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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Automat „Frashtray“ ist heiß auf Kippen

16.08.2019

Oldenburg Raucher kennen das Problem: Schnell vorm Betreten des Gebäudes noch einen letzten Zug aus der Zigarette nehmen und dann danach suchen, wo man die Kippe entsorgen kann. Auf den Boden werfen und austreten gehört sich nicht. Bestenfalls steht vor dem Eingang ein Aschenbecher oder mit Sand gefüllter Behälter. Beides keine perfekten Lösungen, meint Aljoscha Althoff (30).

Sitz in Wardenburg

Wie es besser geht, demonstriert der Oldenburger vor dem Sitz seiner „Studimus GmbH“ am Brachvogelweg in Wardenburg. Untergebracht ist die Firma in seinem Elternhaus. Nähert man sich der Eingangstür, springt ein Gerät an, das durch einen Schlitz Luft ansaugt. Vor diesen Schlitz hält man (auch die glühende) Zigarette und lässt sie darin verschwinden, sie wird eingesaugt. „Frashtray“ heißt der Automat, den er gemeinsam mit seinen Partnern Marcel Eilers (32) und Benjamin Maertz (31), denen das Unternehmen jeweils zu einem weiteren Drittel gehört, entwickelt hat und verkauft. Kennengelernt haben sich die drei jungen Männer beim Studium in Köln. Damals beschlossen sie, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. 2008 war das.

Herausgekommen ist das „Intelligente Abfallsystem für den Raucherbereich“, das vor Eingängen zu Hotels, Bahnhöfen, Flughäfen oder Krankenhäusern stehen kann. Eben dort, wo viele Menschen unterwegs sind. Von 2012 bis 2014 befand sich das Trio in der „Vorgründungsphase“ ihres Unternehmens, erzählt Althoff weiter. Unterstützt wurden sie Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ) der Universität Oldenburg (https://uol.de/giz/).

Erste Zielgruppe für die Vermarktung sind Hotelbetriebe, deren Eingangsbereiche aufgewertet werden sollen. Die Nachfrage war und ist auf Messen, wo die Neuentwicklung vorgestellt wurde, groß. Mehrere hundert Stück sind mittlerweile verkauft worden – Tendenz steigend.

Und so funktioniert das Gerät: Die Zigaretten verglühen in einem Stahlbehälter im Innern des „Frashtrays“, die austretende rauchgeschwängerte Luft durchströmt Filter und tritt gereinigt und ohne üble Gerüche wieder aus, sagt Althoff. Brennen könne nichts, auch Papiertaschentücher oder Bonbonpapier dürfen in den Schlitz gesteckt werden.

Die günstigste von vier Ausführungen ist für 1470 Euro zu haben, das Luxusmodell kostet 4037 Euro. 6000 Kippen passen hinein, der Füllstand kann digital vom Hausmeister abgerufen werden. Einige Modelle können zudem als Wlan-Station genutzt werden. Auf Bildschirmen wird Werbung gezeigt, die digital eingespielt werden kann.

Vertrieben werden die Geräte, die in Justizvollzugsanstalten zusammengebaut werden (aber nicht in Oldenburg) von Fachhändlern. Aufgestellt sind sie laut Althoff neben Deutschland auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Österreich, Schweiz, Belgien und Russland. Den Sprung in die USA haben sie noch nicht gewagt. „Auch eine Anfrage aus China, wo 3000 Geräte bestellt worden waren, haben wir abschlägig behandelt“, berichtet Althoff. Das Risiko sei ihnen zu groß gewesen, wenn das Geschäft geplatzt wäre. Auch beim Tabularazza-Festival vor wenigen Wochen in der Gemeinde Hatten sind im VIP-Bereich „Freshtray“-Geräte aufgestellt worden, in die an einem Tag 2000 Kippen entsorgt wurden.

Kleine Team

„Wir sind ein kleines dynamisches Team.“ Eilers wohnt in Rastede, wo sich in der Nähe in Ipwege auch das Lager der Firma befindet, ­Maertz ist in Frankfurt beheimatet. In Wardenburg helfen Althoffs Mutter und seine Schwester bei den Büroarbeiten und der Organisation mit. „Wir wollen langsam und abgesichert wachsen“, blickt der Jungunternehmer in die Zukunft. Dabei ist der Rauchermarkt einem Wandel unterworfen. Die Zahl der Raucher geht zurück, gleichzeitig geht der Trend zu sogenannten „Heat-not-burn“-Produkten – der Tabak brennt dabei nicht, sondern wird durch ein batteriebetriebenes Heizsystem erhitzt. Für das Produkt, das die Unternehmer zurzeit als Neuheit entwickeln und das für die Entsorgung der Rückstände gedacht ist, läuft laut Althoff das Patentverfahren. Der Antrag für das Patent des „Freshtrays“ wurde übrigens am 11. 11. 2013 eingereicht, erzählt der Unternehmer mit Hinweis auf den Start in die Karnevalssession schmunzelnd. Ein gutes Datum.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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