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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

11 500 Kilometer Mit dem Motorrad durch Südamerika

07.09.2019

Oldenburg Temperaturen zwischen acht und 47 Grad, herumkrabbelnde Vogelspinnen oder Meerschweinchen als Mahlzeit – blickt Arnd Dongowski auf seine Reise durch Südamerika zurück, kommt er aus dem Erzählen gar nicht mehr heraus. Drei Monate verbrachte der Oldenburger in Südamerika. Mit seinem Motorrad, einer Honda Transalp 600, fuhr er von Valparaiso in Chile bis nach Cartagena in Kolumbien. 11 500 Kilometer legte er zurück.

Auch wenn die Erinnerungen langsam verblassen: Erzählt Arnd Dongowski von seiner Motorradreise, strahlt er über das ganze Gesicht. „Alles fing mit einem vergessenen Bausparvertrag an. So kam das Geld für meine Reise zusammen“, sagt der 55-Jährige. 2016 begann er mit der Planung seiner Motorradtour. Am 26. Dezember 2018 startete er mit seiner Reise. Allerdings nicht alleine. „Ich schaltete vorher Anzeigen in Motorradzeitungen um Mitfahrer zu suchen. So kamen noch zwei weitere Männer dazu“, sagt er. Um zu prüfen, ob die Chemie stimmt, trafen sie sich auf einer Motorradmesse in Hamburg. Nach gemeinsamen Motorradfahrten durch den Harz machten sie die Sache fix.

Gefahr durch Dauerregen

Die Motorräder verschifften sie knapp einen Monat vor Reisestart in einem Container nach Valparaiso in Chile. „Sie sollten eigentlich am 27. Dezember ankommen. Aber dann gab es einen Drogenfund auf dem Schiff“, sagt Dongowski. Die Ankunft der Maschinen verzögerte sich deshalb um zwölf Tage. Doch die Zeit lies die Gruppe nicht ungenutzt. Mit einem Leihwagen fuhren sie durch Chile.

„Die Straßenqualität in Südamerika ist schlecht. Man fährt auf sehr viel Schutt“, sagt Dongowski. Besonders bei Dauerregen sei dies ziemlich gefährlich geworden. Dongowski erzählt von Schlammwegen, einspurigen Fahrbahnen und entgegenkommenden Bussen. „Teilweise wussten wir gar nicht, ob wir überhaupt noch auf Steinboden fahren. Das Wasser kam von allen Seiten, fast wie ein Wasserfall. Das war auf der Strecke von Pasto nach Mocoa in Kolumbien und eine echte Grenzerfahrung.“

Doch auch von Erdbeben blieb die Reisegruppe nicht verschont. Am Paso de Aguas Negras, einem Grenzpass zwischen Chile und Argentinien, erlebte Arnd Dongowski, wie 20 Sekunden lang die Erde bebte. Alle Lichter seien erloschen, der Putz fiel von den Decken. „Es war, als würde ein Zug durch unser Haus rasen. Die Frauen schrien. In der Nacht gab es Nachbeben. Deshalb lagen am nächsten Tag riesige Steine auf der Straße. Es dauerte, bis der Pass wieder geöffnet wurde.“

Unfall dezimiert Gruppe

Gab es keinen Dauerregen oder zu große Hitze, legte Arnd Dongowski an einem Tag sogar knapp 500 Kilometer auf seiner Honda zurück. Diese hatte er extra für die Reise gekauft. „Einmal hatte ich einen Platten und ein Schlauch sprang ab. Aber das konnte alles schnell repariert werden“, sagt Dongowski. In seinen zwei Packtaschen habe er neben Zelt, Schlafsack und Isomatte jede menge Werkzeug dabei gehabt. Nur bei einem kaputten Radlager brauchte er Hilfe. „Die Reparatur dauerte 20 Minuten und hat mich 17 Dollar gekostet. Das hätte es in Deutschland nicht gegeben“, sagt er. Als Dank habe er dem Mechaniker einen Motorradhelm geschickt.

Einem seiner Mitreisenden erging es allerdings nicht ganz so gut. Am dritten Tag nach ihrem Aufbruch aus Valparaiso durchfuhr dieser eine Kurve – und stürzte. „Dabei brach er sich ein Bein. So war die Motorradreise für ihn leider beendet und er musste den Heimflug antreten“, sagt Dongowski.

Lange blieb die dezimierten Reisegruppe jedoch nicht zu zweit. Durch Zufall trafen sie einen weiteren Deutschen, der sie mit seinem Motorrad bis nach Cartagena begleitete.

Auf der Reise von Chile nach Kolumbien ist Arnd Dongowski nicht nur die beeindruckende Landschaft in Erinnerung geblieben. Vor allem die Menschen haben ihn nachhaltig beeindruckt. Viele seien besonders von seiner Honda begeistert gewesen. Ein Polizisten durfte die Maschine sogar Probe fahren. „Die Leute in Südamerika waren sehr freundlich und unglaublich hilfsbereit. Da bekomme ich Gänsehaut. Es lies mir das Herz aufgehen“, sagt Dongowski, der für die Stadt Oldenburg in einer Freizeitstätte für Kinder und Jugendliche arbeitet. Besonders gefreut hätten sich viele Südamerikaner darüber, dass er ein wenig Spanisch spreche. Dies habe so manches Herz der Südamerikaner geöffnet.

„Nicht vergessen darf man aber, wie viel Elend es in dem Land gibt. Wir haben viele bettelnde Kinder gesehen“, sagt der 55-Jährige. Diese Eindrücke ließen Dongowski lange nicht los. Oft nutzte er die stillen Momente während der Fahrt mit dem Motorrad, um sie zu verarbeiten.

Seit dem 3. April ist Arnd Dongowski wieder in Deutschland. Doch das Fernweh hat ihn gepackt. Schon jetzt plant er die nächste Reise mit dem Motorrad. Begleiten will ihn der Fahrer, der die Reise durch Südamerika aufgrund des Unfalls nicht beenden konnte. 2021 soll es losgehen. Dann aber durch Brasilien und Argentinien.

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Svenja Gabriel-Jürgens Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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