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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Das entspricht aber nicht der Vorschrift ... !

09.02.2019

Oldenburg Herzog Peter Friedrich Ludwig ließ das Mausoleum auf dem Gertrudenkirchhof im Jahr 1785 bauen, als seine geliebte Frau Frederike bei der Geburt des dritten Sohnes starb. Es war damals das modernste Gebäude der Stadt. Was er beziehungsweise sein Baumeister Johann Heinrich Gottlieb Becker nicht bedacht hatten: Da das Gebäude nur über acht Stufen betreten werden kann, muss ein Handlauf zur Sicherheit angebracht werden.

Mausoleum verschlossen

Das zumindest verlangt heute die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft in der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Und weil der Aufgang nicht weniger als 1,5 Meter breit, sondern deutlich breiter ist, verlangt die Genossenschaft sogar zwei Handläufe – einen links und einen rechts. Da ist es auch völlig egal, dass das Mausoleum meist verschlossen ist und allenfalls am Tag des offenen Denkmals geöffnet wird.

Ein Scherz? Leider nicht, erzählt Dr. Jobst Seeber, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Kirchengemeinde Oldenburg, Kirchhofstraße 6, zu welcher der Gertrudenkirchhof und der Neue Friedhof an der Ziegelhofstraße gehören. Im November vergangenen Jahres hatte die Gemeinde erstmals Besuch von einem Vertreter der Berufsgenossenschaft bekommen, der die aus seiner Sicht schwerwiegenden Mängel festgestellt hat.

Kellergräber

Und nicht nur das Mausoleum, auch die fest verschlossenen und in der Regel unzugänglichen sogenannten Kellergräber sind bei der Begehung unangenehm aufgefallen.

Noch standsicher? Die Berufsgenossenschaft fragt nach der Landesbauordnung. Bild: Husmann

In einem dieser Gräber liegen beispielsweise die sterblichen Überreste von Friedrich Levin Reichsgrafen von Holme, der vom 13. September 1741 bis 10. Mai 1806 gelebt hat. Seine letzte Ruhe hat er auf dem Gertrudenkirchhof gleich neben dem Mausoleum gefunden. Nun wird sie gestört, denn die Genossenschaft verlangt eine Untersuchung der Standsicherheit. Kellergräber müssten zudem der Landesbauordnung entsprechen. Gemeint ist sicherlich die Landesbauordnung Niedersachsens. Ob vor mehr als 200 Jahren Bauverordnungen kurz vor Beginn der Franzosenzeit in Oldenburg überhaupt jemanden interessiert hätten, bleibt dahingestellt. Fakt ist, dass der Kirchengemeinde nun bis 4. Juni 2019 Zeit bleibt, Stellung zu nehmen, erklärt Seeber. Er hat aber fristwahrenden Widerspruch eingelegt – ein inhaltlicher Widerspruch wird folgen, kündigte er gegenüber der NWZ an.

Tausende Gräber

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Doch damit nicht genug. Die Genossenschaft verlangt von der Kirchengemeinde zudem, alle Grabsteine auf den mehreren Tausend Gräbern auf ihre Standsicherheit hin zu überprüfen und das auch schriftlich zu dokumentieren – zukünftig einmal pro Jahr. Seeber sieht sich und vor allem die Mitarbeiter der Gemeinde außerstande, diesen enormen Verwaltungsaufwand zu leisten.

Die Verantwortung für das Mausoleum lehnt die Kirchengemeinde Oldenburg übrigens ab. Den Vorgang hat Seeber an das Haus Oldenburg nach Schleswig-Holstein geschickt.

Blick zurück: Caroline Herzogin von Oldenburg hatte an den zurückliegenden Tagen des offenen Denkmals die Gäste begrüßt und durch das denkmalgeschützte, im Familienbesitz befindliche, Bauwerk geführt – bisher ohne Handläufe, aber wer weiß ...

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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