - und eben auch für eine saubere Umwelt. „Ich glaube, diese Themen hängen und zusammen und befördern sich gegenseitig“, sagt Volker Schneider-Kühn, der Leiter des städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes, der auch mehr als ein Jahr nach seinem Amtsantritt staunt über die Größe und Lebendigkeit von „Oldenburg räumt auf“.

Fast 4100 Schülerinnen und Schüler von 35 Schulen am Freitag, gut 2000 Helferinnen und Helfer in rund 100 Gruppen am Samstag - so viele waren noch nie auf den Beinen. Dass die Müllmenge mit 14,5 Tonnen gegenüber dem Vorjahr um etwa eine Tonne niedriger ausfällt, ist für Silke Meyn ein gutes Zeichen. Der Erste Stadträtin wertet den Rückgang als Beleg, dass Oldenburg sauberer geworden ist. Die persönliche Wahrnehmung vieler Bürger bestätigt diesen Befund zwar nicht uneingeschränkt. Eine bessere Erklärung, warum mit der Zahl der Sammler nicht auch die Müllmenge steigt, gibt es aber nicht.

Es kommt auch nicht nur auf die Menge an, da dürften sich die allermeisten Helferinnen und Helfer einig sein. Genauso wichtig ist der Wille, mit vielen anderen Menschen ein Zeichen zu setzen. „Wir für Oldenburg“ - das verbindet.

Beim traditionellen Abschlussfest wird diese Stimmung spürbar. Die guten Suppen und die Wurst, das Bier und der Kaffee - das ist eine willkommene Aufmerksamkeit für die Helferinnen und Helfer. Aber die Menschen kommen nicht nur deswegen. Es geht im die gemeinsame Sache.

Apropos Gemeinschaftssinn: Die LzO fördert diesen Gedanken seit Jahren durch die Spenden, die Gabriele Mesch und Olaf Meenen vom Stabsbereich Vorstand jeweils zwei Organisationen überreicht: Für jede gesammelte Kilo Müll zehn Cent. Den aufgerundeten Betrag nahmen in diesem Jahr Marlene Dirks von der Demenzhilfe Oldenburg und Grötsch vom Naturschutzbund Deutschland entgegen. Ein ähnliches Ziel verfolgt der Treuepass der NWZ. Wer drei Mal an „Oldenburg räumt auf“ teilgenommen hat, nimmt an einer Sonderverlosung teil. Der Preis, ein schickes E-Bike von E-Bike-Only im Wert von 2500 Euro, geht an Nicole Schmeichel. Die Kreyenbrückerin fährt bislang mit dem Auto zur Arbeit nach Wehnen. „Mit dem E-Bike überlege ich mir umzusteigen“, freut sich die Gewinnerin.

Ein strahlendes Gesicht zeigte auch Annika Schwarting. Die 25-Jährige gewann den Hauptpreis der Tombola, eine Reise für zwei Personen nach Berlin einschließlich Bahnfahrt. Birgit Kempermann vom Reisebüro DER, die den Preis überreichte, hatte ein schickes Fünf-Sterne-Hotel ausgesucht. „Wahrscheinlich nehme ich meine Schwester mit“, kündigt die Nadorsterin, die beim DLRG mitgesammelt hat, an.

Eine weitere Idee hilft, „Oldenburg räumt auf“ jung zu halten. Bei der Premiere von Plogging sind bereits drei Gruppen mit insgesamt 40 Sportlern an den Start gegangen. „Ich denke, das wird wachsen“, sagt AWB-Chef Schneider-Kühn, der beim SV Ofenerdiek mitgelaufen ist. Die Teilnehmer waren in Vierergruppen eingeteilt, begleitet von einem Radfahrer, der den Nachschub an Müllbeuteln verwaltetet, und die Strecke war vorab festgelegt worden: „Perfekt organisiert, wir haben sehr viel aufgesammelt und uns ordentlich bewegt“, lautet das Fazit von Schneider-Kühn, der die Idee hatte, Plogging (schwedisch ploggen, aufheben, und Jogging) auch nach Oldenburg zu holen.

Wer meint, der ganze Aufwand bringe doch nichts, sollte mal am Ende der Sammelaktion nach Neuenwege fahren. In der Entsorgungsanlage kommen die Laster an, die an mehr als 160 Abholpunkten die gefüllten Müllsäcke, Autoreifen, Hausrat und anderen Unrat, der gesammelt oder aus Gräben gezogen wurde, aufladen. Aus den Wagen quillen Berge von Unrat, ein gewaltiger Haufen liegt da am Ende. Die Reaktionen im Netz auf das Video von der Entladung sind einhellig. Die Frage, ob sich die Sammelaktion gelohnt hat, erübrigt sich.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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